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Autor Nachricht
Viktor
(stillgelegt)

Zitat von MeinZoo1982:


Soll ich immer extra fuer ihn kochen und es akzeptieren dass er nur 4-5 Dinge ist (welche nicht besonders gesund sind - das waeren Pizza, Pommes und Chicken Nuggets, er isst meist gruene Bohnen (aber auch nicht immer), Kaeseueberbackene Nudeln und das war's so ziemlich. An Obst ist er sehr gerne Mandarinen - aber nur aus der Dose die gezuckerten - und Apfel. Das war's. Ach ja und jegliche Form von Wurst).

Wir koennen ein und denselben 'Frass' aber auch nicht mehr sehen.



Hallo gute Frau, ich bin Mitte 30 und esse fast immer dasselbe seitdem ich lebe, ab und an hab ich mir etwas mehr antrainiert, allerdings esse ich dann trotzdem wochen- bis monatelang ein und dasselbe.

Und wenn mein Partner minimal etwas verändert hat an einem Standard, ohne es mir zu sagen, gibts Stunk, weil in meinem Mund es wie Gift schmeckt und der Partner jedesmal wieder erstaunt ist, das ich beispielsweise eine einzige Olive klitzeklein gehackt irgendwo eingebudelt, trotzdem sofort rausschmecke.

So kocht er sich separat etwas anderes

Am schlimmsten finde ich, das "Normalos" diverses Essen vermischen und nicht den Giftgeschmack haben.

Meine Diagnose: Borderperger :D

--

[Stillgelegtes altes Konto von NoDesign, mfg [55555]]
16.04.09, 20:45:33
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MeinZoo1982
(Standard)

Oh ich danke Euch allen so sehr fuer Eure Beitraege. Es loest sehr viel mehr Verstaendnis in mir aus und irgendwie auch ein gewisser Schock, dass ich vorher so vieles 'erzwingen' wollte. Er ist mit seinen 4 1/2 zu klein, um es mir auszudruecken, dass es wie Gift schmeckt und Brechreiz ausloest. Ich habe nur heute die kullernden Traenen gesehen und hatte 100.000 Fragezeichen ueber meinem Hirn, bis ich dann all Eure Antworten las.

Zu Viktor. Vermischt habe ich gluecklicherweise noch nie etwas. Das habe ich auch schon gehoert, dass man das machen soll. Aus unerklaerlichen Gruenden scheinen Autisten keine Mangelerscheinungen zu bekommen, auch wenn sie nur ein und dasselbe essen. Bei uns normalos wuerde das naemlich sofort zu Mangelerscheinungen fuehren. Mein Kleiner ist auch selten krank muss ich sagen. Also es scheint ein ganz besonderes und super starkes Immunsystem in Euch zu stecken. Viktor, ich lese ein bisschen heraus, dass Du Dich evtl. etwas angegriffen fuehltest? Das war nicht in meinem Sinn und falls es so ist tut es mir leid. Ich suchte nur nach Tipps und Ratschlaegen. Und die scheine ich hier zu grossem Masse in sehr qualitativer Menge zu bekommen.

Zu der Frage, welche US-Einrichtung das ist - mein Mann ist im US-Militaer - das sind dann Schulen, die auf den Militaerseinrichtungen sind. In Amerika wird es eigentlich schon viel integriert... hatte ich bisher den Eindruck. ABER was die Kultur angeht - Ja, ich denke es ist ein staerkeres Problem in den USA, dass diese Kultur immer auf eine gewissen Norm achtet. Das geht mir schon sehr auf den Sack. Wenn ein Kind mit 3 noch nicht ohne Windeln ist ist es dann auch gleich von Kindergaertnerinnen als 'delayed' (also nicht altersentsprechend) eingestuft und es wird Druck gemacht. So'n Quatsch. Jeder kommt aus den Windeln eines Tages. Genauso bei meinem Aelteren - er fing jetzt erstes Schuljahr an und wir denken, dass es fuer ihn besser ist, wenn er es einfach noch einmal macht, weil er nicht besonders selbstbewusst ist und sich in vielem sehr schwer tut, weil er viel mit Angst und Nervositaet zu tun hat. Die Lehrerin meint aber, dass es seinem Selbstbewusstsein schaden koenne, weil er dann der Aelteste waere und so'n Quatsch. Kaese - ich keine meine KInder besser und ich weiss, dass es ihn aufbaut, wenn er der Aelteste ist und die Kinder ihn eher bewundern als den Aeltesten. Die Lehrerin sorgte sich darum, dass er dann aber doch schon ein Jahr aelter ist, wenn er in die naechste Klasse ein Jahr spaeter kommt und das sei nicht das Norm-Alter. Und? Dann ist er eben nicht im Normalter, dafuer aber gluecklich und bereit. Er selber will auch gar nicht in die naechste Klasse.

