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Formulierungen

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06.07.09, 19:18:41

feder

Ich benutze solche Verallgemeinerungen sehr ungern. Auch den Satz von sayo würde ich eher in der ich-Form verwenden.
Verallgemeinerungen wirken auf mich irgendwie belehrend und gleichzeitig scheint sich das sprechende Individuum davon zu distanzieren.
06.07.09, 19:55:22

zoccoly

Das sehe ich auch so. Hinzu kommt, dass ich bei Belehrungen sofort "dicht" mache.
06.07.09, 19:58:31

feder

Zitat:
Hinzu kommt, dass ich bei Belehrungen sofort "dicht" mache.


Ist bei mir auch so.
06.07.09, 20:18:19

quamquam

Aber es ist ein Unterschied, ob man belehren will oder sich nur distanziert. Ich distanziere mich nur, ich bin aber nicht belehrend.
06.07.09, 20:31:33

zoccoly

Das unterstellt dir ja auch keiner, es geht doch um die Wirkung, wie es bei dem Einzelnen ankommt.

Zitat von quamquam:
Meine Formulierungen sind oft recht distanziert. Anstatt, dass ich dann sage, ich muss das machen, sage ich gerne mal, man muss das machen.


Bei "man muss das machen", habe ich immer das Gefühl, dass ich das auch noch machen soll und das ist mir dann zu viel und ich bin ärgerlich.
06.07.09, 21:44:22

sayo

Ich würde mich mit diesem "man" nie identifizieren und von daher auch keinen Druck spüren und deshalb ist es mir völlig gleichgültig wenn jemand "man" sagt.

Ich bin ich und nicht "man."
06.07.09, 21:54:32

feder

An sayo: Und wieso würdest du diesen Beispielsatz dann mit 'man' formulieren und nicht mit 'ich'?

Zitat von sayo:
Bei der Hitze muß man viel trinken, wäre doch eine zulässige Verallgemeinerung, wenn ich sagte, bei der Hitze muß ich viel trinken, käme ich mir komisch vor.



Bei verallgemeinernden Sätzen gerate ich manchmal in Endlosdiskussionen, weil ich nicht verstehen kann, wie jemand einen Satz formulieren kann, so dass dieser Satz allgemeine Gültigkeit zu beanspruchen scheint.
'Man' hat für mich etwas gesetzhaftes. Die Person, die die Aussage formuliert, scheint für mich durch das 'man' vorauszusetzen, dass die Aussge für alle allgemeine Gültigkeit hat und, dass diese Gültigkeit eigentlich auch von allen erkannt und akzeptiert werden sollte. Wenn jemand beispielsweise sagt: "Das macht man so", frage ich mich immer, woher diese Person das Wissen nimmt, um eine solche allgemeingültige Aussage formulieren zu können.

Ob die Perosn das tatsächlich so meint, oder nicht, kann ich häufig nicht beurteilen.

06.07.09, 22:02:25

Nord

z.b. weil es (speziell)bei hitze für jeden ratsam ist viel zu trinken aus gesundheitlicher sicht.
06.07.09, 22:17:51

sayo

Dass der Körper bei Hitze viel Flüssigkeit braucht, ist eine Tatsache. Ob sich jemand daran hält oder nicht, ist natürlich seine Sache.

Ich würde aber nie sagen Angeber mag man nicht, vielleicht sind sie ja von einigen Menschen gemocht, ich mag sie aber nicht.

Den ersten Satz halte ich für eine Tatsache,aus der zweiten spricht ein Gefühl.

Darf man auch nicht sagen, man muß eines Tages sterben, muß ich sagen, ich muß eines Tages sterben?
06.07.09, 23:14:48

feder

Zum Trinkbeispiel: Wenn jemand kommt und mir sagt "Man muss viel trinken, wenn es heiss ist", dann würde ich mich sofort fragen, ob diese Person denkt, dass ich zu wenig trinke und wie sie auf diese Idee kommt, weil sie wohl nicht den ganzen Tag über mein Trinkverhalten analysiert. Ginge es nicht um mich, dann könnte sie ja auch die ich-Form verwenden und falls mich die Person ansprechen will, wieso verwendet sie dann nicht das 'du' und erklärt mir, wieso sie denkt, dass ich zu wenig trinke. Das 'man' wirkt auf mich, wie schon oben im Thread geschrieben, irgendwie belehrend.
Geht es im Gespräch allgemein um den Zusammenhang zwischen Wärme und der Flüssigkeitsmenge, die der Mensch aufnehmen sollte, dann würde ich eher sagen "Der Mensch muss, wenn es heiss ist, viel trinken." 'Der Mensch' (oder etwas in der Art) wirkt auf mich weniger belehrend, als das unpersönliche 'man', weil das sprechende Individuum sich dann meiner Meinung nach auch in die Aussage einbezieht, was beim 'man' für mich nur begrenzt gegeben ist. Man-Sätze sind für mich irgendwie häufig Sätze, die sich einer Diskussion entziehen wollen.

Zum Todesbeispiel: Da würde ich vermutlich sagen "Menschen sind sterblich."
06.07.09, 23:20:22

sayo

Ich empfinde völlig anders, feder.Bei dem Beispiel mit dem trinken kommt es auch auf den Kontext an, auf den Tonfall, auf alles mögliche, aber ich würde darin keine Belehrung oder Ermahnung sehen und wenn doch weiß ich, dass ich erwachsen bin und ich würde einfach darüber hinwegsehen.

06.07.09, 23:29:18

feder

Sayo: Tonfall fällt bei mir völlig weg, den kann ich meist nicht zuordnen. Ich weiss auch, dass ich erwachsen bin und ich würde mein Trinkverhalten nicht ändern, ich würde mich aber dennoch über die Person wundern.
 
 
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