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Geschrieben von: 55555 am: 15.07.11, 10:05:23
Vielleicht wollen sie einfach Unterhaltszahlungen vermeiden?


Geschrieben von: Leah am: 15.07.11, 10:37:22
Oder sie haben Schamgefühle/Versagensängste gegenüber ihrem "sozialen" Umfeld.


Geschrieben von: feder am: 16.07.11, 20:14:59
Passt hier wohl nur teilweise rein:

Stiess kürzlich auf dieses Dokument, in dem es gemäss Beschreibung darum geht, wie Gewalt und Missbrauch gegenüber Autisten verhindert werden könne.

Das Ganze wurde von Autism Europe veröffentlicht, also einer Art Dachverband von Elternorganisationen.

Das Dokument ist geprägt von einer sehr einseitigen Darstellung von Autisten aus Elternsicht, was dann beispielsweise zu Aussagen führt, wie:

Zitat:
Perhaps we should start by accepting the fact that the first act of violence a person with autism suffers is being born with autism. Surely the first injustice is to be imprisoned by this disability which scientists tell us is incurable.


Es wird wohl völlig korrekt festgestellt, dass Autisten eine Risikogruppe in Bezug auf Misshandlungen sind, jedoch fällt die Darstellung grösstenteils so aus, dass Autisten ja so anstrengend sind, so dass aus Überforderung misshandelt wird (was wohl zu grossen Teilen bedauerlicherweise auch der Fall ist, aber hier wird es hochgradig problematisch:) und den Tätern demzufolge auch Verständnis entgegengebracht wird.

Zitat:
On the contrary, the very characteristics of autism are a risk factor of mistreatment in the family, since they create additional stress for the parents as of the child's first months of life.


Um Eltern den Druck zu nehmen, wird nahegelegt, einer Elternvereinigung beizutreten, da einerseits dadurch Austausch mit "Gleichgesinnten" möglich würde und u.a. die Rechte von Autisten gestärkt sowie allfällige Misshandlungen verhindert würden, da die Eltern weniger auf sich allein gestellt wären (auch gegenüber verständnislosen Ärzten, Therapeuten, etc.).

Zitat:
In serving as a bridge between families and services, parents' associations have a very important and at the same time tricky role to play in preventing the abuse of children with autism.


Nur Elternorganisationen könnten diese Funktion erfüllen, da
Zitat:
Parents' associations are the best institution for reminding parents of their responsibilities vis-à-vis their child with autism without being suspected of minimising the family's hardships or saying they are to blame.


Und da diese Elternorganisationen so toll sind, sollen sie doch auch gleich Heime und sonstige Einrichtungen kontrollieren und u.a. die Funktion erfüllen:
Zitat:
avoid having the parents interrogated about their lifestyles. If the parents feel that they are under suspicion or criticised they may decide not to let others take charge of their child.


tja, und dann wundern sich diese Eltern, wenn weiterhin alles so schlimm mit den Autisten ist, obwohl sich alle so toll gegenseitig bestärken...


Geschrieben von: mor am: 21.07.11, 18:26:41
Warum tötet eine Mutter ihr eigenes Kind? Wenn Frauen Kinder zur Welt bringen oder die Kinder schon in ihnen drin ist, entwickeln sich da doch schon Muttergefühle dem Kind gegenüber, oder? Wenn eine Mutter also Muttergefühle ihrem kind entwickelt, wie kann sie es dann sich über ihre Muttergefühle hinwegsetzen (d.h., wenn sie welche besessen hat) und tötet es? Das verstehe ich nicht.

Das ist mir noch eingefallen zu schreiben.


Geschrieben von: Gabi am: 21.07.11, 21:19:28
nieamnd hat das recht jeanden zu töten ... kein Kind ... keinen anderen enschen und auch nicht sich selbst ... das ist meine meinung ... an hat sein Schicksal anzunehmen auch wenn es schwer ist ..... Gabi


Geschrieben von: Hans am: 22.07.11, 05:19:30
Zitat von mor:
Warum tötet eine Mutter ihr eigenes Kind? Wenn Frauen Kinder zur Welt bringen oder die Kinder schon in ihnen drin ist, entwickeln sich da doch schon Muttergefühle dem Kind gegenüber, oder? Wenn eine Mutter also Muttergefühle ihrem kind entwickelt, wie kann sie es dann sich über ihre Muttergefühle hinwegsetzen (d.h., wenn sie welche besessen hat) und tötet es? Das verstehe ich nicht.

In einem Film habe ich einen Dialog gehört,
da sind mir diese Worte noch in Erinnerung:
"Es ist aus mir rausgekrochen, es ist ein Teil von mir, es ist meins,
ich kann damit machen was ich will!"
Oder in einem ähnlichen Zusammenhang:
"Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende"

Ich weiß aber nicht, ob das so für die breite Masse anwendbar ist.


Geschrieben von: PvdL am: 22.07.11, 14:05:23
Wenn eine Frau ein Kind gebirt, dann scheint es mir so zu sein, daß sie sich dadurch entweder (als Frau) bestätigt oder aber (als Individuum) in Frage gestellt fühlt. Vielleicht ist dies aber auch immer ein Konflikt den die gewordene Mutter mit sich ausmachen muß. Rein biologisch bzw. physiologisch gesehen, verhält sich ein Kind im Uterus wie ein Tumor. So gesehen ist es viel erstaunlicher, daß die Mutterschaft so oft gut geht. Liegt es an der Hormonmischung? Ist die Mutterschaft zum Scheitern verurteilt, wenn die Mischung nicht stimmt?


Geschrieben von: Antika am: 22.07.11, 14:33:14
So eine Vermutung kann man jetzt aber nicht auf alle Frauen anwenden. Ich bin ja auch Mutter von zwei Söhnen, aber nicht weil ich Bestätigung brauchte um als Frau anerkannt zu werden. Und den Vergleich mit dem Tumor finde ich auch nicht passend. Aber Hormone spielen schon eine wichtige Rolle, das habe ich selbst erfahren.


Geschrieben von: PvdL am: 22.07.11, 15:12:00
Das mit dem Tumor ist kein Vergleich, sondern eine wissenschaftlihe Tatsache. Man hat herausgefunden, daß die physiologischen Mechanismen so sehr übereinstimmen, daß man hofft, aus der Pränatalforschung Erkenntnisse für die Onkologie gewinnen zu können und umgekehrt.

* http://www.gesundheitsverband.net/embryo.html
* http://www.technologyreview.com/biomedicine/19667/
* http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sprechstunde/1098107/


Geschrieben von: Antika am: 22.07.11, 15:27:20
Ich finde diesen Vergleich dennoch unpassend, egal was die Wissenschaft auch meint dazu herausgefunden zu haben.


Geschrieben von: PvdL am: 22.07.11, 15:38:22
Daß medizinische Forschung selten geeignet ist, romantische Bedürfnisse zu bedienen, mag man kritisieren. Wenn aber beispielsweise aufgrund der oben genannten Erkenntnisse -- wie in dem Beitrag vom Deutschlandfunk beschrieben -- Eheleuten geholfen werden kann, Kinder zu bekommen, dann sollte daran nicht nur das Unesthetische gesehen werden, meine ich.


Geschrieben von: Antika am: 22.07.11, 15:51:21
Was sind romantische Bedürfnisse?

Wenn Eheleute selbst keine Kinder bekommen können, dann können sie doch Kinder adoptieren? Oder aber sie finden sich einfach damit ab, dass sie keine eigenen Kinder haben können.