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Geschrieben von: Viktor am: 09.04.09, 09:46:00
Nicht nur Autisten sind eine Minderheit
Nicht nur Autisten werden gemobbt
Nicht nur Autisten haben Probleme


Es gibt sehr viele naheliegende Verhaltensweisen, die Autismus stark ähneln,
es aber dennoch kein Autismus ist.

Es gibt sehr viele Verhaltensweisen, die anders als die des Autismus sind und
trotz allem werden Menschen gemieden und mies behandelt.

Es gibt so viele Menschen auf Erden, die ausgegrenzt werden. Könnt Ihr auch für sie ein Mitgefühl aufbauen?

Es gibt viele Selbsthilfeforen, die mehrere Diagnosen in einem Board ansprechen inkl. Autismus und man dort die Gemeinsamkeiten sehen kann an starken Problemen

Hier und in anderen Foren mit Hauptthema Autismus bekomme ich oft den Eindruck, als seien Autisten weltweit die einzigen, die schlecht behandelt werden und nur alleine einen grossen Schaden von sich tragen.

Dem ist aber nicht so - es gibt so viel Leid auf Erden. Wenn ich für einen Augenblick meine Eiswand von mir schiebe, könnte ich vor Schmerz umkommen, wenn ich all dieses Leid auf Erden sehe, man braucht nur vor die Türe zu gehen und seine Augen offen halten.

kaum ein Mensch hilft....


Geschrieben von: Bluna am: 09.04.09, 10:07:18
Richtig,
und ich empfinde da auch Empathie.
Aber ich halte mich nicht für größenwahnsinnig und kann die Welt nicht gut machen.Hier im Forum tauschen sich Menschen über Autismus aus.Ich hatte jetzt nicht den Eindruck,das es für diese nichts Anderes auf der Welt gibt.
Ich arbeite Z.B in einem sozialen Beruf mit alten Menschen,weil ich schon immer der Meinung war,daß man nicht in die weite Welt schauen muß,um Leid zu sehen.
Das Forum spricht dagegen meine persönliche Seite an.Ich bin froh,daß ich mich darüber mit anderen austauschen kann.


Geschrieben von: zoccoly am: 09.04.09, 10:56:35
Zitat von Viktor:


Hier und in anderen Foren mit Hauptthema Autismus bekomme ich oft den Eindruck, als seien Autisten weltweit die einzigen, die schlecht behandelt werden und nur alleine einen grossen Schaden von sich tragen.



Wie kommst du darauf? (Schön aber, dass du das Hauptthema selbst erkannt hast.)

Und warum arbeiten denn auch A in sozialen Berufen, wenn sie sich für das Leid anderer nicht interessieren würden?


Geschrieben von: Hans am: 09.04.09, 11:09:22
Das erscheint Dir hier vielleicht so, weil es endlich so ein Forum gibt,
in dem Autisten so schreiben können.
Nachdem man lange das Leid, das man empfindet, verschwiegen hat oder von anderen nicht ernst genommen wurde, darf es hier einmal heraus.
Es ist hier ein Forum für Autisten und interessierte Zeitgenossen,
es ist nicht für alle Probleme dieser Welt da,
hier sind halt die Autisten im Vordergrund.
Da mag es so für Dich erscheinen.
Gehe doch mal in ein Golf II Forum, da werden nur die Golf-Probleme im Vordergrund sein, da ist es auch nicht ausgewogen.
Das Leid, wenn Du mit Deinem Golf auf der Strecke liegen bleibst,
ist auch da, und mein Mitgefühl mit Dir.
Ich würde anhalten und fragen, ob ich Dir helfen kann.
Was willst Du mehr?


Geschrieben von: Bluna am: 09.04.09, 11:11:04
Man braucht eben nicht nur vor die türe zu gehen,und die Augen offen zu halten.Ich wüßte nicht,wem das was nutzen soll.


Geschrieben von: 55555 am: 09.04.09, 13:47:39
Zitat von Viktor:
Es gibt sehr viele naheliegende Verhaltensweisen, die Autismus stark ähneln,
es aber dennoch kein Autismus ist.

Hier würde ich erstmal fragen, ob Autismus denn überhaupt eine Verhaltensweise ist, oder bei Autisten lediglich oft typische Verhaltensweisen auftreten, welche auf die spezielle Art zurückgehen die eigene Umwelt zu erleben.

