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Autor Nachricht
RasCherie
(Standard)

Hey,

mein bester Freund hat Down Syndrom, wir lernten uns vor 9 Jahren kennen in einem Internet Cafe, er hat die Gabe sich in ein Normalo umzuwandeln, er hat auch zwei Gesichter, eines wo er zu erkennen ist, als Down Syndrom und das andere, wo er wie ein NT wirkt.

Viele meiner Freunde sind gegen diese Freundschaft, ich hab keine Ahnung wieso? Durch ihn, konnte ich wie jemand mit Down Syndrom äusserlich erscheinen und hab mich so fotografiert und konnte mich so aus gewissen strengen Handhabungen befreien als Profilbild Down Syndrom RasCherie , was dazu führte, das ich wo mein Nazi Freund arbeitet, rausgeschmissen wurde als Kunde, ich bin da nur noch in der ZeitarbeitFirma als Spiegel da und kommuniziere über eine andere Location zu dem Arbeitsplatz meines Patrioten!


Was haben die Leute gegen Down Syndrom? Kann mir das jemand erklären?

So wie Leute Herzen malen "Ich lieb jemanden mit Asperger Syndrom", so male ich Herzen mit "Ich liebe jemanden mit Down Syndrom"


Ich verstehe die Leute nicht, die Down Syndrom mit mir nicht akzeptieren ;(


und Ihr?


LG
RasCherie
03.06.17, 10:23:55
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5H4D0W
(Alien)

Ich habe auch schon einige Menschen mit Down-Syndrom kennen gelernt und fand sie alle sympathisch. Frauen mit DS finde ich oft sogar sehr attraktiv.
Dass viele Menschen negativ reagieren liegt an deren Vorurteilen. Auch wenn alle von der Inklusion reden, so ist sie vor allem im Bereich der sozialen Beziehungen und der Sexualität nicht einmal Ansatzweise erreicht. Es ist noch immer ein Tabu dass es zwischen "Normalen" und "Behinderten" zu Beziehungen kommt. Ich habe es ausprobiert und die selben Erfahrungen gemacht wie du.

Wieso das so ist? Relikte aus der Vergangenheit. Der Gedanke diese Menschen seien weniger gut und dass es besser ist sie zu separieren. Dass es besser ist wenn sie keine Kinder zeugen. Und in der heutigen Zeit - vor allem auch in Bezug auf Menschen mit Down-Syndrom - dass es besser ist sie würden gar nicht geboren werden. Dieser schreckliche "Nazigeist" [Abtreiben weil das Kind nicht "normal" ist] wütet noch immer relativ unreflektiert durch unsere Gesellschaft.

Es ist traurig und keine Hoffnung in Sicht.


PS: Ich tue mir schwer darüber zu schreiben ohne gewisse Begriffe zu verwenden. Wenn ich einen Begriff als unklar ansehe markiere ich ihn mit "Gänsefüßchen". Und auch bei "Down-Syndrom" weiß ich nicht ob das der passende Begriff ist. Es gibt ja noch Trisomie 21. Eine inklusive Gesellschaft würde man IMHO übrigens daran erkennen, dass man all diese Unterscheidungen nicht braucht. Wenn ich also solche Begriffe verwende, dann immer mit dem Bewusstsein, dass sie bereits Teil des diskriminierenden Konstrukts sind. Grundsätzlich sind für mich alle Menschen normal.
17.06.17, 16:38:15
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drvaust
(Autistenbereich)

Zitat von 5H4D0W:
Auch wenn alle von der Inklusion reden, so ist sie vor allem im Bereich der sozialen Beziehungen und der Sexualität nicht einmal Ansatzweise erreicht.
Es ist immer noch ein großer Unterschied zwischen gesellschaftlicher und privater Inklusion.
Die Leute sind für Inklusion, daß gehört sich ja so, das ist ja modern, das muß man ja, .... Aber privat will man nichts mit den Behinderten zu tun haben, die sind ja nicht normal, das kann man doch nicht erwarten. Die Behinderten werden professionell inkludiert, dafür sollten sie dankbar sein, aber privat ausgegrenzt, da will man unter sich sein.
Am besten, wenn sich die Behinderten in Heimen betreuen lassen, das unterstützt man, dafür gibt es ja spezielle Heime. Aber bitte nicht aus den Heimen herauskommen, da stören die, wie die aussehen, wie die sich verhalten, ..., das ist ja beängstigend. Äh, man ist für Inklusien? Heime sind Exklusion, das Gegenteil.

Zitat von 5H4D0W:
Und auch bei "Down-Syndrom" weiß ich nicht ob das der passende Begriff ist. Es gibt ja noch Trisomie 21.
Das ist beides in Ordnung. Das Down-Syndrom wurde nach dem Arzt John Langdon-Down benannt (wie bei Asperger-Syndrom). Trisomie 21 ist die medizinische Ursache, da ist das 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorhanden.
Der Begriff Mongolismus o.ä. ist nicht in Ordnung.

