Unübliche Relationen zwischen IQ und akademischen Fähigkeiten von Autisten
28.11.10, 18:14:26
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Zitat:
New data show that many children with autism spectrum disorders have greater academic abilities than previously thought. In a study by researchers at the University of Washington, 90 percent of high-functioning children with autism spectrum disorders showed a discrepancy between their IQ score and their performance on reading, spelling and math tests.
Quelle
Schnellübersetzung:
Zitat:
Daten einer neuen Studie zeigen, daß viele Kinder mit
Autismus-Spektrums-Störung [Laut Forenregeln diskriminierender Begriff] größere akademische Fähigkeiten besitzen, als zuvor angenommen. In der Studie von Forschern der University of Washington wiesen 90% der hochfunktionalen Kinder mit ASS eine Diskrepanz zwischen ihrem IQ-Wert und ihrer Fähigkeiten beim Lesen, Buchstabieren (oder auch Zaubern?) und bei Mathetests.
30.11.10, 03:42:05
Isabella
Kann ich unterschreiben.
Thaddäus (5) hat keinen seiner IQ- Tests erfolgreich bestanden, beim letzten Mal fand ich ihn zusammengekauert auf zwei Stühlen vor, hat sich die Öhrchen zugehalten. Draussen war Baustellenlärm. Er könne keine Zahlen nachsprechen und macht auch sonst nicht gut mit. Dabei ist Thaddäus unser Kopfrechner, zweistellige Zahlen, Plus und Minus, er liebt Zahlen. Zwei Anekdoten am Rande: Thaddäus erfand eine Raststätte für Speedbootfahrer. Die Idee haben wir beim Hafenamt eingereicht und wurde als Eventpool zwischen Düsseldorf und Bonn sogar mit großem Interesse entgegengenommen. Thaddäus nahm sich vor, einen Fahrstuhl, der sich dreht, zu bauen. Mein Vater (Maschinenbauer)sagte, die Drehbewegung sei bei laufender Auf- und Abwärtsbewegung nicht möglich. Thaddäus hatte seine eigenen Vorstellungen, nämlich daß das Drahtseil in der Mitte des Zylinders (Fahrstuhlkabine) via Motor freigelassen oder aufgerollt wird. Der Zylinder selbst hängt mittig an einer Spiralschraube (oben mit und unten ohne Gewindemuttern oder umgekehrt), so daß er bei nachlassen des Seiles ganz langsam nach unten fährt. Viele Monate war er mit dem Bau ausgiebig beschäftigt. Soviel zum Thema Aufmerksamkeitsdefizit. Natürlich hat er die Gewinde nicht selbst geschnitten oder den Zylinder aus Plexiglas hergestellt. Aber es war die Idee dessen, was wo sein und wie es funktionieren soll, die wir gemeinsam umgesetzt haben.
Thaddäus ist kein Wunderkind. Er hängt beim Singen lauthals um exakt eine Zeile des Textes hinterher und erweckt auch sonst bei Mitmenschen den Eindruck eines geistig beeinträchtigten Kindes, wegen seines abgehackten Sprechens und der Monotonie in der Stimme. Er hat einfach eine ganz andere Denke. Diese Denke ist großartig, in vielen Bereichen. Nur ist sie nicht gefordert. Gefordert ist: ein fünfjähriges Kind muß nach x und y reagieren können, was er so nach den Standards nicht erfüllt.
Nach Platon ist die Idee das höchste Gedankengut. Geht es hierbei um den direkten Weg?
Ich bin keine besonders intelligente Person, habe es aber bei IQ- Tests (in Reihenfolge) auf die Werte 147,185,131 gebracht, wobei ich den mittleren Test extrem einfach fand. Soviel zur Wertschätzung diverser IQ- Tests. Ich bin auch nicht in der Lage, auch nur irgendeine sinnvolle Idee in Geld zu verwandeln. Zwei Patente habe ich zwar, aber das haben andere für mich geregelt.
Nun wird es kaum möglich sein, IQ- Tests für Autis spezifisch abzuwandeln, um das ganze Potential zu ermitteln. Dennoch ist in Südamerika, insbesondere in Argentinien die Autismus- Forschung seit den 70ger Jahren wesentlich weiter als im Rest der Welt - so daß dort diese Diskrepanz (IQ - und wirkliches Potential) schon seit Jahrzehnten bekannt ist.
11.12.10, 18:58:31
Ozelot
Ich hab mal gelesen es würden zwei Denkweisen geben. Einmal Logisch und einmal Intuitiv. Die meißten Autisten wären Logische Denker, deshalb haben Autisten stärken in allen Logischen Zusammenhängen wie Mathe (insgesamt Zahlen) usw. dafür aber nachteile in z.B. sozialen Sachen, weil Menschen nicht Logisch sondern Intuitiv funktionieren. Menschen kann man nicht bestimmen und kontrollieren wie z.B. Zahlen. Das war nur eine Theorie, aber ich denke da könnte was wahres dran sein...
11.12.10, 21:06:07
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Ob Intuition hier ein Gegensatz wäre, der scharf genug ist? Mathematische Begabung kann sich auch aus Intuition speisen. Wenn jemand empathische Intuition zu NA-veranlagten Sittentendenzen hat, dann ist denke ich eher die Ähnlichkeit zu anderen NA entscheidend, weniger Intuition.
