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Gedanken zum Brief an den Auties e.V.

original Thema anzeigen

 
29.05.13, 16:46:34

55555

Der Brief findet sich hier. Er ist an sich kein besonderes Dokument, ich nehme ihn jedoch zum Anlaß mal einiges zu reflektieren.

Besonders interessant finde ich an der Haltung dieses anonymen Schreibers, daß mir einige Zusammenhänge ziemlich unreflektiert vorkommen. "Kranke" sollen nicht unter demselben Schutz der Gesetze stehen, wie andere Menschen, weil sie weniger belastbar seien. Jedoch wird genau mit dieser mangelnden Belastbarkeit der Eltern argumentiert, wenn es um deren "Schutz" geht.

Wieso sollen Eltern, denen angeblich eine Einhaltung der Menschenrechte nicht zuzumuten sind einen Schutz erfahren, den sie selbst gegenüber ihren eigenen Kindern als unzumutbar darstellen (das ist ja oft nur Wortklingelei um den eigenen Kopf durchzusetzen)?

Wenn der Autor über die eigene Existenz jammert und damit die eigene Kinderlosigkeit begründet frage ich mich, warum er sich nicht schon längst das eigene Leben genommen hat. Irgendwie scheint er ja doch dran zu hängen, aber gesteht das möglichen eigenen Kindern nicht zu aus einem in diesem Zeiten oft vorzufindenden merkwürdigen Geist, für den Widrigkeiten offenbar unheimlich schlimm sind. Tatsächlich kann man Widrigkeiten und Leid soweit ich sehe nicht so einseitig negativ einstufen. Bezeichnend ist für mich auch oft wie gejammert wird ohne vorhandene und erreichbare Alternativen für das eigene Leben konkret zu nutzen. Wie kommen solche Kombinationen zustande? Liegt da die Lebensuntüchtigkeit nicht ganz woanders? Nämlich in mangelnder Fähigkeit das eigene Leben aktiv zu gestalten?
02.06.13, 09:52:12

Mama

Dieser Brief stellt sicherlich eine extreme Sichtweise dar.
Dennoch spricht er auch die Probleme der Gesellschaft an: Wer fängt die Eltern auf?
Ich bin auch gegen Abtreibung, da es für mich Mord ist. Dennoch finde ich es richtig den Eltern selbst die Entscheidung zu überlassen.
Manche Eltern haben die Kraft ihren Kindern beizustehen, aber manche eben auch nicht. Beurteilen können das nur die betreffenden Eltern.
02.06.13, 10:37:01

55555

Eltern: Kind darf getötet werden, wenn es vielleicht zu einer diskriminierten Minderheit zählt, die laut Verfassung nicht benachteiligt werden darf.
Kind: Eltern dürfen getötet werden, wenn sie nicht in der Lage sind eine inklusive Gesellschaft aktiv gegenüber den eigenen Kindern umzusetzen?
02.06.13, 10:48:34

Mama

Sehr krasse und unüberlegte Ansichten,55555.
Es gibt keine Patentlösung; mit solchen Argumenten wird sich aber auch keine Annäherung an irgendeine Lösung ergeben.
02.06.13, 12:46:16

55555

Keine Ahnung, was du meinst.
02.06.13, 18:46:31

Mama


Zitat von 55555:
Eltern: Kind darf getötet werden, wenn es vielleicht zu einer diskriminierten Minderheit zählt, die laut Verfassung nicht benachteiligt werden darf.
Kind: Eltern dürfen getötet werden, wenn sie nicht in der Lage sind eine inklusive Gesellschaft aktiv gegenüber den eigenen Kindern umzusetzen?

War dieser Beitrag ironisch gemeint? Dann kennzeichne ihn bitte dementsprechend.
War er ernst gemeint, solltest Du ihn einfach noch einmal überdenken.
02.06.13, 18:52:48

arwen

zum thema kinder und kraft.
oder leben und kraft.

ich sehe es etwas anders.
woher soll ich als mensch denn im vorfeld schon wissen, wie weit meine kraft reichen wird?
kraft ist etwas, das man kaum vorherschauen kann.

es gibt redewendungen die das ein wenig umschreiben können; z.b.:
der mensch wächst an seinen aufgaben.
manch einer wächst auch *über sich selbst* hinaus.

wer bitte kann im vorfeld entscheiden, welches leben für welchen menschen lebenswert ist?
für ein lebewesen, das noch nicht mal geboren wurde.
wie zuverlässig sind denn diese frühtests?
wie verlässlich ist das überhaupt was einem ein arzt erzählt?


ich weiß nicht wer entscheiden sollte welch ein leben lebenswert ist?

wer fängt die eltern auf?
das ist in der tat eine gute frage.
an sich müssten die menschen die eltern aufbauen und auffangen, die ihnen vorher ängste einreden.

das sind meine gedanken zu einem teil des briefs.


02.06.13, 19:05:45

schuschu

wer die eltern auffängt?

das ist doch keine frage von auffangen..es ist ein von der schöpfung gegebenes geschenk der entwicklung und eine chance mit seinem kind zu wachsen und mit dem leben zu fliessen. und deshalb ist das was arwen schreibt, von wegen : wächst mit seinen aufgaben usw. sehr wahr.

mir fehlen bei einigen beiträgen mittlerweile wie akurei auch die worte ..sehe nur nioch wie verdreht und konditioniert gedavht wird..aber dieses denken ist sehr begrenzt...was nicht heisst, dass es mir nicht auch so geht..dennoch bleibe ich offen für neue impulse um die wahrheit und nicht das konzept zu erkennen.
02.06.13, 19:12:12

Mama

Was geschieht wenn ein Mensch an diesen Aufgaben nicht wächst?
02.06.13, 19:25:13

arwen

manche eltern sind überfordert.
und manche eltern haben niemand zur unterstützung. die bekommen keine mentale unterstützung.
sätze die einen als mutter begleiten sind oft begrenzt und meist auch noch ziemlich beschränkt.
ich möcht hier keine niederschreiben.
manche eltern haben keine unterstützung bei praktischen dingen.
alleinerziehende die berufstätig sind und sich kein netzwerk aufbauen konnten, z.b. oder familien die ausgegrenzt werden.
da ist die überlastung dauerhafter begleiter.

und diese eltern brauchen unterstützung, jemand der sie auffängt und auch wieder aufbaut. der ihnen den rücken stärkt. der kraft gibt, wenn deren kraft am ende ist.



02.06.13, 19:32:11

arwen

ich schiebe mal gleich noch was nach.

sicher hat nicht jeder mensch gleich viel an kraftreserven mit auf den weg bekommen, aber das weiß ich ja nicht schon im vorfeld, wie weit die kraft reicht.

wenn man nicht an und mit dem eigenen kind wächst, nicht mehr weiter wachsen kann, weil eben keine kraft mehr da ist... dann sollte jemand da sein, der auffangen kann.
bevor dann aus der überforderung schlimme dinge geschehen. liest man ja immer wieder mal.
02.06.13, 19:34:11

55555

Zitat von Mama:
War dieser Beitrag ironisch gemeint?

Nein, das war eine nocheinmal knapper gefasste logische Ableitung aus meinen einleitenden Gedanken zu diesem Brief. Ist es nicht seltsam wie viele Menschen eine Tötung gegen die Grundpositionen des Rechts tolerierbar finden oder gar verteidigen, aber dann bei einer Gleichsetzung mit dem Schicksal an ausdrücklich erklärten Idealen der Gesellschaft versagenden Eltern irgendwas ganz anderes vertreten?
 
 
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