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs völlig ungeniert.
17.06.17, 23:28:08
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Antares
(White Unicorn)

Ich finde v.a. erschreckend, wie wenige Kinder überhaupt noch das Licht der Welt erblicken, wenn ein Trisomie festgestellt wird.

Vor 30-40 Jahren war Inklusion mancherorts in so fern "weiter", dass sie geboren wurden und auch "etwas" gearbeitet haben, wie alle anderen auch, von einem verheirateten Paar weiß ich mit Trisomie21.

Heute gilt es als "ganz was Besonderes" wenn jemand mit Down-Syndrom in einem Sender einmal das Wetter ansagt... bei uns waren sie Teil der Gesellschaft - wenn auch nicht immer zum Guten, aber es waren "schlechte Beispiele" wenn Kinder mit Down Syndrom wie eingesperrt lebten, nicht mit der Kirche waren, gar nicht teil wurden am gesellschaftlichen Leben. - heute werden sie entweder getötet bevor sie geboren werden, zu etwa 90% und wenn sie leben, werden sie wie drvaust beschreibt "weggesperrt".

Die schlechten Beispiele wurden mit dem Inklusionsstempel versehen - und die echte Inklusion wurde abgeschafft.

Im Gegenzug dafür sind jene die sich nun im Sinne der Inklusion für das "echte" Inkludieren einsetzen nun deutlich präsenter, denn es läuft nun auf offizieller Ebene ab, was damals "entweder dazu gehörte oder auch nicht". Rein theoretisch müsste, wenn real ein Universelles Design geschaffen würde auch das Diskriminieren der Kinder mit Down Syndrom aufhören - es sind nur sehr wenige Erwachsene noch da, die überhaupt wissen wie es sich gut lebt mit Trisomie21.

Von jenen die damals als Teil der Gesellschaft gearbeitet haben, geheiratet und in der Gemeinde der Kirche mit gelebt haben gibt es heute niemanden mehr. Sie sind alle bereits verstorben, es gibt sie nur noch in Erinnerungen und Geschichten. Aber sie gibt es somit (noch) und Inklusion wäre möglich, wenn es jemand umsetzen würde.

18.06.17, 07:48:09
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5H4D0W
(Alien)

Zitat von drvaust:
Es ist immer noch ein großer Unterschied zwischen gesellschaftlicher und privater Inklusion.


Naja. Die Gesellschaft ist in gewisser Weise aber auch nur die kollektive Summe des individuellen "Sozialdenkens". Auch in der Politik gilt: Nach außen hin gibt man sich interessiert und aufgeschlossen, aber die reale Umsetzung hat nur geringe Priorität. Es ist eher eine Art von Corporate Social Responsibility - also Teil der Marketingstrategie, dass man sich sozial gibt.
Ich habe die Erfahrung gemacht dass gut laufende Projekte eingestellt wurden bzw. andere Projekte nicht expandieren durften obwohl es viel Nachfrage und eine lange Warteliste gab. Obwohl es rechtlich festgelegt ist, dass man Recht auf Arbeit und Wohnen hat, muss man - je nach "Behinderung" - 5 Jahre oder mehr warten bis ein Platz frei wird. Viele Menschen sitzen in diesen klassischen Werkstätten oder Wohnhäusern fest weil Alternativen nicht finanziert werden. Es ist eine Art feudales Verteilungssystem bei dem die Regierenden frei bestimmen wer das Geld bekommt und wer nicht. Die alteingesessenen bleiben mit ihren Strukturen bestehen, es herrscht kein freier Markt und neue innovative Ideen bleiben auf der Strecke. Auch kein Zufall wenn in der Branche jene Dienstleister die besten Chancen haben, welche gute Verbindungen zur Politik haben. Es traut sich auch kein Unternehmen gegen diese Art der Politik aufzubegehren bzw wird es auch nicht gern gesehen wenn sich MitarbeiterInnen privat gegen diese Verhältnisse einsetzen.
Es ist also bei der Gesellschaft gleich wie beim Individuum. Nach außen hin sagt man ja, aber real gemacht wird nur ein Minimum.

Zitat von Antares:
Vor 30-40 Jahren war Inklusion mancherorts in so fern "weiter", dass sie geboren wurden und auch "etwas" gearbeitet haben, wie alle anderen auch,[...]

Das es in so junger Vergangenheit noch so war wusste ich nicht. Bei uns in der Gegend war es damals üblich dass man als Knecht oder Magd auf einen Bauernhof kam. Das konnte gut gehen, aber es gab auch Fälle von Sklaverei. [Wobei das Konzept an sich schon ein wenig an Sklaverei erinnerte...] Sonst eines der großen Heime oder gleich in die Psychiatrie. Letzteres hat sich erst in den 90er Jahren geändert!
Aber ich stimme dir zu, dass es damals (bzw je weiter man zurück geht) eher zu einer realen Inklusion kam als heute. Die "Behinderung" entsteht heute ja oft nur deswegen, weil wir die Menschen Anhand der erfundenen Kriterien unserer Leistungsgesellschaft bemessen. Irgendwann braucht man einen IQ von 150 und muss mit 3 Jahren Mozart spielen damit man nicht als "Behindert" gilt.

