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Autor Nachricht
Philippo
(Standard)


Hey Leute,

Ich gehe in die 8. klasse und ich hab in Reli das Thema Autismus.Und dazu hätte ich eine Frage:Wie denken Autisten über Gott bzw. über die Religion??

Ich würde mich sehr über Antworten freuen !!
Gruß philipp:))
14.06.10, 11:52:49
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Um welche Religion geht es (es gibt mehrere)? Was wurde über Autisten bei euch im Unterricht vermittelt? Das würde mich interessieren.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
14.06.10, 12:13:41
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zoccoly
(Autistenbereich)

Ich bin mit Gott und der christlichen Religion nicht sehr verbunden und fühle mich eher vom Buddhismus angesprochen, hätte aber mal eine andere Frage und hoffe, ich mache dir dein Thema nicht kaputt.
Was lernt man denn in Religion über den Autismus?

stillgelegt
14.06.10, 12:16:06
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Hans
(Autistenbereich)

geändert von: Hans - 14.06.10, 12:55:00

Ich wurde schon als Kind mit der "allgemeinen" Meinung konfrontiert,
daß da ein "höheres" Wesen sein soll, das viel mächtiger ist als ein Mensch.
Mir wurde auch erzählt, daß dieses Wesen mich überall sehen kann,
auch im Dunkeln und auf dem Klo.
Das hat man damals allen Kindern eingeredet, damit sie sich beobachtet fühlen und "braver" sind.

Es hat lange gedauert, bis ich diesen anerzogenen "Verfolgungswahn" wieder ablegen konnte.
Mit vierzehn habe ich mit Oberstufen-Schülern über Marx und Lenin diskutiert
und für mich festgestellt. der Lenin hat es noch am besten getroffen:
"Religion ist Opium fürs Volk!"
So habe ich mich aus dem evangelischen Religionsunterricht abgemeldet
und bin ab da in "Ethik" gegangen.
Für mich ist Gott eine menschliche Erfindung, damit das Volk leichter zu gängeln ist.
Die Religion ist das Regelwerk dazu.

Edit: Ach ja, das hätte mich auch noch interessiert,
was man denn im Fach Religion über Autismus lernt.

14.06.10, 12:54:02
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akinoM
(Autist)

geändert von: akinoM - 14.06.10, 14:42:04

Ich bin überzeugter Atheist und glaube an gar nichts, was ich nicht sehen, hören, riechen, fühlen, schmecken oder berechnen kann oder in anderer Form wissenschaftlich bewiesen wird.

Eine monotheistische Religion ist für mich schlichtweg unlogisch. Ich kann auch einfach nicht verstehen, wie denkende Menschen einem sogenannten Gott (egal, ob er nun Gott, JHWH, Elohim oder Allah genannt wird) kritik-, bedenken- und gedankenlos, im Rudel - wie die Lemminge - folgen können, in dessen Namen (Kirche) seit tausenden von Jahren heilige Kriege geführt, geplündert und gemordet wird, Frauen gesteinigt oder im Mittelalter als Hexen verbrannt wurden und heut zu Tage Kinder missbraucht und misshandelt werden ... die keinerlei Kritik und über Jahrhunderte auch keinerlei Wissenschaft duldete.

Edit:
Zitat von zoccoly:
...Was lernt man denn in Religion über den Autismus?


Dieser Frage schließe ich mich an. Die Antwort hierauf würde auch mich sehr interessieren.
14.06.10, 12:56:40
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat von Hans:
der Lenin hat es noch am besten getroffen:
"Religion ist Opium fürs Volk!"

Mir ist bekannt, daß dieses oft bekannten Kommunisten zugeschrieben wird, meines Wissens lautet das korrekte Zitat bei Lenin jedoch "Die Religion ist das Opium des Volks".

Als Christ interessiert mich, weswegen eine monotheistische Religion unlogisch sein sollte.

Weiter vermute ich, daß die jüdisch-christliche Religion maßgeblich von Autisten gestaltet wurde (von Moses ist z.B. überliefert, daß er mit dem Sprechen Probleme hatte) und deswegen auch von den Inhalten her autistischem Wesen deutlich mehr entgegenkommt als durchschnittlichen NA. Was dann wieder Menschen im Namen dieses Gottes tun muß mit dem Gott noch lange nicht szu tun haben. Wenn ich in deinem Namen jemanden umbringe würdest du es vermutlich auch nicht angenehm finden damit dann auch noch identifiziert zu werden. Ich denke die christliche Religion funktioniert vielleicht einfach generell nicht, wenn NA-Sozialstrukturen in Kirchen dominierend werden.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
14.06.10, 13:13:48
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akinoM
(Autist)

geändert von: akinoM - 15.06.10, 17:09:26

Zitat von 55555:


Als Christ interessiert mich, weswegen eine monotheistische Religion unlogisch sein sollte...


Unlogisch sind diese Religionen für MICH dahingehend, als das dieser Gott immer männlich beschrieben oder bildlich dargestellt wird und gleichzeitig der Anbeginn alles Lebens sein soll (so DAS was ICH in der Schule davon mitbekommen habe). Das widerspricht sich jedoch in meinen Augen. Denn wer hat diesen Gott geboren? Entweder ist dieser Gott also weiblichen Geschlechts oder er war nicht der Anbeginn alles Lebens.

