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Autor Nachricht
55555
(Fettnäpfchendetektor)

Manche Menschen sind "beherrschter" als andere. Wie ist das bei euch? Wenn euch z.B. die Verhaltensweise eines Mitmenschen gegenüber euch nervt, könnt ihr dieses Gefühl des Genervtseins im situativen Kontakt zu diesem Menschen "beiseitelassen" oder könnt ihr das kaum?

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
17.08.13, 11:51:40
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Bicycle
(Autistenbereich)

Ich sage immer das, was mich nervt. Das hatte mir auch in der Schulzeit einige Verweise und Strafarbeiten eingebracht. Beherrschen könnte ich mich zwar rein theoretisch, praktisch gesehen macht es für mich aber keinen Sinn. Das einzige was sich geändert hat, ist die Art wie ich diese Kritik anbringe.
Früher war es mehr über Vorwürfe, heute ist es mehr nach dem Prinzip der gewaltfreien Kommunikation.

Anders ist es bei Charaktereigenschaften die mich bei anderen nerven. Dann weiß ich, dass mich diese Charaktereigenschaft an mir selbst nervt. Das ändere ich, indem ich diese Charaktereigenschaft bei mir selbst akzeptiere, dadurch nervt sie mich auch nicht mehr bei anderen. Da muss ich mich auch nicht beherrschen, das funktioniert quasi automatisch.
17.08.13, 12:51:26
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Bauklotzkönig
(König des Bauteppichs)

Ich spreche aus, was ich denke. Mich "diplomatisch" verhalten, das kann ich nicht. Man sagte mir vor ein paar Jahren mal, ich solle "durch die Blume" (RW, die ich bis dato selbst nicht kannte) kommunizieren. Meine Versuche blieben aber erfolglos. Viele Menschen können meine Ehrlichkeit nicht ertragen.
17.08.13, 13:11:16
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PvdL
(Φιλίππος Φιλύρινος)

Bei mir hängt das von der Tagesform ab.

Der #Sozialdarwinismus kämpft sich zurück an die Spitze gesellschaftlicher Umgangsformen. #Konservativismus katapultiert sich in ungeahnte Höhenflüge. 'konservativ sein' bedeutet jedoch 'stark sein, alles unter Kontrolle haben und Gegner gnadenlos vernichten wollen'. Eine menschlichere Welt hat dieses nicht zur Folge. #Krieg hat immer nur Verlierer. Wir müssen gemeinsam diese #Archaismen überwinden wollen.
17.08.13, 14:10:38
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drvaust
(Autistenbereich)

Zitat von 55555:
... könnt ihr dieses Gefühl des Genervtseins im situativen Kontakt zu diesem Menschen "beiseitelassen" oder könnt ihr das kaum?
Ich kann das kaum 'beiseitelassen', aber ich kann das meistens ignorieren. Mit manchen Leuten kommuniziere ich nur das Notwendige sachlich kurz, ansonsten ignoriere ich diese Leute.
Diplomatisch kann ich mich schlecht verhalten, ich habe zwar viel dazu gelernt und kenne die Theorie, aber das ist mir zuwieder. Ich sage lieber direkt was ich meine, oder schweige.
Ich bin sehr beherrscht und verschlossen, wobei ich in den letzten Jahren, in denen ich nicht mehr so unter Druck stand, viel aufgeschlossener wurde. Aber meine Selbstbeherrschung hat (hohe) Grenzen, danach raste ich aus. Nach einer sehr langen ruhigen beherrschten Zeit bekomme ich plötzlich eine Mordswut.
17.08.13, 15:22:22
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PvdL
(Φιλίππος Φιλύρινος)

geändert von: PvdL - 18.08.13, 01:02:33

Es ist schierig, zu dosieren: Entweder ich gebe es zu erkennen, daß ich genervt bin, oder ich täusche das Gegenteil vor. Ersteres birgt die Gefahr, daß mein gegenüber beleidigt ist; Letzteres birgt die Gefahr, daß ich unter einer für mich belastenden Situation leiden muß, ohne daß mein Gegenüber erfährt, daß ich leide. Es ist also jeweils abzuwägen. Dazu kommt die bereits angedeutete Problematik, daß die Fähigkeit differenziert zu reagieren, von der Tagesform abhängt. Wenn ich bspw. müde bin, kann ich das viel schlechter, als wenn ich ausgeruht bin.

Der #Sozialdarwinismus kämpft sich zurück an die Spitze gesellschaftlicher Umgangsformen. #Konservativismus katapultiert sich in ungeahnte Höhenflüge. 'konservativ sein' bedeutet jedoch 'stark sein, alles unter Kontrolle haben und Gegner gnadenlos vernichten wollen'. Eine menschlichere Welt hat dieses nicht zur Folge. #Krieg hat immer nur Verlierer. Wir müssen gemeinsam diese #Archaismen überwinden wollen.
17.08.13, 16:00:06
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Antika
(Autistenbereich)

Ich kann mich eigentlich gut beherrschen wenn ich von etwas genervt bin.....dennoch kann es aber auch mal vorkommen dass ich irgendwann gereizt reagiere.

