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Autor Nachricht
55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat:
Eine britische Studie habe gezeigt, dass verschleierte Frauen ein positiveres Körpergefühl und weniger Angst hätten, äußerlich nicht zu genügen.

[...]

Es ist eigenartig: Gespräche über Tanz, Sex und Wein schaffen Distanz - zu verschieden sind die Kulturen, die Ansichten. Angst, Schmerz und Verletzung dagegen bringen uns einander näher.

Quelle
Zitat:
Eine Top-Personalmanagerin der Deutsche Bahn AG sucht offenbar gezielt Führungskräfte mit psychischen Störungen. Auf der Schulungskonferenz einer Schweizer Unternehmensberatung erklärte Ursula Schütze-Kreilkamp, seit zwei Jahren bei dem Staatskonzern für die Rekrutierung von Managern verantwortlich, dass sie für die Bereiche Finanzen, Controlling und Compliance "gerne Zwanghafte" einstelle, "gerne mit einer schönen Angststörung". (Diese Meldung lesen Sie auch hier im neuen SPIEGEL.)

Diese Mitarbeiter, sagte sie lässig, seien "super pedantisch" und könnten "dann die ganze Nacht nicht schlafen, weil die Zahlen nicht stimmen". Wenn diese Zwangscharaktere sich auch noch an ethische Grundsätze hielten, dann, so verriet die DB-Personalerin ihren Zuhörern, "sind Sie King Louie. Sie haben immer tolle Budgets und es gibt wenig Ärger".

Nur die Risikobetrachtung künftiger Geschäftszweige dürfte man angstgestörten Managern nicht allein überlassen: "Da müssen Sie einen Risikofreudigen haben und den eng an den Zwanghaften anbinden. Dann klappt das."

Quelle

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
14.12.14, 17:06:57
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Tarantula
(Nur rote Bereiche)

geändert von: [55555] - 14.12.14, 19:26:03

Zitat:
Eine Top-Personalmanagerin der Deutsche Bahn AG sucht offenbar gezielt Führungskräfte mit psychischen Störungen.

[Komplettzitat Zitat 2 des Vorbeitrags gekürzt, mfg [55555]]

Das ist aber nicht gut... Zwangsstörungen lassen sich therapieren und oft leiden doch die Patienten an ihren Zwängen... Das würde ja der Therapie widersprechen. Statt zu lernen, Zwänge auszuhalten, wird man noch dafür belohnt. Dabei breiten sich Zwänge doch auch gerne schleichend immer weiter aus... Au Backe...
Der nächste Schritt wäre, abteilungs- und aufgabenspezifisch bei Mitarbeitern psychische Störungen zu generieren...
Das sollten lieber Autisten übernehmen, die gerne pedantisch sind. Gerade der Deutschen Bank täte übrigens jemand gut, der ethische Werte mitbringt und vermittelt... Wie viele Häuser hatte die DB doch gleich wieder zwangsräumen lassen?
Wie viele Klagen laufen da derzeit gegen die Deutsche Bank? lachen

Klar, Ängstliche lassen sich gut steuern, widersprechen nicht... Aber das finde ich pervers... Unethisch, sozusagen...
Ich weiß auch gar nicht, was man mit ethischen Grundsätzen soll, wenn man wissentlich hochbrisante Finanzprodukte zusammenstrickt, bei denen man bereits vor dem Verkauf befürchtet, dass der Markt völlig zusammenbricht...
Da braucht man eher ein paar Dissoziale...

Die Deutsche Bank wird doch inzwischen als Rechtsabteilung mit angeschlossener Bank bezeichnet... lachen lachen
14.12.14, 17:47:48
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat von Tarantula:
Das ist aber nicht gut... Zwangsstörungen lassen sich therapieren und oft leiden doch die Patienten an ihren Zwängen... Das würde ja der Therapie widersprechen. Statt zu lernen, Zwänge auszuhalten, wird man noch dafür belohnt. Dabei breiten sich Zwänge doch auch gerne schleichend immer weiter aus... Au Backe...

Oder handelt es sich hier vielmehr eher um Eigenschaften der menschlichen Vielfalt, die diffamiert werden? Ist es nicht gegen Inklusion gerichtet, wenn persönliche Fähigkeiten im Personalmanagement zu nutzen so verdreht wird als würde man diese Leute ausnutzen?

