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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zur weiteren Diskussion:
Zitat:
Es heißt, wir würden in einer säkularen Welt leben, aber das trifft die Sache nur ungenau. Auch das moderne Neuheidentum hat seine Götzen und Kultstätten. An die Stelle des Personals des Alten Testaments sind eine Vielzahl neuer Propheten und Gebote getreten, die nicht weniger Verehrung verlangen als die alten. Der westlichen Säkularreligion ist der Spott über Gott heilig, weshalb sie den Schmerz der Katholiken und Muslime über die Verhöhnung ihres Glaubens nur mit Achselzucken quittiert. Aber wehe jemand reißt einen Witz über Frauen, Lesben oder Schwule. Dann hört auch hier der Spaß schlagartig auf, und es droht dem Ketzer die soziale Hölle.

Quelle
Zitat:
Schewtschenko: Ja, ich hatte vielleicht drei Minuten geredet, als es anfing. Ich saß neben Lars Vilks und der Organisatorin der Diskussionsrunde auf dem Podium. Der Saal war nicht ganz voll, im Publikum waren vielleicht 40 Menschen. Ich sagte gerade, dass es eine Illusion sei, dass in Europa jeder seine freie Meinung sagen darf. Ich sagte: "Es gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung, aber..." - und beim Wort "aber" fiel der erste Schuss.

SPIEGEL ONLINE: Wie wäre der Satz weitergegangen?

Schewtschenko: Ich wollte sagen, dass sich trotz des Rechts auf freie Meinungsäußerung nur wenige trauen, ihre Meinung zu sagen. "Charlie Hebdo", Lars Vilks, Femen - wir alle wären keine Angriffsziele, wenn wir nicht allein in diesem Kampf wären. Wenn alle aufstehen würden, sähe die Welt anders aus. Das sollte der Kern meines Vortrags sein: Statt über freie Meinungsäußerung zu reden, sollten wir frei unsere Meinung sagen.

[...]

Inna Schewtschenko, 24, ist Aktivistin der ukrainischen feministischen Gruppe Femen. Bei einem Protest in Minsk im Dezember 2011 wurde sie vom weißrussischen Geheimdienst verhaftet und misshandelt. 2012 fällte sie ein großes Kreuz im Kiewer Zentrum als Solidaritätsaktion für Pussy Riot. Seit April 2013 wird ihr in Frankreich politisches Asyl gewährt.

Quelle
Zitat:
Ein "Betonmonster" hat der neue griechische Finanzminister die Mauer einmal genannt, die Israel an der Grenze zum Westjordanland gezogen hat, um seine Bürger vor Terroranschlägen zu schützen. Wenn die Kritiker des jüdischen Staates Anklage gegen die israelische Politik erheben, sind die Sperranlagen immer ein Thema.

Von der Empörung über die Mauer zum Verständnis für den Terror ist es dabei nur ein kleiner Schritt. Man dürfe sich nicht wundern, wenn sich der Palästinenser einen Sprengstoffgürtel umschnalle, erklärte der linke Superstar Giannis Varoufakis 2005 in einem Radiokommentar. Wie man eben so redet, wenn der einzige Terror, dem man selber ausgesetzt ist, der Ärger mit der Ehefrau ist.

[...]

In den beiden Jahren vor Errichtung der umstrittenen Grenzanlagen zählten die israelischen Behörden 89 Anschläge mit 305 Toten und 4942 Verletzten. Das entspricht umgerechnet auf die deutsche Bevölkerungszahl einer Stadt in der Größe von Baden-Baden. Erst mit dem Bau der Mauer ist die Opferzahl deutlich gesunken - ein Erfolg, der außerhalb des bedrängten Landes nie richtig zählte.

Wir werden keine Mauer durch deutsche Großstädte ziehen können, um uns zu schützen. Der Feind, mit dem wir es zu tun haben, lebt nicht auf der anderen Seite der Wüste, sondern in unserer Mitte.

