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Thema: Autismus Diagnose (http://autismus.ra.unen.de/topic.php?id=2732)


Geschrieben von: Mimi am: 26.05.09, 18:49:33
Eine Diagnose ist sehr hilfreich. Ich kann mich nun besser einschätzen. Ich habe meine eigene Welt, und bin nicht mehr abhängig von den Erlebnissen die ich in der Welt der sog. Normalos machen mußte. Erlebnisse immer zu meinen Ungunsten, das sich nicht Verhalten können, nicht wissen wie man Freundschaften schließt und ein nie enden wollender Leidensdruck.
Nun bin ich befreit, ich bin ich, habe etwas ganz Eigenes, das nur mir gehört.


Geschrieben von: Bluna am: 26.05.09, 19:16:50
An Mimi:
Wie konnte dich die Diagnose von alldem befreien ?
Inwiefern hat sie dir zu einer anderen besseren Einschätzung deiner Selbst verholfen?
War es eine Identifikationsmöglichkeit,oder was meinst du?


Geschrieben von: Mimi am: 26.05.09, 20:42:43
An Bluna:
Ich habe erkannt, das es einen Grund gibt, weshalb ich so anders bin als andere. Ich muß mich nicht mehr schlecht fühlen, weil ich ständig Peinlichkeiten erlebe, und meine Umwelt dementsprechend darauf reagiert.
Das hat mich befreit. Das jetzt alles einen Namen hat, und ich nicht doof bin, wie ich immer von mir dachte. Und das es viele Menschen gibt, denen es auch so ergeht im Leben.
Mein Leben war ein endloser Kampf. Viel Leiden, viel nicht verstehen,
mit Vorurteilen belegt werden, beschimpft werden, und ausgegrenzt zu werden.
Nun bin ich zufrieden, weil ich weiß das "Autismus" einen Menschen nicht schlechter macht als andere. Im Gegenteil: Ich will gar nicht mehr zu den Normalos gehören.


Geschrieben von: zoccoly am: 26.05.09, 20:52:30
Bei mir war es ähnlich, viele Sachen die einzeln keinen Sinn ergaben, die ich verändern wollte, mich bemühte und doch nicht erreichte und dann hat sich alles zusammengefügt.
Schön, dass du es so siehst freuen


Geschrieben von: 55555 am: 26.05.09, 20:54:04
Also meinst du nicht so sehr die Diagnose, sondern das Wissen um den Archetyp Autismus, der in deinem Leben einiges viel besser zu erklären hilft? Diese Erkenntnis haben auch Leute, die keine Diagnose anstreben. Die Diagnose bringt ja auch rechtliche Nachteile.


Geschrieben von: Bluna am: 26.05.09, 20:59:24
Das ist gut.Mir ist es auch so gegangen,dass ich dachte ich sei zu dumm für die einfachsten Dinge,die wie ich beobachtete Anderen soo leicht "von der Hand" gingen.
Auf der anderen Seite hat sich das so gar nicht mit meinem Selbstverständnis vereinbaren lassen und erst durch den Autismus einen Sinn ergeben.
Gewöhnliche gibts ja oft,wäre ja schade,wenn es nichts Anderes gäbe.


Geschrieben von: Mimi am: 27.05.09, 12:15:30
Trotz aller Zufriedenheit bleibt das Leben ein alltäglicher Kampf. Da mach ich mir auch keine Illusionen.
Ich versuche gezielt an mir zu arbeiten, aber nur für mich, nicht mehr für andere, oder um anderen zu gefallen.
Es ist eine ganz eigene Herausforderung, mit Autismus umzugehen und zu leben.
Bin überigens verheiratet, und habe eine kleine 4 jährige Tochter.
Dazu noch eine 26 jährige Tochter, und einen Sohn der mit 23 Jahren tödlich verunglückt ist.


Geschrieben von: Hans am: 28.05.09, 07:05:04
@Mimi
könntest Du von Deinen Töchtern sagen, daß sie auch zum Spektrum gehören?
Ist das "anders sein" in Deiner Familie eine Selbstverständlichkeit?


Geschrieben von: Mimi am: 28.05.09, 13:50:27
Meine älteste Tochter hat mit aller Sicherheit auch "Autismus." Bei ihr sieht man es auch sofort, das etwas nicht O.K. ist.
Meine kleine Tochter ist O.K., aber meine Mutter ist stark betroffen. Sie und meine große Tochter liegen mit Sicherheit im gleichen Spektrum.


Geschrieben von: Hans am: 29.05.09, 03:25:15
Meine Mutter hat unabhängig von mir(quasi geheim)Bücher über Autismus gelesen, und mir, nachdem ich ihr was von meinem Autismus erzählt habe,
was von ihrem Autismus erzählt.
Da war ich erleichtert.


Geschrieben von: Gast am: 29.05.09, 10:08:33
Zitat von 55555:
Die Diagnose bringt ja auch rechtliche Nachteile.


Welche ?


Geschrieben von: Mimi am: 29.05.09, 11:29:09
Das mit Deiner Mutter ist ja interessant.
Ich muß echt schmunzeln, wenn ich das lese.
Kann mir vorstellen wie erleichtert Du warst.
Wie kommt Deine Mutter mit ihrem Autismus klar??
Meine Mutter will gar nicht wissen was das ist, es ist für mich O.K.