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Praktisches Hilfsmittel zum Gesichter zu erkennen

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22.06.17, 15:50:42

Kaleidoskop

Hallo miteinander,
Ich war letztes Jahr auch eine Hilfsmittelausstellung, die eigentlich für blinde konzipiert ist, aber dieses Hilfsmittel finde ich nicht nur für blinde praktisch. Es nennt sich "Orcam". Das hat den Vorteil für mich, dass ich zum Beispiel Texte lesen kann oder die Brille mir zeigt, welches Produkt ich in der Hand halte. Am besten finde ich jedoch, dass ich Gesichter von Menschen anschauen kann und dem Gerät beibringen kann, wie diese Menschen heißen. So könnte ich vielleicht vermeiden, Menschen mit dem falschen Namen anzusprechen, weil sich viele doch sehr ähnlich sehen.

Die Cam ist ein kleines Gerät, dass man an eine normale Brille anbringen und einem dann ins Ohr flüstert, was man vor sich hat beziehungsweise was man liest oder wer vor einem steht. Ich weiß nicht, ob Sie zwischenzeitlich schon zugelassen ist als Hilfsmittel von den Krankenkassen, aber wenn es soweit ist, werde ich nicht definitiv um eine bemühen.

Und vielleicht ist sie für den einen oder anderen hier auch eine Hilfe, auch wenn er nicht komplett blind oder fast nicht sieht.
13.07.17, 19:54:08

Kaleidoskop

Die einfachste Art, wie sehbehinderte und blinde Menschen wieder eigenständig lesen können.

Mit einem Fingerzeig liest die OrCam sehbehinderten Menschen vor.
Intuitiv und einfach wie nie. Blinde und Sehbehinderte lesen fast wie Sehende.
OrCam ist eine neuartige Lesehilfe für Blinde und Sehbehinderte. Eine leichte, fast unauffällig an der eigenen Brille befestigte Minikamera fotografiert Texte und liest diese über einen kleinen Lautsprecher an der Brille sofort vor. Auch Gesichter und Produkte erkennt die OrCam und informiert den Benutzer automatisch.
Die Fähigkeit gedruckten Text zu lesen, ist einer der größten Verluste für Sehbehinderte, wenn Brillen irgendwann nicht mehr ausreichen. Tägliche Post, Briefe, Bücher, Straßenschilder, Plakate, im schulischen oder beruflichen Alltag auch Geschäftspräsentationen auf der Leinwand, liest die OrCam problemlos vor. Mit einem Fingerzeig wählt der Nutzer einzelne Textbereiche aus.
Wer spricht gerade oder kommt auf mich zu? Die Gesichtserkennung der OrCam erkennt Gesichter und verbindet sie mit einem Namen - den der Nutzer selbst festlegt. So erkennt die OrCam aus bis zu 3 Metern Entfernung Freunde, Geschäftspartner oder Kunden. Blinde und Sehbehinderte müssen nicht mehr warten, dass sie angesprochen werden. Jeder kann mit OrCam die Initiative übernehmen.
Produkte identifizieren ist eine große Herausforderung. Auch hier hilft die OrCam per Bildvergleich. Verpackungen sind zunehmend gleichförmiger. Dank an OrCam: Der richtige Tee lässt sich so nun trinken, die richtige Schokolade essen und der gewünschte Rotwein öffnen.

Hintergrund
Technische Details:
Die OrCam besteht aus einer Minikamera mit integriertem Lautsprecher und wird direkt an den Brillenbügel der eigenen Brille montiert. Ein Kabel verbindet die Brille mit einer eigenständigen Recheneinheit, die keinerlei Verbindung mit dem Internet erfordert. Diese kann beispielsweise am Gürtel getragen werden. Die Kamera ist ein Leichtgewicht mit ca. 12 Gramm und fällt nicht weiter auf. Eine Halterung nimmt die Minikamera auf.
Die OrCam verfügt über eine 8-Megapixel-Kamera. Sie liest Texte in einer Entfernung von bis zu 30 Metern. Erkannt werden bis zu 100 Personen und 150 Produkte.

