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Autor Nachricht
schneeweiß
(Angehörigenbereich)

Zitat von Hans:

Wenn man von etwas noch gar nichts weiß,
weiß man auch nicht, daß man nach etwas fragen muß.

Ihr hattet mir schon mal in einem anderen Thread versucht, diesen Fakt zu erklären. So ganz habe ich ihn aber wahrscheinlich noch immer nicht begriffen. Für mich ist es so schwer vorstellbar, dass man von einer Sache noch gar nichts weiß, wenn man ein 16jähriger Teenager ist. Es geht hierbei ja nicht um irgendwas Hochkompliziertes, von dem man als durchschnittlicher Mensch gar nichts wissen kann, sondern um alltägliche Dinge wie z.B. den Zahnarzt.

@ wolfskind
Die Schwierigkeiten, die du beschreibst, würden den Sinn bestätigen, den ich in dem Zitat zu Beginn des Threads gesehen habe.
28.04.11, 19:26:15
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Niemand weiß einfach so, daß ein Zahnarzt bohrt, wenn er ein Loch im Zahn findet. Ersteinmal ist eine Feststellung nicht gleichbedeutend mit einer anstehenden Handlung, rein rechtlich gesehen muß der Zahnarzt eigentlich um Erlaubnis fragen, bevor er etwas tut. Selbstverständlich ist z.B. überhaupt nicht, daß er gleich bohren will, manchmal geben sie dafür einen neuen Termin aus. Wenn es nun mutmaßlich um die Frage geht, ob jemand weiß, was passiert, wenn der Zahnarzt mitteilt, daß er ein Loch gefunden hätte, so ist die Antwort "Er bohrt" aus o.g. Grund schon falsch, wenn sie auch meist zutreffen wird. Dies nicht nur, weil er manchmal den Zahn zieht, oder mit Laser arbeitet etc, sondern weil es auch vorkommen wird, daß jemand dann doch nicht will, daß gebohrt wird (zumindest würde es sehr schwer sein in 100% der Fälle auszuschließen, daß dies passiert). Aber es ist schwer möglich, daß irgendetwas von alldem gewußt wird, wenn es nicht irgendwo mal erwähnt, im TV gesehen oder sonstwie erfahren wurde. Und nun wissen wir ja, daß NA weitgehend unter ihresgleichen leben und Autisten in weit größerem Maß von Kommunikation ausgeschlossen sind oder auch aufgrund von Reizüberflutung in der für NA gemachten barrierehaltigen Kulturlandschaft Aussagen nicht verstehen.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
28.04.11, 21:02:12
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Quadriga
(Irrgeleitetes Subjekt)

geändert von: Quadriga - 28.04.11, 21:25:39

@Schneeweiß
Es gibt in deinem Leben wohl auch mehr Dinge, von denen du absolut nichts weißt, und von denen du noch nie etwas gehört hast. Ohne Fernsehen z.B. wüsstest du wohl noch nicht einmal, dass vllt 200km von dir weg ein AKW steht, und daher würdest du auch nie danach fragen, ob das noch steht, oder ob es besser ist zu fliehen. Selbst wenn du verstrahlt würdest, würdest du erstmal zum Arzt gehen, und dort nicht fragen, ob du verstrahlt bist, sondern dass du krank bist. ;)
Damit wird im Grunde ausgesagt, das Wissen Vorraussetzung dafür ist, um etwas spezifisches überhaupt erfragen zu können. Ob das jetzt nun der Name deines Nachbarn ist, den du wissen musst, damit du nach ihm fragen kannst, oder ob es ein AKW ist, bleibt sich dabei gleich. ^^

Edit: Alltag beschreibt hier ja auch etwas, was alle Tage ist; Zahnarzt ist wesentlich seltener, und das Bohren noch seltener.

I'm only a unidentifiable broken piece of myself.