Diesen ganzen Norm-Kaese. Ich hatte bisher noch null Erfahrungen mit Autismus in Deutschland gemacht, deshalb weiss ich gar nicht, ob das hier dann anders und besser ist fuer Betroffene... Aber moeglicherweise schon. Bringt mir allerdings nichts, wir ziehen in spaetestens 2-4 Jahren wieder zurueck in die USA....

Noch einmal herzliches Danke schoen an alle. Es staerkt mich sehr! Und gestaerkter kann ich auch staerker fuer ihn da sein.
16.04.09, 21:26:03
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zoccoly
(Autistenbereich)

Vielleicht kannst du uns die Schule etwas genauer vorstellen.
Wie viele Kinder werden ca. in der Klasse sein?
Nach welchem Konzept arbeitet die Schule?
Die Zeit von 8.00-15.00 Uhr ist ja für solch einen Kleinen auch sehr lang. Was passiert nach dem Unterricht bis 15.00Uhr?

stillgelegt
16.04.09, 21:28:11
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Autisten gibt es in der Menscheit schon lange. Sie haben ihren Platz innerhalb der menschlichen Vielfalt. Daher kann es gut sein, daß sie an einseitige Ernährung, etc. auch biologisch mehr angepasst sind.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
16.04.09, 22:48:18
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MeinZoo1982
(Standard)

Zitat von zoccoly:
Vielleicht kannst du uns die Schule etwas genauer vorstellen.
Wie viele Kinder werden ca. in der Klasse sein?
Nach welchem Konzept arbeitet die Schule?
Die Zeit von 8.00-15.00 Uhr ist ja für solch einen Kleinen auch sehr lang. Was passiert nach dem Unterricht bis 15.00Uhr?


In der Klasse sind meist so um die 25 Kinder. Da ich selber nie im amerikanischen Schulsystem war, kann ich ueber das Konzept keine Detailaussagen machen. Ich weiss, dass Unterricht von 8.00 - 15.00 ist. Hier bei der Schule ist Mittagessen bereits frueh um 10.30. Es gibt Pausen, wo die Kinder entweder im Klassenzimmer spielen (Spielzeug ist dort in verschiedenen Ecken) oder draussen auf dem Spielplatz. Das ist glaube ich dann 30 Minuten oder so? Keine Ahnung. Es gibt auch eine 'quiet time' wo sie sich alle um die Mittagszeit zur Ruhe legen muessen um ein bisschen auszuruhen und bevor es nach Hause geht, gibt es noch einen Snack fuer alle. Meist handhaben die Lehrer das so, dass immer ein Elternteil fuer die ganze Klasse einen Snack mitbringt. Da koennte ich ihm einfach etwas extra mitgeben jeden Tag, das waere nicht das Problem.

Wie der Tag genau strukturiert it weiss ich nicht, aber es sind immer jeden gewissen Tag dieselben Dinge, soviel ich weiss. Montags is z. B. immer Buecherei-Tag, da gehen sie in die Buecherei. Dienstags ist Sport in der Halle oder draussen. Mittwochs Musik etc... Das sind dann die besonderen Aktivitaeten die irgendwann vormittags gemacht werden. Ansonsten haben sie verschiedene Aktivitaeten. Ich glaube es gibt so etwas was sich 'Center' nennt, wo es verschiedene Stationen an Tischen mit verschiedenen Aufgaben gibt und die Kinder wandern in Gruppen von Tisch zu Tisch fuer eine gewisse Zeit, wo sie dann mal was auschneiden, mal was Kleben, mal was malen etc. muessen.

Ich mache mir in sofern Gedanken, wie es ihm ergehen wird, wenn er die Dinge so machen soll, wie sie dort verlangt werden. Er ist ein sehr helles Koepfchen, kann mit seinen 4 bereits Happy Birthday buchstabieren und auch selber schreiben - sehr viele Woerter kann er schon buchstabieren und schreiben. Nur wenn er schreibt, moechte er SEINE Woerter schreiben und nicht die, die man ihm vorgeben wird.

Wie erging es Euch in der Schule, wenn Aufgaben gestellt wurden. Was hat Euch geholfen, diese auch zu befolgen? Ich weiss, dass Autismus sehr komplex ist und bei jedem so verschieden sein kann. Vielleicht waren solche Dinge kein Problem fuer Euch. Mein Kleiner moechte den ganzen Tag Buchstaben und Nummern haben und nichts anderes und es ist sehr hart fuer ihn, wenn er seine Buchstaben mal weglegen muss. Und die wird es im Klassenraum nur zu genuege geben zz-freuen Dafuer ist er darin aber auch extrem stark und wirklich ein Genie zz-freuen Ich mache mir Sorgen, dass ihn andere aergern werden...

Wie erging es Euch damit? Was kann ich tun, um ihn in allem zu unterstuetzen?

