10.04.10, 13:22:00
haggard
ein interessanter artikel (englisch):
klick.
Zitat:
Another myth is that the majority of people with autism are mentally retarded. In fact, our bodies are totally disorganized but our cognitive skills are intact and our minds are hungry for knowledge.
lässt man die in diesem artikel beschriebene gläubigkeit außer acht, wird doch deutlich, dass menschen "behinderte" auch anders behandeln bzw. achten könnten, wenn sie wollten.
welche bedeutung hätte dieses für entscheidungsträger, deren urteile auch subjektiven einflüssen unterliegen können und sich nicht rein an ein vorgegebenes raster orientieren?
entscheidungsträger können alle personen sein, die einen autisten beeinflussen in welcher art auch immer.
10.04.10, 14:16:31
55555
Sicherlich spielen diese falschen Vorstellungen unausgesprochen oft eine große Rolle. Im Zitat z.B. auch die falsche Vorstellung die Körper von Autisten seien desorganisiert, was vielleicht eine Folge der widrigem Lebensumstände sein kann.
10.04.10, 22:15:26
Fundevogel
Nach dem 2. Weltkrieg und auch anderen Kriegen war Europa voller Behinderte. Verstümmelungen und traumatische Erlebnisse waren in jeder Familie zu Genüge vorhanden. Es gab keine besondere Seelsorge oder psychologische Betreuung. So gut es ging wurde akzeptiert, dass Gliedmaßen fehlten oder dass ein Mensch "aus der Bahn geworfen" war. Es wurde von Laien getröstet, über die Erlebnisse geredet oder miteinander geschwiegen: Es wurde einander geheilt.
Die meisten Menschen können sehr wohl respektieren, dass Menschen Brüche in ihrem Leben haben oder nicht "der Norm" entsprechen und sie können auch sehr aufmerksam für ihren Nächsten sein.
Erschreckend scheint mir, dass sehr viele in heutigen Wohlstandszeiten zu diesem Respekt nicht fähig sind und sich selbst als das Maß aller Dinge betrachten.
Dass diese Entwicklung von Fachleuten zumindest gestützt wenn nicht sogar getragen wird, in dem die Behinderung als Ghettomerkmal herausgestellt wird, muss sehr genau unter die Lupe genommen werden.
Ein wesentlicher Grundsatz unserer Demokratie ist die Gewaltenteilung, die Unabhängigkeit von Normengeber, Normenanwender und Gerichtsbarkeit.
Wenn z.B. in der Medizin diejenigen, die die Normen schaffen, gleichzeitig ihr Brot damit verdienen, dass sie "die Normierten" behandeln, entsteht ein sehr gefährlicher Interessenkonflikt.
Diese Interessenkollission bedarf nicht nur ethischer Betrachtung sondern auch juristischer.
Forthebeautyoftheearth