Zitat:
„In den ersten zwölf Monaten werden
die Kategorien für die Muttersprache schon gebildet“,
erläutert Janet Grijzenhout. Ein Baby hört ganz genau
zu, erkennt die Charakteristika der Muttersprache – deren
typischen Laute, Intonationen und Satzmelodien – und
spezialisiert sich auf dieses Tonsystem.
Lautkontraste, die die eigene Muttersprache nicht verwen-
det, selektiert ein Baby hingegen aus: Fortan „überhört“
es die tonalen Feinheiten fremder Sprachsysteme einfach,
während es für die muttersprachlichen Lautkontraste ein
Feingespür entwickelt. „Wenn ein Kind innerhalb der ers-
ten vier Jahre nicht mit einer anderen Sprache als seiner
Muttersprache konfrontiert wird, wird es für das Kind
später viel schwieriger, seine Lautwahrnehmung umzu-
stellen“, führt Janet Grijzenhout aus. Dies mündet nicht
zuletzt darin, dass es für Erwachsene schwieriger wird,
Fremdsprachen jenseits des vertrauten Lautsystems zu
erlernen.