-

[Aufgrund eines Kniggeverfahrens zu dauerhafter Sperrung nach Nutzerabstimmung verurteilt, gesperrt, auf Bewährung nach Nutzerentscheid wieder freigeschaltet und nach einem weiterem Regelverstoß nach Verständigung in einem Kniggeverfahren dauerhaft gesperrt, mfg [55555]]
28.04.11, 21:24:23
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Mama
(stillgelegt)

Als ich klein war, habe ich mir immer wieder Beulen am Kopf geholt (meine Koordination hatte damals ja auch schon Macken ;) ). Meine Oma rief immer sofort nach einem Bügeleisen oder nach dem großen, breiten Messer.
Ich lief immer schreiend weg und versteckte mich.
Mit dem Bügeleisen bügelt man (wollte Oma etwa die Beule mit dem heißen Eisen wegbügeln?).
Mit dem großen Messer schneidet man (wollte Oma etwa die Beule abschneiden?).
Sie haben mich nie gesucht, haben immer gewartet bis ich von selber wiederkam. Ich kam wieder.....wenn ich meinte die Beule sei weg.
Irgendwann habe ich meine Oma mal gefragt, warum sie nach diesen Dingen rief wenn ich mir eine Beule geholt hatte. Sie erklärte mir zum Kühlen, da Metall sehr kalt ist. Ich habe sie gefragt, weil ich neugierig war. Aber ich habe den Zeitpunkt gewählt, ich hatte das Glück nie etwas von meiner Oma aufgedrängt zu bekommen.

Ich hoffe, ich habe nicht zu sehr das Thema verfehlt?

[Wegen diversen Regelverstößen und Vandalismus einschließlich Mißbrauch des Gastzugangs bei bereits früher vorgekommener Sperrung bis auf Weiteres gesperrt, mfg [55555]]
28.04.11, 23:06:52
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Quadriga
(Irrgeleitetes Subjekt)

Zitat:
Ich hoffe, ich habe nicht zu sehr das Thema verfehlt?

Ich denke nicht, denn damit kann auch die These im Zitat des Ausgangsbeitrages, widerlegt werden. Denn in diesem Beispiel hast du ganz bewusst Informationen aus der Umwelt zusammengefasst. Bügeleisen ist heiß - es wird danach gerufen, wenn du eine Beule hattest - Möglichkeit einer Schmerzhaften Behandlung der Beule mit dem Bügeleisen. Du hast aus der Umwelt einen Sinn herausgelesen, obgleich jener aufgrund des Unwissens nicht der Intention deiner Oma entsprach. Dass der Mensch allgemein Sinn und Sinnzusammenhänge aufgrund von Unkenntnis aus der Umwelt herauslesen kann, findet sich in vielen Bereichen. So nahm der Mensch des Mittelalters an, die Erde sei ein Scheibe, was auch aus seinem Wissen durch die eigene Wahrnehmung nicht ganz so falsch war, aber mit dem Wissen, das wir heute haben, eben falsch ist.
Es ist letztendlich ein Frage, was man weiß, und nicht die Frage ob man Sinn und Zusammenhänge aus einer Sache erschließen kann.

I'm only a unidentifiable broken piece of myself.

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29.04.11, 00:20:45
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Schneekugel
(Standard)

Sorry, ist leider wieder länger geworden.

Zitat:
Mein A-Sohn verblüfft mich immer wieder mal mit seinem Unwissen über banale Dinge. Ich musste ihm häufig Zusammenhänge erklären, die mein NA-Sohn einfach nebenbei lernte, sich selbst erklärte und im Zweifel nachfragte. Ich vermutete bisher, dass die mangelhafte Fähigkeit, sich die Welt zu erklären, zu vielen Ängsten bei meinem A-Sohn führte.


Ich würde das einfach auf verschiedene "Informationswahrnehmungen" festmachen. NTs reden einfach gerne und es macht ihnen Spaß. Da man halt nicht immer wirklich ein Thema hat, wird eben auch über dies und das geredet und dabei kommen rein zufällig eine Menge Informationen zusammen. Für mich ist Reden jetzt nichts körperlich fürchterlich anstrengendes, aber es ist doch so, dass ich meine ganze Aufmerksamkeit dafür brauche und entsprechend mache ich es nicht, wenn es keinen Grund dafür gibt.

Als NT-Vergleich eine Begebenheit aus meiner Firma: Für unser Arbeitsprogramm gibt es eine *.pdf Anleitung die für jeden auf seinem Arbeitsplatz zugänglich auf dem Hauptserver gespeichert ist und wo absolut zu 100% korrekt und detailliert alle Abläufe und Möglichkeiten des Programms dargestellt werden. Von deinem Beispiel ausgehend mit deinem Sohn der ja in deiner Vorstellung auch alles mitkriegen sollte, was dein anderer Sohn der verbale Kommunikation mehr mag mitbekommt, müsste also jeder in der Firma, da ja jeder in der Firma die Zugangsmöglichkeit hat, erfreut sein über diese Informationsmöglichkeit mit hoher Relevanz für ihren Berufsalltag. Seltsamerweise mögen sie es aber anscheinend nicht. Lieber fragen sie 5 Kollegen um von diesen gekürzte oder vielleicht auch ungenaue Informationen zu erfragen und diese umständlich zusammenzufügen und auszuprobieren, als einfach in der Betriebsanleitung nachzusehen. Genauso wie du dich verständnislos fragst "Warum fragt er einfach nicht? Warum bekommt er das nicht mit? Er muss doch nur den Mund aufmachen und Laute von sich geben." frage ich mich "Warum schauen sie nicht einfach nach? Warum wissen sie so wenig über die vollkommen logischen Zusammenhänge des Programms? Dafür müssen sie nicht mehr tun als zweimal ihren Zeigefinger 1 mm zu bewegen und die Betriebsanleitung zu öffnen?"

