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stimmgabel
(Angehörigenbereich)

hallo!

ich bin zwar eigentlich nicht autistin, aber wenn autismus tatsächlich ein spektrum ohne klare grenze ist, bin ich sicher auch nicht total nicht-autistisch. wie auch immer, ich habe ein paar eigenheiten in meiner wahrnehmung, und möchte gerne wissen, wie bekannt oder verbreitet die sind. vielleicht kennt oder teilt ja jemand von euch folgende eigenschaften:

1. sehen
in kindergarten- und volksschulalter tat ich mir total schwer, einen punkt zu fixieren. besonders beim schreiben war das ein problem, ich konnte nicht lang genug hinschauen (sonst kamen mir die tränen), und daher nicht schön schreiben. augenarzt hat sich gewundert, dass ich überhaupt lesen gelernt hatte und gesagt, das heißt "fixierstörung", ich hatte eine brille, die nicht dagegen half, und eigentlich lese ich immer noch so, dass ich eher den text anschaue als die zeilen verfolge, und daraus irgendwie den sinn erfasse.

2. fühlen
ich muss mich oft kratzen, muss die waschanleitung aus den t-shirts raustrennen (rausschneiden reicht nicht, dann kratzt die schnittkante), alle sachen zum anziehen sollten sich möglichst gleich anfühlen. berührung von anderen mag ich, aber nicht immer, wenn die kinder mich beim einschlafen anfummeln, könnt ich aus der haut fahren und muss mich nachher ganz fest kratzen. da weiß ich auch, wie das heißt: taktile überempfindlichkeit.

3. hören
eigentlich mein größtes fragezeichen, weil ich nicht weiß, wie das heißt, und niemanden kenne, dem es auch so geht.

ich höre an sich sehr gut, nehme sogar geräusche wahr und erkenne sie, die andere nicht hören (z.b. kann ich sagen, welches lied sie beim nachbarn im radio spielen, während mein mann gar nicht bemerkt, dass die drüben radio hören). hab auch ein absolutes gehör. aber: ich verstehe andere leute schlecht. wenn ich nicht auf die lippen schauen kann, oder annähernd weiß, worum es geht und mir daher einiges zusammenreimen kann, muss ich immer nachfragen. wenn noch dazu ein anderes geräusch anwesend ist (z.b. wasserleitung, radio, dunstabzug), und jemand sagt etwas, womit ich nicht rechne, bin ich chancenlos. das war schon immer so. in der schule gabs diese "listening comprehensions" mit den denkbar schlechtesten voraussetzungen: keine lippen zum anschauen, rauschender kassettenrecorder. ich hatte stets keine blasse ahnung, worum es gegangen war.

ich würde mich freuen, wenn ich hier jemanden finde, der das auch kennt (besonders das 3.)
25.09.08, 21:48:25
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Aldaris~Adun
(Autistenbereich)

Ja, ich kenne das auch, alles 3...

zu 1: für mich ist es wesentlich leichter und angenehmer, hellen Text auf dunklem Grund zu lesen als umgekehrt, optimalerweise mittel- bis hellgrauen Text in einer serifenlosen Schriftart auf schwarzem oder dunkelgrauem Hintergrund. Am Rechner ist das zum Glück ja konfigurierbar, bei Büchern oder Zeitungen logischerweise leider nicht.

zu 2. und 3. habe ich eigentlich nichts wirkliches hinzuzufügen...
Mein Hörspektrum scheint nach oben verschoben zu sein, ich höre bis in den Ultraschallbereich hinein, dafür nehme ich tiefe Töne nur schwach wahr. Männer mit sehr basslastiger Stimme kann ich nur sehr schwer verstehen, Frauen mit sehr hoher Stimme oder Kinder hingegen tun schnell meinem Gehör weh...
25.09.08, 22:02:13
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Hans
(Autistenbereich)

Punkt zwei und drei sind bei mir ähnlich.
Aber da kann ich Dir vielleicht einen Tip geben,
Du kannst das Hören in eine gewünschte Richtung trainieren,
wie du das ja schon machst indem Du auf den Mund schaust.
Wenn Du in eine andere Richtung blickst,
denke an den Mund der Spricht, denke wo er ist,
dann steuert das Gehirn die Ohren auch da hin.
Dann hörst Du klarer.
Fremdwort: Konzentration

Andersherum: wenn ein Geräuch oder ein Ton aus unbekannter Richtung auftaucht,
nicht den Kopf drehen und vielleicht mit den Augen suchen,
den Kopf ruhig halten ... ein Wenig warten,
dann weißt Du aus welcher Richtung und so weiter.
Mit dem bewußten Hören der Richtung hat mich meine Oma vertraut gemacht,
da war ich dreieinhalb.
Sie war mit mir im Wald und hat mich ermuntert zu zeigen,
wo das Vogerl ist,
dabei hatte ich den Blick auf dem Boden gerichtet.

Ich weiß,daß ich riesen Glück mit meiner Oma hatte.
25.09.08, 22:48:17
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tabby
(stillgelegt)

Mir gehts da sehr æhnlich, wie Dir, besonders das fixieren, deshalb bin ich zu Punkt 3 nicht mehr gekommen. Mal gehts besser, mal schlechter, lese am besten mit Lineal, aber meine Geduld ist sehr schlecht. War unlængst beim Optiker und hatte riesen Probleme, aber niemand fand was raus.

[Auf eigenen Wunsch deaktiviert und anonymisiert, mfg [55555]]
25.09.08, 22:56:19
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