Ich finde es wichtig genrell Unrecht entgegenzutreten. Daß es in diesem Forum oder der ESH vor allem um Autisten geht liegt wohl an der Themensetzung. Auch kenne ich wenige Minderheiten die in unserer Gesellschaft so massiv diskriminiert und teilweise selbst an Ansätzen freien Lebens gehindert werden wie Autisten.


Geschrieben von: Viktor am: 09.04.09, 15:02:29
Zitat von 55555:

Hier würde ich erstmal fragen, ob Autismus denn überhaupt eine Verhaltensweise ist, oder bei Autisten lediglich oft typische Verhaltensweisen auftreten, welche auf die spezielle Art zurückgehen die eigene Umwelt zu erleben.

Ich finde es wichtig genrell Unrecht entgegenzutreten. Daß es in diesem Forum oder der ESH vor allem um Autisten geht liegt wohl an der Themensetzung. Auch kenne ich wenige Minderheiten die in unserer Gesellschaft so massiv diskriminiert und teilweise selbst an Ansätzen freien Lebens gehindert werden wie Autisten.


Eigentlich sprach ich nicht davon, das Autismus eine Verhaltensweise ist, sondern es Menschen gibt, die sich verhalten wie Autisten.

Aber auch Autisten sind an Verhaltensweisen zu erkennen. Sonst bemerke man ja gar nicht, das es sich um Autismus dreht, wenn kein Verhalten vorliegt. Jeder Mensch hat ein Verhalten.

Das es dazu eine Seite gibt, finde ich gut, das man versucht was in Bewegung zu setzen

nur manchmal hab ich halt den Eindruck, das man vergisst, das nichtautistische Menschen ebenfalls massivst diskriminiert werden und genauso leiden.


Zum Beispiel:

Asiatische Kinder werden bereits als Kinder missbraucht und prostituiert, haben kaum eine Zukunft.

Weibliche Föten werden in Indien abgetrieben wegen der Mitgift.

Homosexuelle wurden und werden ausgegrenzt, immer noch.

Andere Hautfarben wurden als Sklaven gehandelt und gefoltert, zum Teil immer noch und auch in Deutschland noch abgelehnt.

In Deutschland werden nichtautistische Menschen ebenfalls in Heime gehalten. Meistens werden von den erziehungsberechtigten Kinder in Heime verfrachtet mit denen sie daheim nicht zurecht kommen

Drogensüchtige werden ausgegrenzt.

Intersexuelle (Zwitter) werden ausgegrenzt

Schizophrene, Multiple, Schizoide, Borderliner und weitere PSs werden ausgegrenzt. = wurden oft bereits in Kindheit ohne Diagnose gemobbt.

Stark misshandelte Kinder werden bereits im Kindergarten ausgegrenzt, weil sie sich durch elterliche körperliche Gewalt anders verhalten und anders erscheinen, als die anderen und man diese nicht gut in eine Gruppe eingewöhnen kann.

Viele Betroffene haben Angst diese Diagnosen zu nennen wegen der starken Ausgrenzung und Verurteilung durch Unwissen

ADHSler werden ausgegrenzt, besonders die Zappelphilippe, weil sie nerven und als verzogen gelten. Ein ehemaliger Schulkamerad wurde damals wegen seinem Gezappel von der Schule geschmissen, ich als Schlafkappe in Traumversion dagegen nicht. Ungerecht, dabei war ich genauso unkonzentriert, wie der Zappelphilipp.

Kinder/Erwachsene mit ansteckenden Krankheiten werden ausgegrenzt und oft noch verachtet. Eine Freundin von mir hat Morbus Chron, nicht ansteckend, sie wurde trotzdem ausgegrenzt, weil sich das Umfeld so ekelte.

Kinder/Erwachsene, die kein "normales" Gewicht haben, werden ausgegrenzt und gemobbt

Mongoloide werde ausgegrenzt und in Heime abgeschoben

Blinde und Taube werden ausgegrenzt, brauchen Spezialschulen, mancher davon landet im Heim

Taubblinde, sehr selten, landen oft im Heim und werden ausgegrenzt

Nationen werden in ihrem Land ausgegrenzt und misshandelt



und noch viele mehr, die mir grad nicht einfallen.