Wenn mich aber jemand dauerhaft nervt, fällt es mir jedoch zunehmend schwerer mich zu beherrschen.
Dann kann es auch vorkommen dass ich demjenigen direkt sage dass er mich gerade nervt und ich jetzt meine Ruhe haben möchte.

"Das, was du tust, schreit so laut, dass ich nicht hören kann, was du sagst."

(Sprichwort aus Mosambik)
--------------------------------

"Die Erinnerungen verschönern das Leben, aber das Vergessen allein macht es erträglich."
(Zitat von Honoré de Balzac)
17.08.13, 21:52:57
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Perunica
(Nur rote Bereiche)

Zitat von 55555:
Wie ist das bei euch? Wenn euch z.B. die Verhaltensweise eines Mitmenschen gegenüber euch nervt, könnt ihr dieses Gefühl des Genervtseins im situativen Kontakt zu diesem Menschen "beiseitelassen" oder könnt ihr das kaum?

Das ist von meiner Tagesverfassung abhängig und in welcher Situation ich mich mit den betreffenden Menschen befinde.
Wenn ich beruflich mit "nervenden" Leuten zu tun habe, beherrsche ich mich meist sehr gut.
Wenigstens eine Weile...
Sonst versuche ich solchen Leuten aus dem Weg zu gehen.
Oder ich sage, das ich nicht gut drauf bin u. deswegen mich jetzt genervt fühle.
Das wird meist akzeptiert.
17.08.13, 22:54:27
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feder
(Autistenbereich)

geändert von: feder - 17.08.13, 23:06:20

Ich bilde mir ein, dauerhaft "beherrscht" bleiben und Verhaltensweisen, die mich stören "ignorieren" zu können. Meist bekomme ich nichtmal mit, dass sich jemand mir gegenüber in einer Weise verhält, die ich als nervend wahrnehmen würde, wenn ich denn darauf achtete. Bis ich mich von der Sachebene wegbewege und überhaupt auf irgendwelche Verhaltensweisen bewusst achte, vergeht ziemlich viel Zeit. Die meisten Personen kommen überhaupt nicht in diese unsachliche Kategorie. Und selbst wenn ich etwas potentiell nervendes wahrnehme, kann ich es bislang problemlos wieder ausblenden.

Als Beherrschtheit betrachte ich es an sich nicht, sondern als Normalzustand.
17.08.13, 23:05:29
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SchwarzeKruemel
(Aspie)

Ich habe oft das Gefühl das viele NT'S am Liebsten belogen werden wollen.Ich bin auch ehrlich und direkt,sage was ich denke.Damit ecke ich oft an.
18.08.13, 12:05:35
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Bei dieser Eröffnung dachte ich mehr an die "Fähigkeit" sozusagen in manchen Situationen von der generellen Haltung zu einer Person zu dissoziieren und mit dieser dann situativ umzugehen als sei es eine andere Person oder so ähnlich. Vielleicht gelingt es mir noch das besser zu beschreiben.

Es ging mir weniger um verbale Ehrlichkeit, vielleicht aber schon auch um verbale Äußerungen, wenn etwas in einer Situation eigentlich gar kein Thema sein müßte, man das aber "unbeherrscht" doch mitteilen muß, weil es einen so bewegt oder dergleichen mehr.
Zitat von Bicycle:
Anders ist es bei Charaktereigenschaften die mich bei anderen nerven. Dann weiß ich, dass mich diese Charaktereigenschaft an mir selbst nervt.

Ja, das sehe ich ähnlich, was den Zusammenhang zwischen Abneigung von Eigenschaften anderer und Selbstdisziplinierung angeht. Eigenschaften, die man an sich selbst nicht mag versucht man an sich zu ändern und hat dies als Thema viel eher im Bewußtsein, weil man darauf achtet. Nun ist es aber schon so, da ich manche Eigenheiten auch gar nicht gut finden will, z.B. Unpünktlichkeit.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
18.08.13, 18:57:51
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hjqsra
(Standard)

