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Autor Nachricht
55555
(Fettnäpfchendetektor)

Ich weiß es nicht. Ist das sowas wie unkritische Rudelsolidarität?

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
04.04.08, 23:32:00
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haggard
(Autistenbereich)

jemanden ernst nehmen = dem anderen glauben/ihn verstehen
glauben, dass sich der andere tatsächlich so verhält, wie er sich verhält

glauben, dass der andere tatsächlich das sagt, was er sagt

dem anderen gegenüber unkritisch: ja.
trotzdem kann man seine eigene meinung haben. wenn man dem anderen aber nicht glaubt, dass er sich tatsächlich so verhält oder sich tatsächlich so äußert und derjenige sagt: nimm mich ernst, dann sollte man es vermeiden, ihm seine eigene gegenteilige meinung zu sagen.
05.04.08, 00:35:55
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drvaust
(Autistenbereich)

Jemandem ernsthaft glauben. Dessen Aussagen als richtige Äußerungen, nicht nur sinnloses Gerede, nehmen. Sich mit jemandem ernsthaft beschäftigen, dessen Probleme wahrnehmen, sich mit ihm auseinandersetzen. Nicht Smaltalk, sondern richtiges Interesse.
Mit leichtfertiger unkritischer Solidarität hat das, meiner Meinung nach, nichts zu tun.
Zitat von azrael:
... dann sollte man es vermeiden, ihm seine eigene gegenteilige meinung zu sagen.
Das sehe ich anders. Wenn ich jemand ernst nehme, sage ich ihm auch meine Meinung, als Basis für eine ernsthafte Auseinandersetzung.
Wenn ich jemandem nicht meine Meinung sage, nehme ich den nicht ernst, will mich nicht mit dem beschäftigen.
05.04.08, 05:57:36
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haggard
(Autistenbereich)

@drvaust
na ja, wenn aber jemand wirklich wörtlich sagt, dass er ernst genommen werden will, hat derjenige erst einmal selbst das problem, dass er glaubt, eben nicht ernst genommen zu werden. wenn man einer solchen person gleich seine eigene gegenteilige meinung sagt - auch wenn man den anderen wirklich respektiert und alles, zeigt eine solche person erst einmal eine sehr enttäuschte haltung. jemand, der von sich aus sagt, ernst genommen werden zu wollen, will vorläufig nur, dass ihm zugehört wird.
beispiel überfall. die person, die einen überfall begeht und bereit ist, gewalt anzuwenden, will unmissverständlich ernst genommen werden. selbst, wenn man selbst diese person in diesem augenblick sehr ernst nimmt, wird man sie vielleicht nur selten durch die eigene gegenteilige meinung zu einer vielleicht gewaltfreien auseinandersetzung bewegen. die irrationalität ist in dieser situation ziemlich groß.
und so denke ich, ist es auch, wenn in einer anderen, harmlosen situation jemand sagt: nimm mich ernst.

dies nur als weitere betrachtung zu "jemanden ernst nehmen".
ich unterscheide in wörtlich gefordertem ernst nehmen und in der subtilen voraussetzung jemanden ernst zu nehmen.
05.04.08, 11:59:02
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drvaust
(Autistenbereich)

@azrael
Dein Beispiel würde ich nicht als 'jemanden ernst nehmen' bezeichnen. Das ist eine ernst zu nehmende Situation, das kann ernsthafte Konsequenzen haben, aber die Person, im Sinne von Persönlichkeit, würde ich nicht ernst nehmen. Wenn mich jemand überfällt, ist das für mich ein Gegner, der ausgeschaltet werden muß, keine Person.

Wenn mich jemand bittet, ihn ernst zu nehmen, ist das für mich eine Bitte, ein Wunsch. Ich würde nachdenken, ob ich ihn besser ernst nehmen sollte, ob ich ihn nicht ernst genug genommen hatte, ob ich ihn falsch eingeschätzt hatte. Ich erfülle nicht jeden Wunsch.

Für mich bedeutet 'jemanden ernst nehmen' nicht, daß ich ihm einfach zustimme, sondern daß ich mich ernsthaft mit ihm auseinandersetze. Dazu gehört auch der Meinungsaustausch, das Ausdiskutieren evtl. unterschiedlicher Meinungen. Ich nehme jemanden nicht ernst, wenn ich ihn nur reden lasse ohne ihm zu wiedersprechen, evtl. gelegentlich Floskeln von mir gebe, dabei aber nicht groß über das Gesagte nachdenke.

