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Die Reue nach dem ABA

original Thema anzeigen

11.02.12, 16:17:13

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Ich zitiere einen Beitrag aus dem Forum rehakids, da ich nicht weiß, inwieweit er dort zensiert wird:
Zitat:
Hallo,

ja ich bin jemand die aba/vb kennt!!!

Ich bin neu hier.... Wink habe schon seit einigen wochen "still" gelesen und gestöbert in diesem sympathischen Forum...bin ganz angetan von REHAkids und den usern hier: respekt und hochachtung!!!

Die geschichte um meine Tochter hat mich aus der stillen ecke rauskrabbeln lassen...!

Meine tochter ist autistin und hat mit ABA/VB zwar sogenannte fortschritte gemacht aus sicht der therapeuten......aber aus ihrer sicht, als sie dann endlich anfing zu sprechen (sie konnte sprechen, war aber sprachlos) wurde uns sehr schnell klar, dass aba/vb sie mehr geschadet, als geholfen hat. Ich sehe noch die glücklichen gesichter der eltern, lehrer, therapeuten, als unsere tochter Fortschritte zeigte, immer mehr sich anpasste, ihr verhalten "erträglicher" wurde, sie nicht mehr ausrastete bei veränderungen, sondern brav die eingeübte strategie des aushaltens anwandte.

Ich bin schockiert darüber, dass ich mich in meiner damaliger sorge um mein kind, habe verleiten lassen aba/vb zu machen....ich mag garnicht über den materiellen preis nachdenken und schon garnicht über die "menschlichen" folgen, die angerichtet wurden.
noch schlimmer: die familien, die nach wie vor aba/vb anwenden, mit denen ich befreundet bin, mit denen ein reger Austausch stattgefunden hat, sind nach dem outing meiner tochter, also nach den durchaus sehr, sehr negativen äußerungen von ihr, abgewandt von mir; sie unterstellen meiner tochter, dass sie das garnicht beurteilen kann, da sie autist sei....ich kann es nicht fassen, ich bin soooooo fertig. und ich werde geschnitten und gemieden, weil ich zu meiner tochter stehe und ihr glaube.
Meine hochintelligente tochter ist ein abfallprodukt der aba/vb communitiy und wir sind ausgeschlossen und sie, gerade sie, die unter den spaßfaktor tag und nacht analysiert, korrigiert, motiviert mit angeblicher liebe und in spielen verpackt: sie könnte ein buch schreiben (tut sie aber nicht) in dem sie minitiös beschreiben kann, was die dressur mit ihr gemacht hat.
Ich bin wegen ihr nie angeeckt...so lange ich hinter aba/vb gestanden habe, ich war ja fasziniert und begeistert hiervon, habe gemeint......das ist das beste und erfolgreichversprechendste für mein Kind: und nun muss ich erfahren, dass ich sie damit (fast) kaputt gemacht habe, ich habe ihr ein stück ihrer biographie geklaut, ich habe ihre freie entfaltung derart eingeschränkt, dass nun der Psychologe am Werk ist, um sie von den traumatischen erfahrungen zu befreien.
Das schlimme ist, dass wirklich jeder aus der aba/vb-ecke sich angefeindet fühlt. Die kritik meiner tochter "gibt es einfach nicht"; sie könne das ja garnicht beurteilen und noch schlimmer, als sie anfing während dem caoching und bei begleitenden "sitzungen" mit unseren aba/vb-Kamaraden, sich gegen die "fiesen und hinterhältigen" interventionen zu wehren und einfach anfing zu sagen, dass sie "das alles durchschaue" und keine Lust mehr habe sich noch mehr kaputt zu machen....gings rund. Meine Tochter wollte sogar sich beistand einholen, um sich aus der täglichen knebelung zu befreien.
Ich mach mir echt vorwürfe, dass ich diesen blödsinn mit gemacht habe. Hätte ich doch auf mein bauchgefühl gehört....viel viel früher.
Ja, wir sind jetzt alle ziemlich "aufgewacht" und sind wachsam.
Was ich sehr fatal finde, ist, dass viele Autisten bei denen ABA/VB angewandt wird nicht sprechen können..........dafür aber die begeisterten eltern.
Liebe Eltern: beaobachtet ganz genau, wozu und mit welchen mitteln
ihr Euch "einkaufen" lasst, bitte differenziert etwas mehr bei der therapiewahl. Wenn ihr einen hund habt wisst ihr was man erreichen kann und ungterordnung und erztiehung...ein hund ist ein hund und soll sich ja unterordnen. ein kind aber nicht.

