Die Entstehung von ABA aus der "Therapie" der Geschlechteridentitätsstörung lässt sich bereits in
diesem Thread nachlesen.
Aber abgesehen von der Entwicklung von ABA, "bewies" Lovaas auch die "Effektivität" anderer Methoden.
Als sich abzeichnete, dass mit ABA und anderen Methoden, Autisten eben in vielen Fällen doch nicht gut genug dressiert werden können, suchte er nach anderen Ansätzen. Um Autisten doch noch zu gesellschaftsverträglichen Individuen zu machen, stellte er z.B. fest, dass Autisten durch die Gabe von
LSD zum Beispiel dazu gebracht werden können, den Leuten in die Augen zu schauen. Ebenso nahm unter dem Einfluss von LSD das "selbststimulierende und herausfordernde" Verhalten ab und die Autisten lächelten deutlich mehr als ohne LSD. Daraus folgert er, "LSD-25 offers an useful adjunct to the psychotherapy of autistic children because of its positive effect in areas which are closely related to the process of psychotherapy". In der Studie schreibt er kein Wort darüber, wie aufnahmefähig die autistischen Kinder unter dem Einfluss von LSD waren. Aber wenn man bedenkt, dass er gemäss
dieses Artikels aus dem Life Magazine 90'000 Versuche brauchte, um einem autistischen Jungen ein paar grundlegende Wörter beizubringen und es für diesen "Erfolg" auch noch "ingenuity" seitens Lovaas brauchte, ist die Frage vielleicht auch irrelevant.
Ein Jahr vor dem LSD-Test versuchte Lovaas mit
Elektroschocks, autistische Kinder dazu zu bringen, auf Erwachsene zuzugehen. (Ob der Begründer des Rotenberg-Centers vor Lovaas auf die Idee kam, Stromschläge als "Therapiemassnahme" zu missbrauchen, weiss ich gerade auch nicht. Das Rotenberg-Center gibt es seit 1971, die Studie von Lovaas ist von 1966, allerdings hatte meines Wissens der Begründer des Rotenberg-Centers schon einige Jahre zuvor mit Stromschlägen experimentiert.) Die Studie war ein "voller Erfolg" – bis auf die Tatsache, dass nach Abschluss der Schockphase, das erlernte "Sozialsierungsverhalten" nach einiger Zeit eben wieder verschwand. Am Ende der Studie vergleicht Lovaas die Stromschläge mit "klassischen ABA-Verstärkern" und schreibt: "However, the necessary conditions for the acquisition of social reinforcers by the use of food were both time-consuming and laborious, and by no means as simple as the conditions which where necessary when we employed shock reduction." Dieser Ansatz wurde seitens Lovaas im Zuge seiner ABA-Therapien auch weiterhin verwendet, wenn die klassischen ABA-Methoden versagten (Beispiel mit Bildern im weiter oben verlinkten Life Magazine Artikel).