Das ist aber meine rein persönliche Meinung, die niemand mit mir teilen muss.
14.06.10, 13:42:36
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Bicycle
(Autistenbereich)

Ich hatte es schonmal in einen anderen Thread gesagt gehabt.
Ich glaube daran das Gott in jeden steckt und Gott soviel wie das "Unterbewusstsein" ist.

Was Autismus allerdings mit Religion zu tun hat, find ich komisch.

Jeder Autist hat ein anderes Bild zu Religionen und Gott und sonst was, wie jeder andere Mensch auch.
14.06.10, 14:11:24
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat von akinoM:
Denn wer hat diesen Gott geboren? Entweder ist dieser Gott also weiblichen Geschlechts oder er war nicht der Anbeginn alles Lebens.

Der jüdische Gott wurde zunächst einmal gar nicht dargestellt und es gab sogar ein Verbot dessen. Weiter wird am Anfang der Bibel beschrieben, daß Gott die Menschen nach seinem Bild machte und zwar als Mann und Frau. Es wird weiter beschrieben wie die Frau aus einem Teil Adams geschaffen wurde und der Mann somit auch unvollständig ist. Somit wären Mann und Frau zusammen denke ich am ehesten ein Abbild Gottes, welcher an sich geschlechtslos sein dürfte.

Im übrigen ist ein Schöpfergott, der Menschen aus Lehm macht im Rahmen dieser Logik sicherlich nicht auf sexuelle Fortpflanzung angewiesen.

Das von dir weiterhin angeschnittene Problem des Ursprung allen Seins ist ein allgemeines Problem und bezieht sich nicht nur auf Religionen. So weiß auch die Wissenschaft nicht was vor dem Urknall war oder vielmehr welchen Ursprung dieser hatte.
Zitat:
Das ist aber meine rein persönliche Meinung, die niemand mit mir teilen muss.

Das setze ich voraus.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
14.06.10, 15:08:11
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Morticia
(Autistenbereich)

Nun, Religion ist zunächst etwas, das vom Menschen erschaffen wurde. Entstanden durch das Grundbedürfnis eines jeden Menschen an irgendetwas(egal was) zu glauben. Bezüglich Religion sind für mich vor allem zwei Begriffe von Belang: Manipulation und Schaffenskraft.
Wenn Religion(egal welche) richtig praktiziert wird kann sie unglaublich viel erschaffen: architektonische Meisterwerke, Hilfe für benachteiligte Menschen, Musik, Malerei, sogar Sportarten, Bildung (im Mittelalter).
Religion hat in der Geschichte immer wieder Räume geschaffen in denen sich Menschen begegnen konnten. Zufluchtsorte an denen sich Leute treffen die sich ansonsten im Leben nie begegnen würden.
Wenn Religion falsch praktiziert wird zerstört sie ganze Menschenleben, kann Bildung verunreinigen, verpfuschen und sogar verhindern. Religion manipuliert noch immer Milliarden von Menschen aber sie lassen sich eben auch freiwillig manipulieren.
In der "3. und 4. Welt" hat Religion häufig eine zu starke Position, ist mit zu viel Macht behaftet. Wie wir wissen kann sie ganze Völker ausrotten.
Fazit: Ich halte Religion durchaus für etwas sehr Gefährliches und gehe daher sehr distanziert mit ihr um.
14.06.10, 20:04:48
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat von Morticia:
Entstanden durch das Grundbedürfnis eines jeden Menschen an irgendetwas(egal was) zu glauben.

Für einen rational sauberen Standpunkt würde ich halten die Frage nach der Existenz von Göttern offenzulassen. Du tust es nicht, sondern behauptest gewissermaßen Religion sei ausschließlich durch psychische Prozesse zu erklären und machst dich dadurch in einem Feld beweispflichtig, auf dem ein Beweis sehr schwerfallen dürfte. Woher willst du wissen, daß sich nicht tatsächlich mal ein Gott den Menschen offenbart hat und daraus eine Religion entstand?

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
14.06.10, 20:16:17
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drvaust
(Autistenbereich)

Zitat von Morticia:
Entstanden durch das Grundbedürfnis eines jeden Menschen an irgendetwas(egal was) zu glauben.
Das trifft nicht auf jeden zu. Ich habe kein Bedürfnis, an irgendetwas zu glauben, bin ich kein Mensch?

Zitat von 55555:
Für einen rational sauberen Standpunkt würde ich halten die Frage nach der Existenz von Göttern offenzulassen.
Das sehe ich so, ich bin Agnostiker, es ist (gegenwärtig?) nicht erkennbar.

Zitat von Philippo:
... ich hab in Reli das Thema Autismus.
Was hat Reli mit Autismus zu tun? Kannst Du das mal berichten?
Ich befürchte da falsche Ansichten und Darstellungen, dumme Verleumdungen.
15.06.10, 00:27:37
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