Geschrieben von: zoccoly am: 09.04.09, 15:49:49
Zitat von Viktor:

Aber auch Autisten sind an Verhaltensweisen zu erkennen. Sonst bemerke man ja gar nicht, das es sich um Autismus dreht, wenn kein Verhalten vorliegt.


Dieser Aussage möchte ich aber widersprechen. Was glaubst du wie groß inzwischen meine schauspielerische Leistung ist, um in dieser Umwelt zu bestehen?
Ich gebe dir recht, in einzelnen Bereichen kann ich mich nicht und möchte ich mich auch nicht "verbiegen", das kann man dann aber auch anders interpretieren. (Gerechtigkeitswahn, fehlende Diplomatie,
Kompromisslosigkeit usw.)

Ich glaube nicht, dass einer in meinem Umfeld erahnt, dass ich Autist bin.

Was möchtest du aber mit deiner Auflistung mitteilen?
Möchtest du uns verdeutlichen, dass es noch mehr Leid gibt?
Das wissen wir und wir betreiben mit Sicherheit außerhalb des Forums keine"Nabelschau" (Redewendung), sondern viele setzen sich von uns noch für andere ein.

Noch eine Frage, wie verhalten sich denn Autisten?


Geschrieben von: Bluna am: 09.04.09, 16:04:45
An Viktor:
Wer ist denn "man"in diesem Fall?
..."nur manchmal habe ich den Eindruck,daß man vergißt..."


Geschrieben von: 55555 am: 09.04.09, 17:34:54
Daß man in den Diagnosekriterien Autismus an (kindliches) Verhalten festmacht halte ich für eine Verlegenheitslösung. Systematisch ist das nicht optimal. Auch nach der von mir vorgeschlagenen sozialen Definition, die ja ebenfalls auf Verhalten zurückgreift, würde ich das so sehen.


Geschrieben von: Bluna am: 09.04.09, 19:36:15
An Viktor:
Wie kommt es denn,daß du hier im Forum den Eindruck bekommst,als seien Autisten weltweit die Einzigen,die schlecht behandelt werden und nur allein Schaden von sich tragen?
Liegt das am Thema des Forums?
Liegt das an den Forenusern hier?
Haben dir die Antworten,die du bekommen hast,irgendwie genutzt?
Ist das Thema des Treads eigentlich "gesellschaftl.Ausgrenzung" oder gar "Ausgrenzung im Forum"?
Im Moment habe ich da den Überblick verloren.


Geschrieben von: Viktor am: 09.04.09, 20:49:26

Warum halten sich Autisten wie Autisten, warum wird man auf Autismus diagnostiziert, wenn man nichts besonderes erkennt?

Warum ich es aufgelistet habe? Weil mich andere so stark interessieren, das ich es auflisten muss, weil ich es tagein tagaus sehe und ich darüber nachdenke und Vergleiche zu Autismus und dieser Diskriminierungs-Problematik ziehe und man Autisten nachsagt, das sie sich weit mehr für sich, als für andere interessieren.


Zitat von Bluna:
An Viktor:
Wie kommt es denn,daß du hier im Forum den Eindruck bekommst,als seien Autisten weltweit die Einzigen,die schlecht behandelt werden und nur allein Schaden von sich tragen?

Haben dir die Antworten,die du bekommen hast,irgendwie genutzt?
Ist das Thema des Treads eigentlich "gesellschaftl.Ausgrenzung" oder gar "Ausgrenzung im Forum"?
Im Moment habe ich da den Überblick verloren.


Weil hier und in anderen Hauptthema-Foren kaum zu anderen Diagnosen verglichen wird und geschaut wird, wie diese das meistern. Weil beispielsweise einige Fragen offen bleiben und man sich nicht so dolle interessiert, wenn man das Problem nicht kennt. Weil einige User andeuten, das sie nicht viel zu tun haben wollen mit NAs. Aber NAs sind auch nur Menschen.

Mit -man- ist kein bestimmter gemeint

Ein Teil der Antworten kannte ich schon als Begründung, die Erinnerung das es Autisten gibt, die im Medizinbereich arbeiten und anderen helfen hat mir paar Gedankenüberlegungen gebracht.

Mal gucken, ob noch jemand antwortet.