Zitat:
Man soll Männer nicht beim Auto fahren stören.
Nein - es ist fraglich, ob ich noch hier sitzen würde, wenn ich nicht ins Lenkrad gegriffen hätte. Manche Männer (und auch einige Frauen) reagieren in so einer Weise, wenn der Partner sie verlassen will. Das hat m.E. nicht das geringste mit "Liebe" zu tun, sondern mit Besitzdenken.
Und es hat mehr was mit gesellschaftlichen und persönlichen Werten und Überzeugungen zu tun, ob jemand so reagiert, als mit "schlechten Nerven" oder so. Es gibt Kulturkreise, da muss eine Frau grundsätzlich damit rechnen, dass sie umgebracht wird, wenn sie so einfach durchbrennen will, oder Jugendliche müssen damit rechnen, von ihrer Familie verfolgt zu werden, wenn sie nicht den heiraten, den ihre Eltern für sie ausgesucht haben. Und auch in unserem Kulturkreis sind die traditionellen Vorstellungen über Besitzrechte am Partner oder an den Kindern nicht wirklich "gelöscht", sondern nur abgemildert und können je nach Reflektionsgrad zu "Entgleisungen" führen, über die dann die meisten Leute den Kopf schütteln und empört sind. Ich hab schon von Eltern den Satz gehört "Mit meinen Kindern kann ich machen, was ich will!", und auch, wenn die meisten Eltern dabei nicht im Traum daran denken, dies könne auch sexuellen Missbrauch einschließen, wirkt ein solcher gesellschaftlicher Konsens sicher ermutigender auf Leute, die entsprechende Neigungen haben. Und wie Frau Fachmann schon schrieb, sind das sehr häufig Leute, die als Kinder selbst missbraucht wurden. Die einzige oder Hauptursache für ein solches Verhalten kann das aber nicht sein, denn die meisten missbrauchten Kinder sind Mädchen und die meisten Täter sind Männer.