05.03.14, 20:23:04
55555
Zitat:
Der große Bildungserfolg der aus vietnamesischen Familien stammenden Schüler verlangt nach Erklärungen. „Bisher blieben die Vietnamesen in der Forschung aber relativ unbeachtet“, sagt der Hamburger Erziehungswissenschaftler Olaf Beuchling. Das liegt nach seiner Ansicht daran, dass sie althergebrachte Theorien widerlegen. Denn genauso wie zum Beispiel türkischstämmige Kinder und Jugendliche werden sie oft von Eltern großgezogen, die wenig gebildet sind, nicht gut Deutsch sprechen und eher unter sich bleiben. Bildungserfolg ist für sie deshalb nach gängiger Auffassung genauso wenig wahrscheinlich wie für Kinder türkischer Herkunft. In Wirklichkeit klafft aber zwischen beiden Gruppen eine weite Lücke. Doch was macht den Unterschied aus?
[...]
Die türkischen Eltern hätten ein großes Vertrauen in die Lehrer und in die Zuständigkeit der Schule. „In der Schulzeit wird die Erziehung der Kinder oft an die Schule übergeben.“ Ganz anders bei den Vietnamesen: Lehrer seien zwar angesehen; doch schreibe man ihnen lediglich die Aufgabe von Schiedsrichtern zu, die die Leistungen der Schüler fair bewerteten. „Der Förderauftrag und die Verantwortung für den Bildungserfolg liegen aber bei den Eltern“, erklärt El-Mafaalani. „Eine solche Haltung scheint besonders gut zum deutschen Schulsystem zu passen.“ Je mehr man hingegen auf die Förderung der Schüler durch Lehrkräfte vertraue, desto riskanter werde es.
Quelle