Ich danke Euch!!
17.04.09, 10:28:43
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Viktor
(stillgelegt)

Hallo gute Frau - dieser Satz war es wohl zwinkern , der dich iritierte. Nein bei mir ist alles OK, war nicht angegriffen,
wollte eher verdeutlichen, das ungewolltes Essen jemanden aufzwingen viel Stress bedeuten kann, den kein Mensch braucht.

Ich sehe mich allerdings nicht als 100% Autist, diesen "Tick" haben mehrere und ich bekam Mangelerscheinungen, bekomme dann Krampfattacken in die Beine zum Beispiel und bin seit dem 4. Lebensjahr Dauerkrank, immer was neues. Mein Psychologe meinte, das es organische Gruende haben kann, das man es wie Gift schmeckt oder vom Gehirn gesteuert wird.

Wenn Dein Kleiner es wie Gift empfinden wuerde, dann wuerde er es 100% ausspucken.

Meine Diagnose: Borderperger :D

--

[Stillgelegtes altes Konto von NoDesign, mfg [55555]]
17.04.09, 10:46:16
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zoccoly
(Autistenbereich)

geändert von: zoccoly - 17.04.09, 11:23:24

Ich möchte dich nicht beunruhigen, aber für mich hört es sich nicht so super an.
Ich schreib dir mal wie ich zur Schule gegangen bin und dann von meinem Sohn, vielleicht kannst du ja daraus was erkennen.
In meiner Klasse waren 16 Schüler, unsere Schule war abgelegen
und wir hatten einen großen Pausenhof im Wald. In der 1. Klasse hatte ich glaube ich maximal 4h und ich konnte mittags nach Hause. Damals gab es noch nicht so was wie Freiarbeitszeiten oder Gruppenarbeiten, auch keinen Stationsbetrieb, sondern einen sehr ruhigen, konzentrierten Unterricht. Ich hatte kaum Probleme.
Mein Sohn hatte immer am Montag so was wie einen Morgenkreis, dort sollten alle Kinder vom Wochenende berichten. In seine Klasse gingen immer weit über 20 Schüler. Ich saß nicht mit im Unterricht, aber nach seinen Aussagen, soll es oftmals sehr unruhig gewesen sein. Mit Lehrern kam er des öfteren nicht zurecht, da seine Sicht auf bestimmte Dinge (Lösungsansätze oder auch Meinungen) nicht gefragt waren. Das spiegelte sich dann auch in den Leistungen wieder. Wir haben mehrfach die Schule gewechselt.
Für ihn war es immer wichtig, dass es klein, überschaubar, sehr ruhig war und das ungewöhnliche Strategien akzeptiert wurden.

stillgelegt
17.04.09, 10:54:41
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arlette
(Autistenbereich)

Zitat von MeinZoo1982:
Soll ich immer extra fuer ihn kochen und es akzeptieren dass er nur 4-5 Dinge ist

ja, habe ich so gemacht und gewartet, ob sich der speiseplan irgendwann erweitert. sind dann noch wenige dinge dazugekommen.
21.04.09, 17:16:07
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NA66Love
(Nur rote Bereiche)

Ich esse in der Woche auch nur 3 bis 4 verschiedene Gerichte. Bei einem weiteren gehts mir richtig elend, wie Seekrank.

LG
NA66LOVE
06.11.17, 03:44:45
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Antares
(White Unicorn)

Ich ernähre mich auch gut und gern einseitig. Mangelerscheinungen hatte ich dadurch nie.

Das Einzige das bei mir einen Eisenmangel hervor rief war der Versuch "gesund und vegetarisch" zu leben. Also beschloss ich, dass das nichts für mich ist, so viel verschiedene Kocherei, so aufwändig und dann hat man doch wieder was verpasst.

Seit ich mich wieder relativ einseitig ernähre, ist wieder alles in Ordnung, war es auch in der Schwangerschaft. Mein Körper weiß wohl sehr exakt, was er gerade benötigt und wie viel davon. Eine Ärztin wies mich darauf einmal hin, mit der ich an einem Projekt zusammen gearbeitet hatte, sie war erstaunt über meine Ernährung und Vitalität, hatte dies aber wohl nicht nur bei mir beobachtet. Sie riet den Kindern auch immer dazu auf ihre gesunde Intuition zu hören, denn sie war der festen Überzeugung, dass wir Menschen eigentlich wissen, was uns gut tut und was nicht - wenn es sich nicht um die "reine Schokoladendiät" handelt, wie sie das formulierte.

Ich bin auch sehr froh, dass ich in meiner Kindheit in dieser Art mich zu ernähren unterstützt wurde. Wenn ich sehr viel von etwas aß, wurde auf eine gute Qualität geachtet, da es bei Wochenlang z.B. Milch-Honig-Haferbrei zum Frühstück zwar einseitig wird, aber mit dem entsprechend qualitativ hochwertigen Zutatenmaterial das ja an sich sehr nahrhaft und auch gut für den Körper ist.
06.11.17, 13:57:12
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