Wenn ich jemanden ernst nehme, ist das nicht immer positiv für diesen. Wenn ich jemanden als Gegner ernst nehme, bereite ich mich auf einen ernsthaften Kampf vor.
05.04.08, 20:52:41
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haggard
(Autistenbereich)

hmmm...dann nehme ich das vielleicht zu wörtlich? trotzdem würde ich in einer ernst zu nehmenden situation auch die person ernst nehmen. sonst könnte ich zum beispiel auch drüber lachen...und nicht kämpfen.

immer nur zuhören natürlich auch nicht. aber am anfang doch schon, oder nicht? oder sagst du gleich zu anfang schon: halt mal kurz die luft an. ich sehe das nämlich anders... ?
05.04.08, 21:53:17
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drvaust
(Autistenbereich)

Zitat von azrael:
immer nur zuhören natürlich auch nicht. aber am anfang doch schon, oder nicht? oder sagst du gleich zu anfang schon: halt mal kurz die luft an. ich sehe das nämlich anders... ?
Nein, natürlich hört man erstmal richtig zu, bevor man antwortet und die eigene Meinung darstellt. Das gehört zur Höflichkeit und Gesprächskultur. Aber wenn ich jemand ernst nehme, sage und erkläre ich ihm auch meine Meinung. Wer nicht richtig zu ende zuhört, kann auch nicht richtig antworten, denn er kennt ja nicht die konkrete Meinung des anderen.
Wenn man gleich antwortet, ohne richtig zuzuhören, du gehörst ja zu dieser 'Schublade' und dazu meine ich ... , dann nimmt man den anderen nicht ernst.

05.04.08, 22:05:35
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Pascal
(Standard)

Also ich würde es so erklären: Jemanden ernst nehmen bedeutet, einem Menschen zuzuhören oder ihn zu respektieren, ganz egal ob er sonst sinnlose Sachen redet, vielleicht etwas komisch ist, komisch aussieht oder sich komisch verhält. Einfach dass man jeden gleich behandelt und das Gesagte nicht auf die Schippe nimmt; im zweifelsfalle sogar danach zu handeln.

Ich hoffe ich konnte mit dieser Erklärung weiterhelfen!
12.05.08, 22:38:27
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cony
(Angehörigenbereich)

Jemanden ernst nehmen bedeutet ,denke ich,ihn zu achten,so wie er ist.
Man muß nicht seiner Meinung sein, man muß nicht so Aussehen wie der/die andere, nicht aus dem gleichen Umfeld kommen.(zB. Doktor-Arbeiter).
Aber solange ich zuhören kann,ohne zu verurteilen,solande ich Achtung vor dem anderen und seiner Arbeit habe usw,nehme ich ihn auch ernst.
13.05.08, 13:52:38
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Snape
(Autistenbereich)

Seltsam das ich das Thema bisher übersehen habe, zumal das Thema gerade Therapie-Thema bei mir ist.

Ich verstehe unter der Aussage "ich fühle mich nicht ernst genommen" wohl sehr viele verschiedene Dinge. Es fällt mir sehr schwer das einzeln zu formulieren, aber mein Therapeut hilt mir durch Nachfragen gut dabei.

Ernst nehmen bedeutet für mich:
- zuhören was der andere sagt
- hören wollen was der andere sagt
- zulassen können was der andere sagt
- akzeptieren was der andere sagt
- einen anderen verbal nicht zu verletzen
- dem anderen glauben was der sagt
- meine Probleme wahrnehmen wollen
- zu mir gegenüber gemachten Aussagen stehen

und ich glaube noch einige Dinge mehr die mir zur Zeit nicht einfallen.
13.05.08, 16:50:11
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wild@heart
(Standard)

Zitat von Snape:


Ernst nehmen bedeutet für mich:
- zuhören was der andere sagt
- hören wollen was der andere sagt
- zulassen können was der andere sagt
- akzeptieren was der andere sagt
- einen anderen verbal nicht zu verletzen
- dem anderen glauben was der sagt
- meine Probleme wahrnehmen wollen
- zu mir gegenüber gemachten Aussagen stehen


Das seh ich auch so...
Als Beispiel vielleicht: Ich sage etwas, dass jemand anderen verletzt. Ich selbst kann nicht nachvollziehen, warum es ihn verletzt, und meine erste Reaktion wäre ein "ach, stell Dich nicht so an, das ist doch nicht so schlimm". Ernst nehme ich ihn, wenn ich aber stattdessen akzeptiere, dass es ihn verletzt hat, auch wenn ich es nicht verstehe.
13.05.08, 23:07:01
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Zitat von Snape:
- dem anderen glauben was der sagt

Wenn ich behaupte, daß sich die Sonne um die Erde dreht und du mir das nicht glaubst, würde das bedeuten, daß du mich nach deinen Kriterien nicht ernst nimmst?

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
13.05.08, 23:23:02
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