Zitat:
«Im Perry preschool program löst jeder investierte Dollar einen gesellschaftlichen Ertrag von 7 Dollar aus, und zwar in Form von weniger Kriminalität, weniger Sozialhilfeausgaben und höheren individuellen Einkommen», rechnet er vor. Das jährliche Einkommen der Kinder mit Frühförderung auf das Bildungskapital sei 7 bis 10 Prozent höher, während etwa die jährliche Rendite von Börsengeschäften in den USA seit dem zweiten Weltkrieg nur 5,8 Prozent betrage. Frühförderung zahle sich auch viel mehr aus als die gängigen Unterstützungsmassnahmen, etwa Qualifizierungsprogramme von Arbeitslosen, das Verkleinern von Schulklassen oder Nachhilfeunterricht.
In der frühkindlichen Lebensphase werden also entscheidende Weichen für die spätere Wohlfahrt gestellt. Entscheidend ist dafür nicht nur der Erwerb von kognitiven, sondern auch nichtkognitiven Fähigkeiten – auch dies ist eine Erkenntnis aus den amerikanischen Langzeitdaten. Denn der IQ der geförderten Kinder zeigte nur für eine kurze Phase höhere Werte als derjenige der Kontrollkinder. Im Alter von zehn Jahren hatten sich die Kurven wieder angeglichen. Den langfristigen und nachhaltigen Unterschied erzeugten offenbar die nichtkognitiven Fähigkeiten, zum Beispiel Selbstkontrolle, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit oder Motivation.