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Autor Nachricht
55555
(Fettnäpfchendetektor)

Ich fand den Artikel nicht so durchdacht und der Autor wirkt auf mich ein wenig naiv auf mich (was aus meiner Sicht die tatsächliche Problematik trotzdem noch immer verharmlost). Aber es lohnt sich vielleicht doch einmal Ausschnitte zu zitieren, weil er einmal anders ansetzt als solche "Berechnungen" dadurch geradezurücken, daß man darauf hinweist, daß diese "Schäden" aufgrund von Barrieren entstehen.
Zitat:
Neulich im Zug auf dem Weg durch die Niederlande erwies es sich einmal wieder als wichtig, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen: Kurz vorm Aussteigen fiel mein Blick nämlich auf die Zeitung einer Mitreisenden. Dort stand in großen Buchstaben: "Depressionen kosten die Gesellschaft 1,5 Milliarden Euro."

[...]

Laien ist wahrscheinlich nicht klar, wie solche Schätzungen zustande kommen. In der medizinischen Fachliteratur findet man ständig derartige Berechnungen. Vor wenigen Jahren berichteten beispielsweise noch führende Epidemiologen um den Dresdner Professor Hans-Ulrich Wittchen, psychische Störungen würden in der EU jährliche Kosten in Höhe von 277 Milliarden Euro verursachen.

Wenn man seine Ziele auf die politische Agenda setzen oder beim Einwerben von Forschungsmitteln oben auf der Prioritätsliste enden will, dann sind solche Zahlen natürlich von Vorteil.

[...]

Drittens, und am wichtigsten, gehen die Berechnungen aber davon aus, dass jeder von uns die Gesellschaft Geld kostet, sobald er nicht zu 100 Prozent arbeitsfähig ist. Bei diesen "Kosten" geht es natürlich vor allem um Arbeitsausfall. Interessanterweise zählt etwas, das vielleicht erwirtschaftet werden könnte, schon als Verlust, wenn es nicht erwirtschaftet wird (Psychisch Kranke gelten als Kostenfaktor).

Stellen Sie sich einmal vor, Sie kauften mit einem Lotterielos eine Chance auf einen zukünftigen Gewinn von zehn Millionen. Haben Sie dann einen Millionenverlust, wenn das Los eines anderen gezogen wird? Würden Gesundheitsökonomen nicht von einem 100-Prozent-Menschen, sondern realistischerweise nur von einem 95-Prozent- oder gar nur 90-Prozent-Menschen ausgehen, der eben manchmal krank ist und darum nicht arbeiten kann, dann verschwände auch ein Großteil der berechneten "Kosten". Das wäre dann aber schlecht für die PR.

[...]

Wenn ich solche Überschriften lese, dann muss ich jedenfalls an Quellen denken, auf die ich im Zusammenhang mit meinem Interesse am Nationalsozialismus gestoßen bin: Als "unnütze Esser" wurden dort diejenigen stigmatisiert, die vermeintlich nicht mehr produktiv waren. Als "Asoziale" konnten Menschen ins Konzentrationslager gesteckt werden, wenn sie nur ein paarmal zu spät zur Arbeit erschienen oder Anweisungen vom Chef verweigerten.

Dementsprechend war es mehr als nur ungeschickt, als der frühere Arbeitsminister Franz Müntefering noch 2010 die Hartz-IV-Gesetze mit der Aussage verteidigte, "nur wer arbeitet, soll auch essen." Gut, dass man dafür die deutsche Arbeiterpartei hat! Die politisch korrekte "Lösung" in Form von Euthanasie steht in den Niederlanden auch psychisch Kranken zur Verfügung (Euthanasie in den Niederlanden).

Das ist alles leider kein zynischer Scherz, sondern die bittere Realität: eine Realität, in der Menschen durch die Ökonomisierung von Gesellschaft und Gesundheitswesen eben zu Kostenfaktoren reduziert werden. Doppelt bitter ist, dass viele durch eben diese Ökonomisierung überhaupt erst an den Rand gedrängt werden.

[...]

Das ist in einem Staat, in dem die Unantastbarkeit der Menschenwürde an oberster Stelle steht, schlicht nicht möglich. Politische Konstrukte der Verpflichtung und Verantwortung unterlaufen diese Grenze allmählich aber stetig und sind darum bedingungslos abzulehnen.

Diese Gesellschaft ist gemacht; darum kann man sie auch anders machen.

Quelle

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
17.01.17, 11:49:55
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