Detto Juniorchef der zu mir kommt mit "Ich hab da ein paar Emails und kenn mich da nicht aus. Irgendwie sollte ich auf der Baustelle Pläne von einem Planserver bekommen können, aber das haut nicht hin."
E-Mail 1: Adresse des Planservers
E-Mail 2: PDF Datei mit dem Namen "Informationen zur Benutzung des Planservers"
E-Mail 3: Zugangscode für den Planserver

Und genauso wie du dich fragst, warum dein Sohn nicht einfach fragt, genauso frage ich mich warum mein Juniorchef lieber zu mir rennt und mit mir Blabla macht anstelle die PDF-Datei "Informationen zur Benutzung des Planservers" zu fragen. Genauso wie du dir denkst, das und das ist doch logisch und müsste doch automatisch zu diesem und jenem für dich einzig logischem Verhalten führen, genauso denk ich mir auch das müsste doch logisch sein und der Wunsch mehr Informationen zu haben über das Benutzen eines Planservers müsste automatisch zu dem für mich einzig logischem Verhalten führen eben entsprechend die Datei "Informationen zur Benutzung des Planservers" zu lesen. Ist es aber nicht. Weil NTs eben anscheinend eine verbale Kommunikationsschiene benutzen und dabei Scheuklappen haben. Da kann rechts und links ganz viele Möglichkeiten sein und du denkst dir "Mensch warum merkt er das nicht!" aber weil er gewohnheitsmässig so gewöhnt ist auf seine verbale Kommunikationsschiene sieht er es einfach nicht. Eben so wie für dich "das Fragen" deutlich vor Augen ist und du nicht nachvollziehen kannst wie er das nicht sieht, aber er hat halt anscheinend genauso seine Scheuklappen drauf hat.

Anekdote am Rand: Ich hab also die Betriebsanleitung gelesen, genauso wie es in der Anleitung absolut verständlich angegeben war mit dem bereits zugeschicktem Passwort alles eingerichtet wie es angegeben war. Also einfach das gemacht was da gestanden ist, ohne irgendwelche Probleme. Einmal die Pläne runtergeladen, ausgedruckt und damit die Kollegen nicht zu überfordert sind einen Link anklicken zu müssen und tatsächlich die ungemeine Aufgabe bewältigen müssen zweimal mit dem Zeigefinger zu drücken die "Informationen zur Benutzung des Planservers" ausgedruckt dazu gelegt. 2 Wochen später wurden die Pläne dort aktualisiert und wir hatten für die Baustelle inzwischen einen anderen zuständigen Bauleiter. Der steht plötzlich bei mir im Zimmer: "Du wir haben da neue Pläne und der Junior Chef hat gesagt du weisst, wie ich die da von dem Planserver bekomme." Da ich kein eidetisches Gedächtnis besitze und es zwei Wochen her war habe ich wahrheitsgemäß geantwortet, dass ich nicht mehr wüsste wie das ginge, ich hätte aber unserem Juniorchef zusammen mit dem Plänen die ausgedruckte Anleitung für den Planserver beigelegt aus der genau hervorgeht wie dieser zu benutzen sei. "Aha" Zwei Minuten später steht er wieder (ohne zu klopfen oder zu fragen -.-) in meinem Büro, hat die ausgedruckte und auch mit diesem Titel versehene "Informationen zur Benutzung des Planservers" in der Hand, die nebenbei um es zuverdeutlichen in deutlicher Schriftgrösse und in deutsch waren und ja, der Kollege ist des Lesens mächtig und fragt mich tatsächlich: "Und was mach ich jetzt damit?"

