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30.06.18, 15:29:58

Prometheus

Ich war seit einiger Zeit nicht mehr in diesem Forum aktiv. Das hängt damit zusammen, dass sich innerhalb der letzten Monate mein gesamtes Bild von Autisten an sich revidiert hat.Ich habe mich sehr viel mit Autismus beschäftigt, da es ein elementarer Bestandteil von mir ist und mein Leben nicht unbedeutend beeinflusst. Der Austausch mit anderen Autisten hat mich jedes mal aufs neue fasziniert, allerdings musste ich feststellen, dass viele Menschen mit ASS ein sehr bruchstückhaftes Bild von Autismus haben, wie ein Arzt der eine Krankheit diagnostiziert, von der er nur den Wikipedia-Artikel kennt, oder noch schlimmer, sie geben sich die Schuld an dem Verhalten ihrer Gesellschaft und empfinden ihr Leben als nicht lebenswert. Als ich noch keinerlei Ahnung hatte, dass soetwas wie Autismus überhaupt existiert,nahm ich es für selbstverständlich, dass meine Mitmenschen genauso wahrnehmen und denken wie ich, weshalb mich die Reaktionen manche Individuen sehr verwirrt und verletzt haben. Autismus war und ist die Erklärung für meine Einzigartigkeit, eine Erklärung, welche ich davor überhaupt nicht für möglich hielt.Ich denke,dass diese Autisten sich so fühlen müssen wie ich damals.Sehr verwirrt und verletzt. Und ich will nicht dass diese Menschen sich dafür die Schuld geben. Ich würde gerne, dass sämtliche Informationen über Autismus unabhängig von Autisten zusammengetragen und für jeden frei verfügbar sein sollten. Das ist unser einziger Weg, gegen Diskriminierung und Ausgrenzung vorzugehen und sie nicht zu ignorieren: Aufklärung. Wenn wir allen unwahren und falschen Vorstellungen nicht entgegenwirken und wegschauen,werden wir uns in einer dystophischen, aber leider realistischen Zukunft wiederfinden, wo unser Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und unsere Meinung ebenso bedroht ist wie das vieler Minderheiten in dem dunkelsten Abschnitt der Geschichte unseres Landes...
 
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