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
14.12.14, 18:58:45
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Tarantula
(Nur rote Bereiche)

geändert von: [55555] - 14.12.14, 19:22:55

[Komplettzitat Vorbeitrag mit zwei Zitatebenen gelöscht, mfg [55555]]

Das ist schwierig... Bei mir liegt beides vor... Und die Zwänge empfinde ich als belastend...
10 mal nacheinander Aschenbecher, Steckdosen, etc. kontrollieren, immer mit der Angst, nicht richtig hingesehen zu haben, davon wird man wahnsinnig. Wenn das therapiert werden kann, sofort!
Detailverliebtheit, die nicht auf Angst beruht, ist da ganz anders...
Je mehr man diesen Zwängen aber nachgibt, desto schlimmer werden sie, bis man seinen eigenen Augen nicht mehr glaubt... Das ist sehr unangenehm...
14.12.14, 19:05:45
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Fundevogel
(Angehörigenbereich)

Es ist ja mittlerweile fast üblich, Fähigkeiten von Minderheiten als "Störung" zu bezeichnen.

Wahrscheinlich meint die Personalmanagerin Leute mit besonderen Talenten und ihr fehlten einfach die Worte für eine positive Darstellung.

Ob man dieses Wortdesaster als eine Wortfindungsstörung diagnostizieren sollte?;)

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. (Johannes 8.12).
Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. (Markus 4.21) (Lukas 8.16)
14.12.14, 19:47:14
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Was du andeutest sehe ich als tatsächlichen Kontrollzwang an. Oft wird "Zwang" jedoch falsch verwendet. Oben ging es um "Zwanghaftigkeit", was wohl etwas anderes meinte, das mehr Richtung fest verankerter Gewissenhaftigkeit geht.

Was das, was du als Zwang schilderst wird auch seine Hintergründe haben. Solche klassischen Kontrollzwänge legen ja nahe, daß da jemand emotional vielleicht nicht so recht bei der Sache ist, weswegen das Gefühl für das was eben grade war verwischt. Auch das kann auf gewisse Überlastungen zurückgehen.

Schwierig ist, wenn eine "Zwanghaftigkeit" für eine Tätigkeit günstig wirkt. Aber schwierige Themen sind oft die interessantesten. Ich denke ja, daß diese Wertungen allgemein weitgehende Fehlentwicklung sind, die eine realistische Einschätzung unserer Welt erschweren.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
14.12.14, 20:07:04
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Tarantula
(Nur rote Bereiche)

geändert von: Tarantula - 14.12.14, 20:15:32

Zitat von Fundevogel:

Ob man dieses Wortdesaster als eine Wortfindungsstörung diagnostizieren sollte?;)


lachen Das ist aber dann auch eine F-Diagnose...

@[55555]
Ich werde mein Zitierverhalten verbessern... Es liegt auch am kleinen Retina-Display... traurig

Und meinen Konzentrationsproblemen ist es zu verdanken, dass ich Deutsche Bahn zur Deutschen Bank erklärt habe... lachen traurig
14.12.14, 20:10:14
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Keine Angst. ;)

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
14.12.14, 22:31:56
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Tarantula
(Nur rote Bereiche)

Zitat von 55555:
Was du andeutest sehe ich als tatsächlichen Kontrollzwang an. Oft wird "Zwang" jedoch falsch verwendet. Oben ging es um "Zwanghaftigkeit", was wohl etwas anderes meinte, das mehr Richtung fest verankerter Gewissenhaftigkeit geht.

Was das, was du als Zwang schilderst wird auch seine Hintergründe haben.


Ja, diesen Zwang habe ich einem Brand zu verdanken, bei dem ein Teil meiner Familie ums Leben kam.
Mit solchen Ängsten zu spielen ("gerne mit einer schönen Angststörung") halte ich für weniger gut... So schön ist ja eine Angststörung nicht...
Eine besondere Gewissenhaftigkeit zu nutzen ist ja durchaus gut. Diese sollte aber doch nichts mit Angst zu tun haben...
Auch für Unternehmen ist das von Vorteil, nicht nur für den Gewissenhaften...
14.12.14, 22:34:42
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drvaust
(Autistenbereich)

Das "... Zwanghafte ... mit einer schönen Angststörung" kann da aber auch problematisch werden. Ich hatte mal erlebt, daß der Hauptbuchhalter, wegen 2 Pfennigen Differenz in der Jahresabrechnung, mehrere Mitarbeiter tagelang suchen ließ. Der Betriebsdirektor stoppte das sofort, die Suche nach 2 Pfennigen hatte bis dahin schon 2000 Mark gekostet.