O_O ??? O_O Ja, ich meine wir könnten eine Religion gründen und nackt um einen Vulkan tanzen und bei einer Sonnenfinsternis die Anleitung dann in einer feierlichen Zeremonie in den Vulkan hauen und dazu ein paar Tieropfer machen damit uns unser Vulkangott dann freundlicherweise vielleicht mit aktuellen Plänen beschenkt aber in entfernten Tälern Kasachstans soll sich die Sitte entwickelt haben "Informationen zur Benutzung des Planservers" die man gerade in einer lesbaren Sprache in der Hand hält einfach zu lesen wenn man "Informationen zur Benutzung des Planservers" möchte. Ich mein soll ich ihn auf meinen Schoss setzen und ihm das als Gute Nachtgeschichte vorlesen oder wie? O_o Oder glaubt er ich hab irgendwelche Wunderkräfte und brauch das Ding nur in die Hand zu nehmen, gegen die Stirn zu drücken, die Augen schliessen, "Ommmmm" machen und ich weiss automatisch was da drinsteht? Schlussendlich bin ich mit ihm zu seinem Arbeitsplatz gegangen, er hat sich hingesetzt, ich bin daneben gestanden und hab ihm vorgelesen was da drin stand und er hat das dann gemacht. Ich bin mir vorgekommen wie eine Gute Nacht Geschichten Tante mit einem 40-jährigem Kind. Da ich weiss, dass er lesen kann, verstehe ich die Situation immer noch absolut nicht und bin ehrlich gesagt verstört dadurch gewesen, da ich mir dachte irgendwas muss ich übersehen haben, irgendwas das es logisch erklärbar macht warum ich grade neben einem 40-jährigen lesendem Menschen stehe und ihm gerade vorlese was auf einem Zettel steht.

Fazit für Schneeweiss: Nimms einfach leicht, auch wenn dus mal nicht verstehst. Wenn wir in einer Welt voller seltsamer Leute, deren Hintergründe wir nicht nachvollziehen, glücklich leben können, dann ist dir das mit deinem Sohn genauso möglich. ^^ Manchmal verstehst du ihn halt nicht. Ist schade, aber ist halt so. Verstehen ist zwar gut, aber noch viel wichtiger ist öfter mal einfach Akzeptanz, auch wenn mans nicht versteht. freuen
29.04.11, 11:49:08
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55555
(Fettnäpfchendetektor)

Diese Veranschaulichung eines Beispiels finde ich ganz gut.

Allgemein weise ich allerdings gerne immer wieder daraufhin, daß auch schriftliche Kommunikation verbal ist, nicht nur mündliche NA-Plauderkommunikation.

Mancherorts steckt man Eltern ins Gefängnis, die ihre Kinder aus ideellen Gründen nicht zum Arzt bringen. Anderswo schützt man fremde Kulturen mittels Strafen vor Kontakt und Einmischung.
29.04.11, 12:14:42
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schneeweiß
(Angehörigenbereich)

@ 55555
Ja, es gibt grundsätzlich viele Möglichkeiten, was der Zahnarzt so tun könnte, wenn er ein Loch im Zahn entdeckt.
Ich hatte meinem Sohn oft erklärt, was die Folgen mangelhafter Mundhygiene sind und war der Annahme er hätte das verinnerlicht. Auch wurde das Thema "Zahnarzt" im Sachkundeunterricht behandelt. In der beschriebenen Situation zeigte sich dann, dass all diese Erklärungen bei meinem Sohn wohl nicht wirklich angekommen waren. Der Zahnarzt musste ausführlich seine sämtlichen Werkzeuge und jeden geplanten Arbeitsschritt erklären und begründen, bevor mein Sohn ihn seine Arbeit machen ließ.

@ Mama
Ich finde dein Beispiel auch recht passend. Mir fällt dazu nämlich sofort die Frage ein: Warum hast du geglaubt deine Oma würde dich mit dem heißen Bügeleisen verbrennen oder mit dem Messer verletzen wollen? Als NA-Kind hätte ich gedacht: Die Oma will mir nicht wehtun, also muss sie Bügeleisen oder Messer anders also sonst üblich benutzen wollen. Meine Oma hat nämlich auch Messer auf Beulen gedrückt. Die Benutzung es Bügeleisens hierzu ist mir neu.