Quelle
Zitat:
Das ganze Problem mit den meisten europäischen revolutionären terroristischen Bewegungen war, dass sie für den Erfolg ihrer Bewegung letzten Endes die Unterstützung der proletarischen Massen gewinnen mussten. Aus offensichtlichen Gründen ist dies nie gelungen. Schließlich nahmen Kurzbiografie:Baader, Kurzbiografie:Meinhof und der Rest die elitäre Einstellung an wie sie von Debray diskutiert worden war. Sie meinten, dass das Proletariat durch den temporären Komfort einer lähmenden kapitalistischen Gesellschaft versklavt sei und durch eine erleuchtete Elite informiert werden müsse; für die RAF war klar, dass dies ihre Aufgabe war. Der Weg die Menschen zu informieren war den Staat anzugreifen und damit eine massive "faschistische" Reaktion zu provozieren und so die Menschen über die Wahre Natur des deutschen Ungeheuers aufzuklären. Da sie so gefangen in den intellektuellen, internen marxistischen Debatten der Zeit waren, verstanden sie leider nie, dass die Menschen -- das "Proletariat" -- ihre Aktionen nie überzeugend finden würden.

Die Definition von "Avantgarde" oder "Elite" meint eine kleine Gruppe an der Spitze einer größeren Gruppe. Da die RAF jedoch nie das Denken des Proletariats verstand, waren sie nie die Avantgarde einer Massenbewegung. Diese selbsternannten Eliten waren nicht die Avantgarde von irgendetwas sondern nur ihrer selbst.

Es gibt die Auffassung, dass Terrorismus nie erfolgreich war. Das ist falsch. Terrorismus war erfolgreich wenn es ein Teil eines Feldzuges für Ziel war, das von der Mehrheit der Menschen unterstützt wurde. Zum Beispiel war die Irgun Bewegung, die half Israels Unabhängigkeit zu sichern klar terroristisch. Dasselbe gilt für die IRA der 1920er Jahre die die Unabhängigkeit für fast ganz Irland brachte.

Wenn aber die Gründe für den Terrorismus sich soweit von den Zielen der Menschen entfernen wie im Fall der RAF, hat er absolut keine Chance auf Erfolg.

Quelle

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
17.02.15, 19:20:30
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

geändert von: 55555 - 24.02.15, 18:50:34

Zitat:
Frankreichs Präsident François Hollande hat beim jährlichen Empfang des jüdischen Dachverbands Crif „schnellere und effizientere Strafen“ bei Volksverhetzung angekündigt. Rassistische, antisemitische und homophobe Äußerungen sollten nicht länger unter das Presserecht sondern unter das Strafrecht fallen, sagte der Staatschef bei dem Abendessen am Montagabend in Paris. Überschattet wurde das Abendessen allerdings vom Streit um Äußerungen des Crif-Präsidenten Roger Cukierman zu jungen Muslimen.

Dieser hatte am Morgen im Radiosender Europe 1 gesagt, „alle Gewalttaten werden heute von jungen Muslimen begangen“.

Quelle
Zitat:
Tut die westliche Welt genug, um dem islamistischen Terror Einhalt zu gebieten?

Die Frage sollte anders lauten: Tut zum Beispiel Europa genug, um seine eigenen Werte zu verteidigen?

Und, handelt Europa entschieden genug?

Ich habe den Eindruck, dass die Europäer mittlerweile begriffen haben, welcher Gefahr sie sich gegenübersehen. Die Haltung „Das geht uns nichts an, wir wollen unsere Ruhe haben“ scheint der Vergangenheit anzugehören. Aber Tatsache ist, dass die Zahl derartiger Anschläge steigt. Leider vermute ich, dass der Angriff in Kopenhagen nicht der letzte gewesen sein wird.

Kann man überhaupt etwas gegen den Terror tun?

Kurzfristig geht es zunächst darum, mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen Terroristen vorzugehen. Mittelfristig und langfristig wird das allein jedoch wenig helfen. Wir müssen daher vor allem auf Bildung setzen. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Kampf gegen Antisemitismus.

Inwiefern?

Wer die Gesetze verletzt, der muss bestraft werden. Aber gerade jungen Menschen sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich zu bilden. Auch um ihnen klarzumachen, dass Judenhass ein eklatanter Widerspruch zur Demokratie ist. Nicht nur weil es um Juden geht. Man muss den Leuten klarmachen, dass es jederzeit auch eine andere Minderheit treffen kann – Muslime, Atheisten, Behinderte, Schwarze, kleine Menschen, große Menschen. Dies zu verhindern, ist im ureigensten Interesse aller demokratischen Länder.