Jemanden wegen seiner Ängstlichkeit einzustellen, finde ich menschenverachtend. Angst ist nicht angenehm. Das ist so, als würde man einen Schreckhaften als Warnposten einstellen 'Sie schreien so schön laut, wenn sie erschrecken.'.

Die DBAG sollte besser Leute aus den eigenen Betrieben an die Spitze setzen. Die wissen wenigsten, worum es geht und wie eine Eisenbahn funktioniert.
14.12.14, 23:44:33
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

2 Pfennige Differenz deuten auf einen Fehler hin, der theoretisch auch ganz andere Dimensionen haben kann.

Ich halte Ängstlichkeit für einen gesunden Charakterzug. Ich finde es wie erwähnt gefährlich, wenn hier Eigenschaften abgewertet werden. Da fängt die Exklusion an. Die Frau von der DBAG sollte für ihre Einstellungspolitik belobigt werden.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
15.12.14, 00:59:41
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Tarantula
(Nur rote Bereiche)

Zitat:

Das Verfahren der Exposition, auch Konfrontationstherapie genannt, gilt heute als der zentrale Therapiebaustein in der Behandlung von Zwangsstörungen. Bei der Exposition soll der Patient ermutigt werden, Situationen aufzusuchen, die in ihm negative Gefühle und daraus resultierende Zwangshandlungen hervorrufen. Anschließend soll er dem Drang, neutralisierende Zwangshandlungen auszuüben, widerstehen. Das Ziel für den Patienten ist zu erleben, dass die während der Konfrontation auftretenden unangenehmen Gefühle wie z.B. Anspannung, Angst, Ekel, Zweifel und ähnliches ohne Vermeidungsrituale zu bewältigen sind.

Wie aus etwas Normalem eine Zwangsstörung wird.
Zwangsstörungen entstehen bzw. werden durch zwei aufeinanderfolgende Schritte aufrechterhalten: Im ersten Schritt wird ein ursprünglich neutraler Reiz z.B. Schmutz an einen aversiven Reiz z.B. Trennungskonflikt gekoppelt (Klassische Konditionierung). Die ursprünglich neutrale Situation wird nun zum Gefahrensignal und im zweiten Schritt konsequent gemieden. Durch die Vermeidung wird das Gefühl der Gefahr reduziert (instrumentelle Konditionierung) und gleichzeitig die Erfahrung verhindert, dass die unangenehmen Gefühle auf andere Art und Weise bewältigbar sind. Durch zusätzliche falsch laufende kognitive Bewertungsprozesse werden die Zwangsbefürchtungen auf immer weitere Situationen ausgeweitet und der Handlungsspielraum der Betroffenen mehr und mehr eingeschränkt.
Quelle

Wenn es wirklich unproblematische 'Eigenschaften' sind, die man beruflich nutzen kann, finde ich es gut, das auch zu tun.
Bei wirklichen Zwängen, wenn sie der Vermeidung von Angst dienen, ist das kontraproduktiv. Man kann sich in solchen Zwängen völlig verlieren. Statt diese Zwänge auszuleben ist in der Therapie das Gegenteil angezeigt, nämlich diesen Zwängen zu widerstehen... Sonst breiten sie sich immer weiter aus... Vielleicht sind es einfach wirklich die Begriffe, die im Artikel verwendet werden, die mich etwas stören.

Inklusion wäre in einem solchen Fall für mich, dem Betroffenen eine Stelle anzubieten, in der er nicht sein Problem noch verschlimmert, sondern wo man Rücksicht darauf nimmt. Bei einem Kontrollzwang wäre es sinnvoll, eine Differenz von 2 cent zu akzeptieren, statt über Stunden danach zu suchen.
Natürlich kann dahinter eine viel größere Summe stecken. Jemand mit einer Zwangsstörung wäre aber eben genau dort am falschen Platz, egal ob es sinnvoll wäre oder nicht, die Differenz zu suchen... Das würde ihn darin bestätigen, dass es sinnvoll ist, 20 oder 30 mal zu kontrollieren. Das steht der Therapie im Weg und ist nicht Inklusion sondern einseitige Ausbeutung einer Erkrankung, die sogar Heilungschancen hätte... Denn ein wahrer Zwang ist nicht angenehm...

Man muss sich auch fragen, wo Inklusion anfängt. Ist es sinnvoll, einen Beinbruch behandeln zu lassen, oder sich einen Job als Produktentwickler bei einem Rollstuhlfabrikanten zu suchen...
Lasse ich eine bakterielle Infektion behandeln, oder arbeite ich damit als Medikamententester...
15.12.14, 03:00:16
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