Ist Internetzugang ein allgemeines Menschenrecht?
16.01.12, 13:59:56
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Daß der Internetzugang für Autisten ein Grundrecht darstellt ist eine Tatsache. Interessant ist nun die Debatte den Internetzugang für alle Menschen als ein Menschenrecht verstehen zu wollen:
Zitat:
Seit den Aufständen in der arabischen Welt fordern immer mehr, den Internetzugang zum Menschenrecht zu erklären. Selbst der UN-Menschenrechtsrat hat sich mit der Frage befasst. Netz-Pionier Vint Cerf widerspricht - und löst damit eine heftige Debatte aus.
Quelle
16.01.12, 15:31:39
wolfskind
ich hatte mal "mit halbem ohr" in den nachrichten mitbekommen
dass internet irgendwie für arme menschen auch zugänglich gemacht werden soll
und dass diese von gebüren befreit werden sollten
bzw dass man einen computer zumindest pro familie zur verfügung stellen müsste.
16.01.12, 20:01:12
PvdL
Ist nicht der Zugang zu (gemeinrelevanten) Informationen schon ein Menschenrecht und der Internetzugang heutzutage eine wesentliche Voraussetzung dafür?
17.01.12, 11:14:14
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Zugang zum Internet ist übrigens nicht gleichbedeutend mit DSL. Vor einigen Jahren wurde Sozialhilfeempfängern noch DSL verweigert, da Modem und Call by Call günstiger sei. Ob das heute noch so gehandhabt wird weiß ich nicht. Die DSL-Preise sind gesunken und die Inhalte im Internet voluminöer geworden.
17.01.12, 20:41:05
PvdL
Ich bin der Auffassung, daß man eher auf Fernsehn verzichten kann, als auf den Internetzugang. Gleichwohl dürfte die Bedeutung einer solchen Überlegung demnächst dadurch verschwinden, daß eine Zwangs-GEZ-Gebühr für alle, die s.g. "Haushaltsabgabe", eingeführt werden soll. Ich finde das skandalös. Man muß sich das mal vorstellen. Das ist so, als müßte jeder in Berlin automatisch eine Monatskarte für die BVG bezahlen, weil man ja jederzeit irgendwo in eine Straßenbahn einsteigen könnte, ohne daß das kontrolliert wird, weil es zu wenige Kontrolleure gibt. Andererseits, bekommt man jedoch keineswegs auf Verdacht Kindergeld ausgezahlt, nur weil man jederzeit ein Kind zeugen könnte, wie jemand in einem Forum mal gepostet hat. Aber selbst das Internet ist mit Vorsicht zu genießen, weil auch dort im Zweifel nur die Nachrichten zu lesen sind, auf die sich die großen Agenturen bereits geeinigt haben. Außerdem gibt es praktisch keine Suchmaschinenvielfalt mehr, was auch wieder die Glaubwürdigkeit der gefundenen Informationen relativiert. Im Gegensatz zum Fernsehn, das zu weitgehender Passivität verdammt, ermöglicht das Internet jedoch ein "Peer-to-Peer-Networking", d.h. die Nutzer können sich untereinander vernetzen und auf diesem Wege austauschen, gewissermaßen an den Agenturen vorbei und schneller, als es der Zensur in den Kram paßt.
17.01.12, 21:10:02
Vendela
Die Haushaltsabgabe kann noch weiter gehen. Je nachdem wie sie umgesetzt wird, gilt sie unter Umständen nicht nur für "alle" (Haushalte), sondern für mehr als alle, weil "Wohnung" sehr locker definiert ist.
17.01.12, 23:33:05
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Auch eine repräsentative Demokratie braucht möglichst gute Informationskanäle. Man schaue in die USA um sich zu überlegen, ob man das wirklich nur reklamefinanzierten Unternehmen überlassen möchte. Das Internet ändert die Voraussetzungen hier vielleicht. Die öffentlichen Sender in Deutschland sind auch sicherlich alles andere als perfekt.
18.01.12, 05:38:10
PvdL
Die öffentlichen Sender sind abhängig von der Politik, die privaten von der Wirtschaft. Da die Politik nur das Kaspertheater der Wirtschaft ist, läuft das ganze praktisch auf dasselbe bzw dieselben hinaus.
18.01.12, 22:47:34
drvaust
Was nützt eine Erklärung zum Menschenrecht? Sauberes Trinkwasser gilt auch als Menschenrecht. Trotzdem haben viele Menschen kein sauberes oder zu wenig Trinkwasser. Verbindlich ist nur ein Gesetz.
Ein Telefonanschluß steht in der BRD jedem zu, damit kann man auch ins Internet (aber quälend langsam).
Ich hatte mich mal (vor ca. 10 Jahren) beim Arbeitsamt nach Unterstützung für Computer mit Internetzugang erkundigt. U.a. um mich als Computerfachmann bewerben zu können. Da wurde ich auf die Computer des AA verwiesen. Ein Computer und Zugangskosten ist bei ALG II nicht extra vorgesehen, das wären allgemeine Ausgaben.
19.01.12, 00:36:28
PvdL
Das einzige, was beim Arbeitsamt mal modernisiert wurde, ist der Name: Das Arbeitsamt heißt jetzt "Bundesagentur für Arbeit". Der Akt hat Millionen verschlungen, weil lauter neue Namensschilder und Visitenkarten und Briefpapier und Prospekte und dergleichen mehr gekauft werden mußten. Sonst blieb alles beim Alten. Getreu den Axiomen:
§1 Das haben wir schon immer so gemacht.
§2 Da könnte ja jeder kommen.
§3 Wo kommen wir denn da hin.
19.01.12, 11:06:06
Vendela
Ich höre zwar nur gelegentlich Radio, aber ich konnte nicht feststellen, dass die ebenfalls teilweise reklamefinanzierten, öffentlich-rechtlichen Anstalten bessere Informationskanäle wären oder ein besseres Programm hätten. Und selbst wenn es so wäre, wäre das kein Grund für die ungerechte Finanzierung (unabhängig von Einkommen und Nutzungsdauer), bewusst zweifelhaften Methoden Geld einzutreiben und die Höhe der Gebühren (andere Länder können ihre Staatsmedien für einen geringeren Betrag in der gleichen "Qualität" erzeugen).