Zitat:
Eine verständlichere und wahrscheinlichere Erklärung liefert FRITH (1992, 141f). Sie weist auf die „deiktische Funktion von Personalpronomen“ hin. Das bedeutet, dass der Gebrauch von Pronomen davon abhängt, wer Sprecher und wer Hörer ist. Befunde aus Experimenten und Beobachtungen zeigen auch, dass bei autistischen Kindern keine Verwirrung über die eigene psychische Identität herrscht. Eine Studie von R. JORDAN zeigt, dass Autisten Namen fast immer richtig verwenden, jedoch dazu neigen, Eigennamen zu gebrauchen, wo ihre nichtautistischen Altersgenossen Pronomen benutzen. Diese Ergebnisse kann man nach FRITH dahingehend interpretieren, dass autistische Kinder nur einem Drang nach lokaler, nicht nach globaler Kohärenz unterliegen. Sie ziehen nur eine begrenzte Informationsmenge auf einmal zusammen, wohingegen nichtautistische Kinder viel größere Informationsmengen berücksichtigen. Diese sind auch dazu fähig, nachzuvollziehen, wie Pronomen sich auf zuvor benutzte oder allseits verstandene Nomen beziehen.
Bei einer Äußerung behält man normalerweise den Standpunkt des Sprechers und des Zuhörers im Auge. Wessen Standpunkt in einem bestimmten Fall eingenommen wird, ist Gegenstand „sozialen Verhandelns“. Autistische Kinder haben Schwierigkeiten damit, den Standpunkt des Gesprächspartners einzunehmen und einzubeziehen.
Zitat:
Die Echolalie scheint ein auffälliger Ausdruck der Distanz zwischen den peripheren Verarbeitungssystemen und einem zentralen „Sinnessystem“ zu sein. Das autistische Kind nimmt selektiv Sprache auf und übersetzt das Gehörte wirksam in gesprochene Sprache. Jedoch scheint diese Verarbeitung das zentrale Denken gewissermaßen zu umgehen. Die Echolalie beweist, dass die Endprodukte einer hochentwickelten Informationsverarbeitung zu „Abfallprodukten“ werden können, da keine Interpretation von noch höheren Prozessen stattfindet. Obwohl sie perfekte phonetische, prosodische und syntaktische Einheiten sind, werden diese Produkte nicht in eine globale Bedeutung integriert. Hier besteht eine Diskrepanz zwischen dem Verstehen einer Mitteilung und dem einfachen Übermitteln. Viele autistische Kinder, die Sprache nicht völlig verstehen, sind trotzdem eindeutig in der Lage, Sprache aufzunehmen und sich auszudrücken. Sie nehmen die Mitteilung korrekt auf und geben sie ebenso korrekt wieder, jedoch suchen sie offenbar nicht nach dem Grund, aus dem die Botschaften übermittelt werden.