Entwickler und Hersteller:
Die OrCam wurde von OrCam Technologies in Israel entwickelt und enthält Technologien, die zur Erkennung von Sicherheits- und Abstandsmessung in der Automobilindustrie eingesetzt werden.
20.08.17, 19:37:52

Prometheus

Nicht mehr lesen zu können, wäre auch für mich ein grosser Verlust, da ich seit meiner Kindheit leidenschaftlich gern lese und jede freie Minute dafür nutze. Mir wurde neben Asperger-Autismus auch Hyperlexie diagnostiziert ( Interessant, dass übermäßiges Lesen nun auch schon als Störung z.b. als Syndrom einer Störung gilt ). Diese Brille ist eine faszinierende Innovation und könnte nicht nur Sehbehinderten helfen, sondern auch Menschen mit Farbenblindheit oder Demenz und anderen Menschen die in bestimmten situationen überfordert/hilflos sind helfen, indem sie diese Farben und/oder Situationen analysiert und ihnen diese verständlich erklärt. Als Beispiel kann ich meinen Onkel nennen, der infolge einer ( unbehandelten) Hirnhautentzündung im kindesalter probleme bei der Orientierung und beim erkennen von Gefahren hat. Er kann infolge der Erkrankung kaum noch sprechen und sich so gegebenenfalls Hilfe holen. Trotzdem ist er sehr aktiv und würde gerne mehr mit anderen Menschen zusammen kommen.
23.10.21, 12:10:51

mor

geändert von: mor - 23.10.21, 12:11:08

Es gibt eine Variante in Moskau, wie man mit dem eigenen Gesicht bezahlen kann. Statt eine EC-Karte rauszuholen, bezahlt man mit einem Blick in die kamera.

Zitat:
An die Schranke herantreten, kurz in die Kamera schauen - springt das Licht auf "grün", ist die Fahrt bezahlt und der Weg zur Metro-Station wird freigegeben. FacePay heißt das neue Bezahlsystem via Gesichtserkennung.

Gesicht ersetzt Fahrkarte

Hoffentlich führt Deutschland dies nicht ein. ich mag dann doch die allbekannte Methode der "Fahrkarte kaufen".
23.10.21, 15:24:18

55555

Wo wäre dabei der Vorteil gegenüber dem alten Wertmünzensystem (außer in Datenhandelsgewinnen des Betreibers)?
23.10.21, 15:50:40

mor

geändert von: mor - 23.10.21, 15:52:02

Zitat von 55555:
Wo wäre dabei der Vorteil gegenüber dem alten Wertmünzensystem

Dafür gibt es auch eine Antwort im Artikel(siehe folgendes zitat?

Zitat:
Zwar kann man am Eingang auch mit seiner Bankkarte bezahlen, die wollte ich in dem Gedränge aber nie rausholen", sagte er. "Und jetzt: Ich schaue in die Kamera und kann reingehen. Es ist sehr bequem, es spart Zeit. Und die Hände sind frei. Der Betrag wird automatisch vom Konto abgebucht."


Wenn man zb beim Bezahlen extra den Geldbeutel raussuchen muss, und Kleingeld in den Automaten reinstecken muss. Da ist es wohl für denjenigen im Artikel angenehmer, dies zu unterlassen und mit nur einem Blick in die kamera reingelassen zu werden.

23.10.21, 16:46:35

feder

Bankkarten generieren ja auch wieder personenbezogene Daten. Wenn man stattdessen ganz altmodisch Wertmünzen kaufen könnte, die man dann einwirft und durchgelassen wird, dann ist das deutlich anonymer und auch unproblematisch, eine Wertmünze im Gedränge hervorzuholen – kann man ja in der Jackentasche vorbereitet halten.
23.10.21, 18:04:00

55555

Zitat:
Die Fahrpreise entwickelten sich in der Geschichte der Moskauer Metro sehr unterschiedlich: Der ursprüngliche Fahrpreis von 50 Kopeken wurde noch im Laufe des Jahres 1935 auf 30 Kopeken gesenkt und stieg 1942 wieder auf 40 Kopeken und 1948 auf 50 Kopeken an. Nach der Währungsreform 1961 bis zum Jahre 1991 zahlte man für die Fahrt mit einem Fünf-Kopeken-Stück, das man an Stelle der bisherigen Jetons in einen der Sperrenautomaten einwarf. Ungewöhnlich war der große Durchmesser dieser Münze im Gegensatz zu den anderen Wertstücken. Mit der Inflation des Rubels erhöhte sich der Preis 1991 zunächst auf 15 Kopeken. 1992 ging man wieder zu Jetons (anfänglich aus Metall, dann aus Plastik) über, 1999 wurde auf Magnetkarten umgestellt, die wiederum bis 2008 für sämtliche Ticketarten durch Smartcards ersetzt wurden.

Quelle
 
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