Quelle

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
24.02.15, 18:49:54
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drvaust
(Autistenbereich)

Zitat:
Äußerungen des Crif-Präsidenten Roger Cukierman ... Dieser hatte am Morgen im Radiosender Europe 1 gesagt, „alle Gewalttaten werden heute von jungen Muslimen begangen“.
Zitat:
Frankreichs Präsident François Hollande hat beim jährlichen Empfang des jüdischen Dachverbands Crif „schnellere und effizientere Strafen“ bei Volksverhetzung angekündigt.
Das wäre doch ein Anlaß gewesen, den Worten Taten folgen zu lassen, statt den Volksverhetzer zu empfangen.
Oder gilt das nicht für den Präsidenten des jüdischen Dachverbands?
25.02.15, 06:24:30
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat:
Der Präsident des Zentralrats der Juden warnt vor dem Tragen der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung in "Problemvierteln": Juden sollten sich zwar nicht aus Angst verstecken, sagte Josef Schuster im Inforadio des rbb. Die meisten jüdischen Einrichtungen seien zudem gut gesichert. Die Frage sei aber, "ob es tatsächlich sinnvoll ist, sich in Problemvierteln, in Vierteln mit einem hohen muslimischen Anteil, als Jude durch das Tragen der Kippa zu erkennen zu geben."

Quelle

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
27.02.15, 00:14:22
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat:
Zu den über sechzigtausend in der Türkei gesperrten Internetseiten ist ein prominenter Neuzugang gekommen: Auch die Seite von „Charlie Hebdo“ ist nicht mehr erreichbar. Weil sie religiöse Gefühle verletzen könnte.

Quelle
Zitat:
Es begann nach den Weihnachtsfeiern. Genauer gesagt nach dem Anschlag auf die Redaktionsräume der Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo. Eine Ethiklehrerin der Grundschule "Neu-Ulm Stadtmitte" sprach mit Viertklässlern über die Bluttat in Paris. Zwei Schüler hatten dazu eine dezidierte Meinung: "Das geschieht denen doch Recht", sagten sie. Wer Mohammed zeichne, habe eben nichts anderes verdient. Nur ein cooler vorpubertärer Spruch? Oder echte Gesinnung?

Die Lehrer bohrten nach. Und sie mussten erkennen: Sie waren nur auf die Spitze des Eisbergs gestoßen. An ihrer Schule gibt es gleich mehrere Kinder, die extremistische Einstellungen offenbaren. Nach intensivem Nachfragen bekamen die Lehrer "entsetzliche Sätze" zu hören, wie Rektorin Beate Altmann berichtet. Islamistische Hetzparolen wie: "Christen muss man töten" oder "Juden stehen auf einer Stufe mit Schweinen".

Diese Worte kommen aus dem Mund von neun- bis zehnjährigen Kindern.

[...]

Schon beim Zeichnen der Symbole der Religionen stießen sie auf ein unüberwindbares Hindernis: "Einige Schüler malten das Kreuz nicht", berichtet die Rektorin. Die Kinder begründeten das so: "Wer das Kreuz malt, muss in die Hölle."

[...]

Man müsse dieses Thema endlich offen ansprechen können, "ohne gleich in eine Ecke gestellt zu werden", sagt sie.

Quelle

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
06.03.15, 22:14:09
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Pegida wächst in Dresden seit Wochen wieder.

Heute auf dem Programm bei den "Ausländerfeinden":
Zitat:
Anschließend tritt Morris Barsoum von der rechtspopulistischen Bewegung Pax Europa auf die Bühne. Der 67-jährige Ägypter spricht von der Verdrängungen und Vernichtung der koptischen Christen in seiner Heimat. „Wir sind zu einer Minderheit geworden. Überall wo der Islam sich niedergelassen hat, hat er alle anderen Kulturen verdrängt oder zerstört. Denkt daran, dass euch sowas nicht passieren darf“, warnt er.

Quelle
Zitat:
Trotz oder wegen Pegida - der Fremdenverkehr in Dresden hat sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Das gilt auch für die Monate seit dem Start der Anti-Islam-Demonstrationen im Herbst.

Quelle

Übrigens:
Zitat:
Cukierman hatte auch anklingen lassen, dass Marine Le Pen angesichts des Antisemitismus der jungen Muslime das kleinere Übel sei.

Quelle

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
16.03.15, 22:34:16
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

geändert von: 55555 - 07.04.15, 00:32:45

Zitat:
Die Zahl der Anhänger schrumpft, dennoch marschiert Pegida weiter.

[...]

An der Pegida-Kundgebung auf dem Dresdner Altmarkt am Ostermontag und am anschließenden sogenannten Abendspaziergang durch das Stadtzentrum beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 7100 Menschen. Vor eine Woche waren 2900 Teilnehmer gezählt worden.