@ Schneekugel
Danke für dein ausführliches Beispiel! Manche Leute sind schlicht zu faul zum Lesen. Sie hoffen dann, dass ihnen jemand in kurzen Worten erklären kann, was da auf mehreren Seiten niedergeschrieben steht. Ich vestehe, dass solches Verhalten für A befremdlich ist, wenn sie sich ihr Wissen gern durch Lesen aneignen und nicht so viel für mündliche Erklärungen übrig haben.
Ich akzeptiere durchaus, dass mein Sohn so ist, wie er ist. Es verblüfft (oder überrascht) mich - wie gesagt -, wenn mein Sohn etwas nicht weiß, von dem ich irgendwie angenommen hatte, er wüsste es. Das ist wie bei Mamas Beispiel: Als NA würde ich einfach annehmen, das Kind weiß, dass die Oma ihm nichts Böses tut. Da wäre ich dann verwundert, weshalb das Kind vor ihr davonläuft und sich nicht helfen lassen möchte. Ein klassisches Missverständnis also.
29.04.11, 19:11:03
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Antika
(Autistenbereich)

Meine Mutter hat mich als Kind mal auf einen Kohleofen gesetzt. Dieser war natürlich nicht an, denn er war über Nacht ausgegangen. Meine Mutter setzte mich also auf diesen Kohleofen weil sie mir die Schuhe noch schnell zubinden wollte und sich aber nicht bücken wollte.

Ich habe geschrien weil ich wusste dass dort ja sonst immer ein Feuer drin brannte. Ich höre zwar heute noch wie sie mir sagte dass ich keine Angst haben müsste, da der Ofen ja aus wäre. Und ich fühle auch heute noch den Schmerz, den ich dennoch empfunden habe obwohl der Ofen gar nicht an war.

So hätte ich auch bei dem Bügeleisen reagiert, da ich genau wusste wozu es eigentlich gebraucht wurde. Das mit dem Messer hat meine Mutter auch mal bei mir versucht, aber ich habe mich gewehrt so gut es ging. Sie hätte besser einen Löffel nehmen sollen, denn mit dem hätte man eine Beule ja auch kühlen können.

Unser Zahnarzt hat sich früher immer die Mühe gemacht den Kindern zu erklären was und warum er jetzt dieses oder jenes machen muss. Er zeigte ihnen die Geräte und erklärte den Kindern alles. Das machte er mit jedem Kind so.

Heute haben die Zahnärzte wohl keine Zeit oder keine Lust mehr den Kindern etwas zu erklären. Sie gehen wohl davon aus, dass genug Aufklärung in den Kindergärten und Schulen stattfindet. Dennoch ist es immer noch etwas anderes ob man in einer Schule anhand von irgendwelchen Bildern und Büchern etwas erklärt bekommt, oder ob man es hautnah in einer/der Praxis erlebt.

"Das, was du tust, schreit so laut, dass ich nicht hören kann, was du sagst."

(Sprichwort aus Mosambik)
--------------------------------

"Die Erinnerungen verschönern das Leben, aber das Vergessen allein macht es erträglich."
(Zitat von Honoré de Balzac)
29.04.11, 19:58:36
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Mama
(stillgelegt)

Zitat von schneeweiß:
@ Mama
Warum hast du geglaubt deine Oma würde dich mit dem heißen Bügeleisen verbrennen oder mit dem Messer verletzen wollen?

Die Gegenstände haben Aufgaben. Ich habe keinen Zusammenhang zu meiner Oma gesehen. Erst viel später habe ich den Zusammenhang erkannt, das meine Oma mir nicht wehtun möchte. Daher habe ich sie gefragt. Es ist schwierig zu erklären....

[Wegen diversen Regelverstößen und Vandalismus einschließlich Mißbrauch des Gastzugangs bei bereits früher vorgekommener Sperrung bis auf Weiteres gesperrt, mfg [55555]]
30.04.11, 11:16:55
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Fundevogel
(Angehörigenbereich)

@Schneekugel: Könnte es sein, dass NA bei der Informationsübermittlung als Stimulanz einen Menschen riechen oder um sich haben müssen?

In den intensiven Schulungsphasen lernen wir nur in Gruppen. Vielleicht löst die unterbewusste Erfahrung, dass Lernen am besten in einer Gruppe geht, die Suche nach einem Lernbegleiter ein?

Vielleicht können sich Kids unserer Tage mit den neuen Medien (onlinebeschulung) besser auf vereinzeltes Lernen einstellen, weil sie durch Handy und email darin geübt sind, nicht mehr persönlich anwesend sein müssen, um miteinander zu kommunizieren?

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. (Johannes 8.12).
Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. (Markus 4.21) (Lukas 8.16)
30.04.11, 22:53:19
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