12.12.10, 07:51:55
Herr Meier
Mathematik ist weder intuitiv noch intellektuell mein Ding, das ist mir ein Leben lang schwer gefallen, von daher kann ich dazu jetzt nicht viel Produktives beitragen. Obwohl mir der Gedanke an intuitive Mathematik schon etwas widersprüchlich erscheint. Aber vielleicht fehlt mir dazu auch nur der Zugang.
Aber mal die andere Seite: Ich finde, man kann auch geisteswissenschaftliche / gesellschaftliche / soziale Zusammenhänge sehr gut mit Logik erfassen. Das mache ich jedenfalls so. Auch das Verhalten von Menschen finde ich, wenn man ihren Hintergrund und ihre Ziele kennt, relativ berechenbar (natürlich immer mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor).
12.12.10, 08:01:58
Hans
Ich halte Phantasie für ein wichtiges Bestandteil der Intelligenz,
aber wie will man diese messen oder vergleichen.
Ein minder "Gesegneter" kann einen höher "Begabten" wohl schwer einschätzen.
Man könnte vielleicht den Pantasievollsten herausfinden und von ihm aus die Anderen abwärts einteilen.
Oder man zählt, was ihm/ihr in einer Stunde alles einfällt,
da hätten dann "Plapper-Autis", die man in Heime abschiebt und mit Pillen ruhig stellt,
einen hohen Wert.
Die Skala stelle ich mir auch schwierig vor,
in einer Linie oder in einer Ebene kann man das nicht unterkriegen,
da braucht man schon mehrere Dimensionen
und wieder reicht es nicht.
Ich halte mich
nicht für soo Phantasievoll, ich empfinde starke Einschränkungen,
wegen der Realität, der Sprache der mangelhaften Ausdrucksmöglichkeiten
konnte ich meine Phantasie gar nicht so entwickeln.
Bei mir ist der Schwerpunkt mehr im logisch-technischen Denken.
Habe ich eine "einseitige" Intelligenz ?
12.12.10, 08:16:36
Herr Meier
Kann gut sein. Intelligenz ist häufig einseitig oder auf wenige Gebiete beschränkt. Je genialer jemand auf einzelnen Gebieten ist, um so größer sind häufig die Lücken in anderen Bereichen.
Dann gibt es noch die Leute, die fast alles so ein bisschen können, aber nichts wirklich gut.
Und dazwischen natürlich unendliche stufenlose Übergänge.
Davon ausgehend bin ich mir sogar ziemlich sicher, daß alle Menschen etwa gleichwertig intelligent sind, nur in unterschiedlicher Gewichtung der Teilbereiche.
12.12.10, 08:19:30
Hans
Davon ausgehend bin ich mir sogar ziemlich sicher, daß alle Menschen etwa gleichwertig intelligent sind, nur in unterschiedlicher Gewichtung der Teilbereiche.
Toller Satz, bist Du ein Menschenfreund ? ;)
12.12.10, 08:48:41
Herr Meier
Toller Satz, bist Du ein Menschenfreund ? ;)
Schwierige Frage am frühen Morgen. :)
Sagen wir mal so: Ich habe wie gesagt einen sehr logischen Zugang zu Menschen und ihrem Verhalten. Von daher schaffe ich es schon meistens, für jeden irgendeine Entschuldigung zu finden. Menschen sind ja nun mal das Produkt ihres Umfeldes. Wenn man das immer im Hinterkopf behält und sich bewußt ist, daß unser System versucht, die Vielfalt der Menschen in eine begrenzte Zahl genormter Anforderungen zu pressen, an denen viele scheitern, weil ihre Begabungen auf Gebieten liegen, die nicht dazu passen, dann neigt man vielleicht weniger dazu, bestimmte Menschen abzulehnen oder vorzuverurteilen.
Manchmal muß ich mich aber auch schon sehr beherrschen. Im ersten Moment kann ich mich über manche Leute auch schon mal recht heftig ärgern und oft fällt mir keine andere Lösung ein als ihnen aus dem Weg zu gehen.
Der typische "Menschenfreund" bin ich sicher nicht. Also nicht so einer, der sich ständig mit anderen Leuten umgeben muß, um glücklich zu sein. Im Gegenteil: Ich bin mit meinem Hund und meinen Katzen und ab und zu mal ein paar wenigen Leuten, mit denen ich mich gut verstehe, eigentlich sehr zufrieden. Mit den meisten Menschen kann ich eher wenig anfangen, aber ich akzeptiere sie. Ich gehe ihnen aus dem Weg, weil mich ihr Verhalten und ihre Ansichten nerven. Aber ich verurteile sie nicht, weil ich immer versuche, die Zusammenhänge zu sehen, die sie geprägt haben.
12.12.10, 10:01:43
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Oder man zählt, was ihm/ihr in einer Stunde alles einfällt,
da hätten dann "Plapper-Autis", die man in Heime abschiebt und mit Pillen ruhig stellt,
einen hohen Wert.
Weil jemand viel äußert, fällt ihm nicht unbedingt auch mehr ein.
12.12.10, 10:33:54
Fundevogel
55555: Als reine Erinnerungsleistung doch, ob es dann substanziell bedeutend ist, bleibt dahingestellt?
Wie wird "emotionale Intelligenz" bewertet?
Sind die Beurteilungskriterien bei Autisten andere als bei Nichtautisten?
12.12.10, 12:11:38
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Das was ich an EQ-Tests kenne ist denke ich schon teils unbewußt auf NA konstruiert.