Quelle

Und wo heute ein Australienschwerpunkt ausgerufen wurde (keine genauere Ahnung was das dort ist):
Zitat:
The Reclaim Australia rally was much bigger than the anti-racist gathering, with many of those on the hill outside the Department of Premier and Cabinet draped in the Australian flag.

Several speakers said they had gathered to protest against Sharia law, halal certification and Islamisation.

Anthony Hardwick, from the Rise Up Australia Party, said Islamism was the greatest threat facing the world right now.

"The West, which was based on Judeo-Christian values, has lost all it stood for in the name of political correctness and multi-culturalism," he said.

Quelle

Edit:

Nächste Woche soll ja Geert Wilders bei Pegida auftreten, würde sich ja fast anbieten, wenn er dort was zum Atomabkommen mit dem Iran sagen würde?
Zitat:
Wilders’ Meinungen sind in den Niederlanden weit verbreitet. Laut einer repräsentativen Umfrage von 2008 sagten 57 % der Niederländer, es sei der größte Fehler ihrer Geschichte gewesen, so viele Muslime ins Land zu lassen. 56 % sahen den Islam als Bedrohung ihrer Identität.

[...]

Auf Wilders Drängen hin enthielt die Koalitionsvereinbarung des von der PVV tolerierten Kabinett Rutte I vom 30. September 2010 eine Ankündigung zur Förderung der Emanzipation von LGBT-Personen. Im November 2011 stimmte Wilders mit seiner PVV gegen diese beiden mitregierenden Parteien, als es um eine Abstimmung zur gleichgeschlechtlichen Ehe ging. Ein Gesetzesentwurf der Linksgrünen verbot Standesbeamten, homosexuellen Paaren die Eheschließung aus religiösen Gewissensgründen zu verweigern; Wilders stimmte mit der linken Opposition und verschaffte diesem Gesetzesentwurf somit die nötige Mehrheit.

[...]

Beim israelisch-palästinensischen Konflikt ginge es nicht um territoriale Fragen, sondern um ideologische. Die Islamisten lehnten Israels Existenzrecht pauschal ab und gäben sich nicht mit einzelnen Gebieten zufrieden. Der Europäischen Union und den USA warf Wilders mangelnde Unterstützung Israels und Appeasement gegenüber Staaten wie dem Iran vor, dessen herrschendes Regime er als „schrecklich“ bezeichnete.

Quelle

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
06.04.15, 19:53:27
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat:
Spanische Behörden haben eine islamistische Terrorzelle zerschlagen, die in Zusammenarbeit mit einem Neonazi mindestens eine Entführung und eine öffentliche Enthauptung geplant haben soll.

Quelle

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
11.04.15, 13:24:28
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Ich dokumentiere ein Prachtexemplar:
Zitat:
Geert Wilders bei Pegida in Dresden
Der lügende Holländer
10:13 Uhrvon Lutz Haverkamp

Er sollte die Massen anlocken und Pegida neuen Schwung verleihen. Das hat nicht funktioniert. Der Auftritt des holländischen Islamhasser [sic!] Geert Wilders an der Elbe zeigte einmal mehr, was Pegida ist: eine verirrte und verwirrte Minderheit. Ein Kommentar.

Geert Wilders ist gescheitert. Genauso wie Pegida. Die islamfeindlichen Aktivisten in der sächsischen Landeshauptstadt haben es trotz prominentester Unterstützung nun schwarz auf weiß: Sie sind nicht die Mehrheit, sie sind nicht das Volk. Sie sind nur eine krakeelende Minderheit, die falschen Vorbildern nachläuft. Sie haben die falschen Argumente und keine breite Unterstützung in der Bevölkerung für ihre kruden Thesen.

Wilders lobte die Pegida-Anhänger bei seinem Auftritt am Montagabend in der sächsischen Landeshauptstadt unter anderem als "Helden", weil sie mit ihrem Einsatz die abendländische Kultur verteidigen würden.

Das Gegenteil ist richtig: Die abendländische Kultur zeichnet sich durch Weltoffenheit, Barmherzigkeit für Flüchtlinge, Anteilnahme und Toleranz aus. Werte, mit denen weder Wilders noch die 8000 bis 10.000 Zuhörer in Dresden viel anfangen können.