Es müsste sich an der Arbeitswelt generell etwas ändern um die natürliche Inklusion wieder zu ermöglichen. Selbst wenn die momentanen Ansätze (Arbeitsplatz mit Assistenz) ausreichend finanziert wären, so liefen diese letztlich immer noch darauf hinaus, dass man beim Staat zum Bittsteller wird, Formulare ausfüllen muss, seinen Grad des "Behindert seins" testen lassen muss (usw.) damit man am Ende diese Unterstützung bekommt.
So lange es in unserem Wirtschaftssystem weiterhin nur darum geht schneller, effizienter und mehr zu produzieren wird es keine befriedigende Lösung geben. Die Wirtschaft will nur die Besten und Einige können nur mitmachen wenn der Staat dazuzahlt.
Gäbe es ein funktionierendes System mit bedingungsloser Grundversorgung, könnten sich nicht gewinnorientierte Unternehmen entwickeln (da ja alle Mitarbeiter bereits ihre GV haben) bei denen es egal ist wie produktiv die einzelnen Mitarbeiter sind.

Zitat von Antares:
Rein theoretisch müsste, wenn real ein Universelles Design geschaffen würde auch das Diskriminieren der Kinder mit Down Syndrom aufhören [...]


Der Begriff "Universelles Design" hat mich angesprochen. An was denkst du da?

Ich habe diesbezüglich auch Gedanken, oder besser gesagt Vorstellungen, die auf eine "universelle" Lösung abzielen. Ich habe bei meinen Recherchen schon so viele Gebiete umstreift [zuletzt Konstruktivismus, Kybernetik, Systemtheorie], dass ich aus den vielen Teilen kein ganzes mehr "spinnen" kann; mit mehr Energie und Zeit wäre es aber vielleicht möglich einige interessante Ansätze zu entwickeln.


27.07.17, 15:49:46
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Antares
(White Unicorn)

Ich denke auch an Vorstellungen, Möglichkeitsstränge die sich hin zu einem System entwickeln können würden, an dem im Sozialen wie an Bildung Teilhabe möglich wäre, ohne solche Dinge wie Diagnosen.

Es ist schon so, dass die Lobby-Politik wie Du sie oben beschreibst das an sich so nicht zulässt. Ein Universelles Design ist nicht möglich als Ganzes zu spinnen, ohne dass Dir der Kopf durchraucht - und dann hast Du genau eine Möglichkeit mit einer Wahrscheinlichkeit bedacht. Es sind zu viele Faktoren die in der Entwicklung dessen eine Rolle spielen.

Das kann man sich denke ich eher vorstellen wie diesen Flügelschlag vom Schmetterling... alles bewegt irgend etwas. Niemand kann alles auf einmal stemmen. Eher kommt es auf viele kleine Mosaiksteinchen an, die zusammen ein Bild bilden. Je nachdem was für eine Trage das Teilchen entscheidet zu wählen, entsteht etwas anderes. Wobei Menschen dazu neigen andere "Teilchen anzumalen" - wie bei der Lobbypolitik und Verbindungen zu unterminieren, damit kein neues Bild daraus wird.

Rein theoretisch ist es aber möglich, nur immer unberechenbar, niemals geht es wenn voraussehbar ist, was man als nächstes tun wird, denn sie werden immer darauf achten (wollen), dass alle Mosaikteilchen die gleiche Farbe behalten. Das geht so lange, bis sich etwas so etabliert hat, dass es da ist und nichts tut. Harmlos muss es sein, ein ganzes Konstrukt spinnen und durchboxen versuchen würde alle Mosaike auf einmal mit ihrem Einfärbemodus aussenden, das geht auch nicht. Eher geht es lebendig, es muss etwas leben beginnen, mit anderen Menschen gemeinsam.

Allein geht gar nichts. Grundsätzlich nicht. Deshalb wird immer geschaut, dass querulatische Eltern z.B. die Adressen- und Telefonnummernliste an Schulen der anderen Eltern "aus versehen" nicht bekommen und solche Sachen... wer keine Verbindungen hat, isoliert ist und mit Fehlinfos gefüttert wird, denkt irgendwann er spinnt. Diese Strategie ist jene, bei der die Mosaike manchmal vergessen, welche Farbe sie eigentlich hatten.

Das ist zu komplex... Bedingungsloses Grundeinkommen wäre aber ein riesiger Schritt in die richtige Richtung, da bin ich ganz Deiner Ansicht. Wege finden das umzusetzen unterstützen sind bestimmt sinnvoll, auch wenn mir dafür im Augenblick nicht der Sinn danach steht. Es käme gewiss allen Zugute.
28.07.17, 08:32:02
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