geändert von: hjqsra - 13.09.19, 10:29:52

Ich glaub bei mir kommt es darauf an, wie stark oder un/zusammenhängend dieser Reiz bei mir in den Fokus tritt und welchen Punkt er bei mir trifft. Z. B. ist außen viel herum, bin ich zu überflutet, um den nervigen Reiz voll aufzunehmen. Wobei ich mich dann meist hinterher ärgere, nicht gesagt haben zu können dagegen. Wobei eine solche Situation dann auch zu impulsiven Affekten in der Summe bei mir beitragen kann, gerade, wenn es um das Thema generelle Gerechtigkeit geht, beispielsweise jemand haut seinen Hund auf der Straße. Dann bin ich sofort außer Rand und Band, wie mich keiner kannte. Meist ist mein Umfeld dann völlig erschocken über mich oder irritiert, weil ich meine Affekte auch untypisch äußere.
Wenn ich wütend bin, spreche ich immer noch leise, jedoch mit prägnantem, krähigem Ton und stechenden Blick. Laut werde ich wirklich nur bei 2 Personen bislang in meinem Leben, - die die mir immer hinterherlaufen, wenn sie wütend sind und oft wütend sind und mich dann permanent anschreien und Antworten von mir erzwingen wollen. Dann ebenfalls begleitet mit Tränen bei Wut oder Zittern. Manchmal halte ich mir dann auch die Ohren zu oder summe vor mich hin um das Geschrei zu übertönen.

Passiv aggressiv (auch in Form von spitzer Zunge / krähiger Sprache) werde ich, wenn ich nicht einordnen kann, ob mein Gegenüber mich bewusst mit etwas provoziert, um das ich schon um Abbitte gebeten habe.

Ansonsten, wenn z. B. jemand Erwachsenes unbekümmert schmatzt, bitte ich den jenigen dies zu unterlassen. Meist im strammen Ton, weil es mich aufregt, dass jemand Erwachsenes in so etwas einfachem sich so rücksichtslos verhält, wobei mir dann hinterher aber meist einfällt, dass die Person das vielleicht einfach nur noch nie gesagt bekam oder weil sie schon lange allein lebte, da nicht mehr drauf geachtet hat und beruhige mich dann innerlich wieder. Es sei denn die Person zeigt kein Interesse daran, dies mind. etwas zu reduzieren, - in dem sie sich dann aufregt, wenn ich sie noch mal bitte. Dann kann sie alleine essen.

Ansonsten kann ich unbeherrscht wirken, wenn ich mir bei Äußerungen nichts gedacht hab, - passiert mir oft ggü. Vorgesetzten. Und meine Fragen finden manche zu frech.

Schockiert abgespalten habe ich mich mal ggü. meiner Schwiegermutter, die bislang die allerschwierigste Person für mich in meinem Leben darstellt (und in den Leben ihrer ihr untergeordneten Familie, die bei ihr alle, bis auf ihr von ihr früher viel abgelehntes mittleres Kind, gehorchen wie ein Hund. Nach dem sie zwei Mal erneut meine hintersten Grenzen übertreten hatte, nach dem sie das schon etliche Male tat und wir mit den Kindern deswegen sogar schon weggezogen waren. Da wusste ich das letzte Mal für einen Moment nicht, was ich nun tun solle, weil jemand Geburtstag hatte, den ich nicht versauen wollte und ich vor meinen Kindern nicht schreien wollte. Auch meine bisherigen Äußerungen nichts gebracht haben, wie man nun sah. Zwischen Abspaltung, fast Explosion und einem Gefühl, als würde mir ein Messer ins Herz gerammt werden, entschloss ich mich dazu erst Mal ruhig zu bleiben und in Ruhe darüber nach zu denken. Wobei ich auch befürchtete, dass die anderen Gäste, die sich ihr stets unterordnen, mir dann auch in den Rücken fallen könnten. Zuvor stand ich gefühlt kurz neben mir / außer mir. Das hab ich auch manchmal bei großer Reizüberflutung bei Unsicherheiten, nur noch nichts so stark gerade in Erinnerung wie da.

Ich hatte ihr dann im Anschluss eine noch ziemlich sachliche Textmitteilung geschickt, in der unmissverständlich klar wurde, dass ich nun bereit wäre, den Kontakt zwischen ihr und den Kindern zu unterbinden, sollte so was noch ein Mal vor kommen.
Bislang kam noch nichts wieder vor, aber sie war bislang auch noch nicht wieder bei uns (sie hat Angst vor Schnellstraßen, hasst ihren Mann und kommt von dem her nur zu Geburtstagen mit ihm zusammen). Und ich hatte sie schon Mal an dem Punkt, wo sie eine Weile zurückschaltete, wenn auch nicht ganz, bis sie bei meiner zweiten Schwangerschaft dann dachte, dass ich nun auf sie angewiesen wäre. Ich glaub auch, dass sie mehr Interesse an mir hat, als an den Kindern. Was genauso bei den anderen beiden Personen der Fall zu sein scheint, die mich bis heute ständig provozieren, in der Hoffnung so meine Bestätigung zu erhalten.

Ansonsten kann ich je nach dem 5e auch mal gerade sein lassen, auch wenn ich dann innerlich fast platze. Da ich versuche, wo ich kann, meinen Mitlebewesen auf einem Mischweg entgegen zu kommen und etwas weniger exzessiv in manchem zu sein.
13.09.19, 10:21:37
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