Selbst wenn Wilders ausruft, "wir hassen keine Muslime", sondern nur die Behörden, "die uns jeden Tag anlügen und sagen, der Islam sei eine Religion des Friedens", zeigt es welchen verstörendem Weltbild er folgt. Die vermeintliche Verschwörung aus menschenferner Politik, lügenden Medien und verblendeten Multi-Kulti-Gutmenschen existiert nicht. Nicht in Dresden, nicht in Berlin, nicht in Deutschland und Europa.

"Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“, sagte Wilders am Montagabend. Dieser eigenen Forderung folgte der Holländer gleich selbst und machte sich nach seiner knapp halbstündigen Rede wieder vom sprichwörtlichen Acker auf der Dresdner Flutrinne. Einige andere mehr sollten ihm folgen. Auf geht's, Lutz Bachmann!

Quelle

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
14.04.15, 11:23:12
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Fundevogel
(Angehörigenbereich)

geändert von: Fundevogel - 18.04.15, 02:12:31

Auszug aus
"1683 – und was uns davon bleibt
Die zweite Türkenbelagerung als medialer
Referenzrahmen
Sandra Bittmann (Wien)"

www.sws-rundschau.at/archiv/SWS_2011_2_ Bittmann.pdf

"Wahrheit ist demnach nicht naturgegeben, sondern wird aufgrund von Machtverhält-
nissen gebildet und beständig fortentwickelt. Macht ist dabei »(...) der Name, den man
einer komplexen strategischen Situation in einer Gesellschaft gibt« (Foucault 1977, 114).
In Diskursen manifestiert sich diese strategische Situation vor allem über Verfahren
der Ausschließung (Foucault 2007, 11): Macht steht in einem Verhältnis der Wechsel-
wirkung zum Begriff des Wissens (Foucault 1976, 39) und determiniert, was in einer
spezifischen Epoche s a g b a r ist.
Foucault (1981, 73) attestiert schließlich eine an Grammatik und Wortschatz ge-
messene r e l a t i v e B e g r e n z t h e i t dessen, was in einer spezifischen Periode ausgesagt werden kann. Die so entstehenden »S a g b a r k e i t s f e l d e r« können vor dem Hintergrund spezifischer historischer Entwicklungen und Impulse ausgeweitet, aber auch eingegrenzt
werden."

Ich empfinde es so, dass das "Sagbarkeitsfeld" "Gewaltaufforderungen im Islam" in unserer Epoche durch Medien massiv eingegrenzt wird und suche vergeblich nach der Unabhängigkeit des Journalismus.

Einerseits geht Journalismus für die Freiheit der Karrikatur auf die Straße und andererseits entscheidet sich der Journalismus gegen die Wahrheit von Demonstranten zugunsten eines eingegrenzten Sagbarkeitsfeldes? Nicht gerade glaubwürdig.

Das lässt mich verstehen, warum bereits im Parteiprogramm der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (verkündet durch Adolf Hitler am 24. Februar 1920 vor 2.000 Menschen im Münch'ner Hofbräuhaus) ausdrücklich eine politisch gelenkte Presse und Literatur angekündigt wurde.

Oder um es neumodisch zu sagen: Hast du die Presse im Sack, machst du die Meinung. Es geht also nicht wirklich darum, was Pegida-Anhänger zu sagen haben sondern dass sie es versäumten, die Presse für ihre Anliegen zu gewinnen. Die GRÜNEN haben das schnell gelernt.
In die Leitungsetagen der Medien gelangt man nur mit Parteibuch. Da ist dem unabhängigen Journalismus das Wasser schon abgegraben, ehe mit der Arbeit begonnen wird.
Das sage ich in wehmütiger Erinnerung an einen der wenigen wahrheitsliebenden kritischen Journalisten der vorgestern verstarb: Klaus Bednarz.



Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. (Johannes 8.12).
Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. (Markus 4.21) (Lukas 8.16)
18.04.15, 02:10:09
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat von Fundevogel:
Die GRÜNEN haben das schnell gelernt.

Und wo sind sie jetzt angekommen damit?

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
19.04.15, 00:05:15
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drvaust
(Autistenbereich)

Zitat von 55555:
Und wo sind sie jetzt angekommen damit?
In den meisten Parlamenten und mehreren Regierungen. Sogar schon mal in der Bundesregierung.
Z.Zt. in allen Landtagen der BRD und im Bundestag, und in den meisten Regierungen.

19.04.15, 01:30:56
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