Meine Tochter besucht jetzt einen ATZ, sie bekommt eine individuelle, auf sie abgestimmte therapie mit dem ziel, dass SIE dort u.a. Kompensationsmöglichkeoiten aufgezeigt bekommt und sie lernt auch immer mehr verständnis für sich selbst aufzubringen...und ganz wichtig: es soll nichts mehr wegtherapiert werden (aba/vb kreise nennen das natürlich anders); noch wichtiger diese ewige analysis fällt weg.

Ich habe gelernt: hört den kindern genau zu, seid wachsam...wenn sie nicht sprechen...nehmt sie signale wahr.
ich kann aba/vb nicht weiterempfehlen. ich werde dafür wirklich wie eine "ausgestoßene" behandelt und meine Tochter: sie hat in deren Augen nichts zu sagen....man glaubt ihr in diesen kreisen nicht.

Quelle

Ist in jenem Forum noch jemand von hier aktiv?
11.02.12, 21:33:59

wolfskind

hmm sie ist jetzt in einem ATZ ?
und bekommt dort eine abgestimmte therapie?
11.02.12, 21:42:51

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Klar ist es ein Witz, wenn sie jetzt von NA gezeigt bekommt, wie sich sich verstehen soll und so weiter.
12.02.12, 00:31:00

Fundevogel

Vielleicht der Mutter empfehlen, dem ATZ eine Zusammenarbeit mit den Autisten der ESH anzubieten...nach meiner Erfahrung lernt sie dann recht schnell die wirkliche Zielsetzung der ATZ's kennen.
12.02.12, 00:53:09

feder

tja, und jetzt arbeitet sie mit TEACCH.

Hat jemand Lust die Mutter dort zu kontaktieren und auf die ESH/das Forum zu verweisen?
20.02.12, 11:31:39

starke Dame

ab und an bin ich im Forum unterwegs - doch im Moment schaffe ich es nicht. Meine zwei Kinder haben dermaßen ihren Horizont erweitert, dass ich nicht dazu komme am PC etwas zu durchstöbern.

Mal sehen, vielleicht irgendwann abends - das mit dem TEACCH, ist ein echtes Problem. Aktuell haben wir Eltern oft das Problem, in gewisse Therapien gedrängt zu werden, damit die Zusammenarbeit mit Schulen usw. besser klappt - ich hatte auch bereits ein Vorgespräch mit einem ATZ - es fand bis jetzt kein 2. Termin statt - doch wie weit ich ohne ATZ auskomme und KiGa und Schule dann mitziehen werden, kann ich nicht beurteilen.

Das Problem bei dem anderen Forum ist, dass es harte Fronten und ab und an einen schärferen Ton gibt, geschweige denn, wenn man die Sicht vertritt, jeder Mensch ergründet selber, was er zu seiner Entwicklung braucht und erwünschte Hilfestellungen gegeben werden dürfen, doch keine Therapie, dessen Sinn mir immernoch bei TEACCH nicht wirklich klar ist, ist aktuell richtig sinnig.

Ich stehe aktuell hinter der Ergo- und Sprachheiltherapie - auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob er sie braucht oder ob es mehr sein Spaßfaktor ist, denn er sich da einfordert.
 
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